Technik

Runter von Friedhöfen! Pokémon Go löst Petitionen aus

Muss das sein: Pokémon-Jagd auf dem Friedhof.

Muss das sein? Pokémon-Jagd auf dem Friedhof.

(Foto: kwe)

Mit Internet-Petitionen versuchen Nutzer ihren Wünschen und Forderungen zu "Pokémon Go" Nachdruck zu verleihen. Es geht um Funktionen, Sicherheit und Würde, aber ein Thema bewegt besonders viele Menschen.

Der Hype um "Pokémon Go" ist noch lange nicht auf seinem Höhepunkt. Deutschland ist nach den USA, Neuseeland und Australien erst das vierte Land, in dem das mobile Augmented-Reality-Spiel offiziell zur Verfügung steht. Es ist also noch viel Luft nach oben. In den Ländern, wo die Monsterjagd noch nicht begonnen hat, scharren die Spieler ungeduldig mit den Füßen. Dort, wo "Pokémon Go" bereits in den App-Stores steht, gibt es heftige Diskussionen über Sinn, Gefahren, Schwächen und Stärken des Spiels. All das findet sich auch in Petitionen, die Menschen aus aller Welt auf "Change.org" starten. Über 50 gibt es bereits, weitere kommen täglich hinzu. Viele Petitionen fordern schlicht die Veröffentlichung des Spiels in ihrem Land, manche machen sich Gedanken über Sicherheit und Würde, einige sind einfach nur gaga. Die meisten Unterzeichner findet aber die Forderung nach einer Lösung eeines ganz bestimmten Problems.

Schwierige Jagd nach Geister-Pokémon

Ein Nutzer fordert, Pokéstops und Arenen von Friedhöfen zu entfernen. Die Toten sollen in Frieden ruhen und die Hinterbliebenen ungestört trauern dürfen, schreibt der Initiator. Monster-Jäger von unpassenden Plätzen oder Einrichtungen fernzuhalten, dürfte eins der großen Themen in den kommenden Wochen sein. In den USA ist die Diskussion darüber schon voll entbrannt. So berichtete beispielsweise die "Washington Post", das Holocaust-Museum der US-Hauptstadt bitte Nutzer darum, in der Gedenkstätte nicht zu spielen. Eigentlich könnte man daher annehmen, die Petition zur Rettung der Friedhofsruhe habe schon viele Unterzeichner gefunden. Aber tatsächlich sind es bisher nur wenige. Ein Spieler weist in einem Kommentar darauf hin, dass Geister-Pokémon vor allem auf Friedhöfen zu finden sind. Es könnte deshalb in Zukunft noch einigen Ärger geben, wenn auf den Ruhestätten zu viel Rummel herrscht oder Spieler nachts über Mauern steigen.

Durchaus sinnvoll erscheint auch die Forderung, zu verhindern, dass Autofahrer nebenbei Monster jagen. Die App könne den Dienst beispielsweise bei einer bestimmten Geschwindigkeit verweigern. Tatsächlich zählt "Pokémon Go" schon jetzt nur Kilometer, wenn die Geschwindigkeit über 25 km/h liegt. Dann können beispielsweise keine Eier ausgebrütet werden, aus denen neue Monster schlüpfen. Technisch wäre so etwas also durchaus umsetzbar, mitfahrende Kinder wären davon aber sicher nicht begeistert. Bisher haben sich auch nur wenige Unterstützer für diese Idee gefunden.

Intel-Nutzer erfolgreich

Wesentlich erfolgreicher ist eine Petition, die eine App-Version fordert, die kompatibel mit Intel-Prozessoren ist. Das sind zwar nur wenige Android-Smartphones - das bekannteste ist das Asus Zenfone 2,  aber rund 42.000 Nutzer haben den Antrag unterzeichnet. Und siehe da, Entwickler Niantic hat dem Verfasser der Petition jetzt geantwortet. Mit dem jüngsten Update könnten auch Intel-Nutzer "Pokémon Go" spielen, schreibt er und dankt seinen Mitstreitern.

Quelle: n-tv.de, kwe