Technik

Günstiges Motorola-Smartphone Moto G3 bringt Premium zur Mittelklasse

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Die Rückseite des Moto G3 gibt es in vielen verschiedenen Farben.

(Foto: jwa)

Mit dem Moto G3 gelingt Motorola erneut ein klasse Smartphone mit guter Leistung zum kleinen Preis. Es kann deutlich mehr als seine Vorgänger, doch nicht alles ist beim G3 besser.

Motorola hat mit dem ersten Moto G im Jahr 2013 einen echten Preis-Leistungs-Hit gelandet. Gute Hardware, klasse Verarbeitung, aktuelle Software und ein unschlagbarer Preis machten das Smartphone zur ersten Wahl für alle, die ein gutes und zugleich erschwingliches Handy suchten. Jetzt ist das dritte Moto G da - es ist zwar teurer, kann aber auch deutlich mehr als seine Vorgänger.

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Das Display des Moto G3 löst in HD auf.

(Foto: jwa)

Dass das "G" im Namen nicht nur für günstig, sondern auch für gut steht, hat sich auch mit dem G3 nicht wirklich geändert. Die Vorzeichen sind jedoch anders als noch vor knapp zwei Jahren, als das Moto G kaum Konkurrenz fürchten musste. Inzwischen gibt es viele gute Smartphones im unteren Preisbereich. Motorola reagiert, indem es das G3 mit Funktionen ausstattet, die in der Einsteigerklasse nicht selbstverständlich sind: Es reagiert auf Gesten, hat ein cleveres Benachrichtigungssystem und ist wasserfest - es kann maximal 30 Minuten lang bis zu einem Meter tief tauchen. Die Rückseite ist austauschbar, im "Moto Maker" kann das Smartphone nach den eigenen Vorstellungen farblich zusammengestellt werden.

Gesten und Regeln

Die wichtigsten technischen Daten
  • System: Android 5.1.1
  • Display: 5 Zoll, HD (1280 x 720 Pixel), 294 ppi
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 410, Quad Core, 1,4 GHz
  • RAM: 1/2 GB
  • Interner Speicher: 8/16 GB + Micro SD
  • Hauptkamera: 13 MP, f/2.0, Dual-LED
  • Frontkamera: 5 MP
  • LTE, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0
  • IPX7
  • Akku: 2470 mAh
  • Maße: 142,1 x 72,4 x 6,1 - 11,6 mm (Wölbung)
  • Gewicht: 155 g

Auch die Software bietet Anpassungsspielraum. Nutzer können Regeln für bestimmte Orte, Zeiten und Aktivitäten festlegen, das Smartphone nutzt dafür unter anderem GPS-Daten und Kalendereinträge. So bleibt das Display nachts aus, Anrufe werden in Besprechungen mit automatischen Nachrichten beantwortet und auf der Arbeit bleibt das Smartphone im Lautlos-Modus. Praktisch ist auch die Gestensteuerung: Die Kamera startet durch zweimaliges Drehen des Handgelenks, mit der gleichen Geste wechselt man anschließend zwischen Front- und Rückkamera. Mit einem kurzen Schütteln wird die Taschenlampe eingeschaltet, erneutes Schütteln schaltet sie wieder aus.

Um kurz nach der Uhrzeit oder nach Benachrichtigungen zu schauen, reicht es, das Gerät in die Hand zu nehmen oder kurz anzutippen, wenn es auf dem Tisch liegt. Das Display schaltet sich automatisch an ("Active Display"). All diese cleveren Funktionen hatte Motorola vor rund zwei Jahren mit seinem damaligen Flaggschiff Moto X eingeführt. Dass sie jetzt auch in der Mittelklasse zu haben sind, ist erfreulich.

Deutlich besser als noch bei den vorigen Modellen sind die Kameras an der Front und Rückseite. Die Bildqualität der Hauptkamera (maximal 13 Megapixel) ist für die Preisklasse gut, Aufnahmen gelingen vor allem bei Tageslicht. Bei schwacher Beleuchtung gerät der Sensor schnell an seine Grenzen. HDR-Aufnahmen werden fast verzögerungsfrei verarbeitet, die Software bietet wenige, aber durchdachte Optionen und ist mit kurzer Eingewöhnung sehr intuitiv zu bedienen. Die Frontkamera macht gut belichtete und scharfe Fotos mit 5 Megapixeln.

Gut und günstig, aber ...

Kleinere Abstriche müssen erwartungsgemäß bei der Leistung gemacht werden. Das Moto G3 ist kein Smartphone für Hochleistungs-Spiele, auch nicht die kräftigere 16-Gigabyte-Variante mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, die n-tv.de getestet hat - das G3 mit 8 Gigabyte Speicher kann nur auf 1 Gigabyte RAM zurückgreifen. Aufwändige 3D-Darstellungen im Benchmark-Test AnTuTu meistert das Smartphone nur mit starkem Ruckeln. Im Geekbench-Leistungstest platziert es sich etwas oberhalb des Nexus 4.

Im Praxiseinsatz macht das G3 aber eine gute Figur, es reagiert flott auf Eingaben, leistet sich im Test keine Denkpausen und Aussetzer. Die GPS-Ortung geht schnell, Apps starten ohne nennenswerte Verzögerung, die Kamera reagiert zackig. Die gute Leistung wird unter anderem durch die schlanke Benutzeroberfläche ermöglicht. Auf dem Moto G3 kommt das aktuelle Android 5.1.1 zum Einsatz, ergänzt um nur wenige eigene Apps und Funktionen, die nützlich sind und das System nicht aufblähen. Auf optische Anpassungen verzichtet Motorola.

Das dritte Moto G schlägt damit in die gleiche Kerbe wie seine Vorgänger: Es ist gut und günstig. Die Konkurrenz hat aufgeholt, doch das Gesamtpaket ist immer noch überzeugend und für die meisten Ansprüche völlig ausreichend: Das Moto G3 ist wasserfest, hat LTE und clevere, schlanke und aktuelle Software mit garantiert schnellen Android-Updates. Das Display ist scharf und hell genug, die Kameras liefern gute Bilder, der Akku hat genug Saft für eineinhalb Nutzungstage. Einzige Einschränkung: Die 16-GB-Variante gibt es bis auf Weiteres nur direkt bei Motorola zum Festpreis von 279 Euro. Ein unschlagbarer Preis-Leistungs-Kracher ist es damit nicht mehr.

Quelle: ntv.de