Technik

Nie wieder tippen dank KI? Viv ist besser als Siri und Cortana

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Viv soll die "intelligente Schnittstelle für alles" sein.

(Foto: Viv)

Die Entwickler von Apples Siri stellen einen Sprachassistenten vor, der alle bisherigen in den Schatten stellen soll. Viv beantwortet schwierige Fragen und erfüllt komplexe Nutzerwünsche. Müssen wir in Zukunft nie wieder suchen, tippen und klicken?

Der Entwickler der Sprachsteuerung Siri will seinem an Apple verkauften Erstling jetzt mit einer weiterentwickelten Software selbst Konkurrenz machen. Dag Kittlaus stellte am Montag in New York das Programm "Viv" vor, das durch gute Spracherkennung und die Verbindung zu vielen Diensten zum universellen Assistenten werden soll. 

Bei einer Demonstration auf der Bühne der "Disrupt"-Konferenz des Technologieblogs "TechCrunch" konnte Viv einfache Fragen nach dem Wetter problemlos beantworten. Aber auch komplexere Fragen bereiteten ihr in dem Live-Test keine Probleme. Kittlaus fragte Viv zum Beispiel: "Wird es an der Golden Gate Bridge übermorgen nach 17.00 Uhr wärmer als 70 Grad Fahrenheit sein?". Außerdem erfüllte sie Aufgaben wie "Schicke meiner Mutter Blumen" oder "Überweise meinem Freund Alfredo 20 Dollar". In einem ersten Test beauftragten die Macher der Software Viv per Sprachkommandos damit, Pizza zu bestellen, berichtet die "Washington Post". Sie änderten häufiger ihre Wünsche, ließen Beläge hinzufügen und andere wieder entfernen und änderten die Größe. Nach 40 Minuten erreichte die korrekte Bestellung ihr Ziel.

"Intelligente Schnittstelle für alles"

Ein erster Test, der zeigt, wie stark Viv ist. Die Entwickler bestellten Pizza ohne einen Anruf, ohne Google-Suche, ohne zu tippen und ohne eine App herunterzuladen. Vivs Stärke liegt laut TechCrunch nicht nur im Verarbeiten von sehr komplexen Fragen und Aufgaben. Auch Folgefragen verarbeite die Software ohne Probleme und deutlich besser als direkte Konkurrenzsoftware wie Apples Siri. Noch ist die Entwicklung von Viv aber im Anfangsstadium. Bisher ist der intelligente Assistent nur eine iOS-App, in Zukunft soll er auch direkt in elektronische Geräte wie Fernseher oder Autos eingebaut werden. Außerdem gibt es noch keine Sprachausgabe, Viv antwortet auf die Fragen seiner Benutzer derzeit mit Texten und Bildern.

Die Software sei über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelt worden, hieß es. Viv sei eine "intelligente Schnittstelle für alles", zitiert TechCrunch ihren Erfinder. Dazu passt die große Offenheit der Plattform gegenüber Software von Dritten. Viv spricht die Webdienste, die es zum Beantworten von Fragen oder zum Erledigen von Aufgaben benötigt, direkt an, Extra-Apps müssen nicht installiert werden. Das Dritt-Parteien-Ökosystem zu perfektionieren sei für den Erfolg von Viv am wichtigsten, zitiert TechCrunch Kittlaus. Geräte, die Viv unterstützen, soll man an einem speziellen Symbol erkennen, das ähnlichen Wiedererkennungswert habe wie das Bluetooth- oder das Wifi-Zeichen, erklärte Kittlaus. Viv wird gekennzeichnet durch ein stilisiertes Dreieck - ein V mit einem waagerechten Strich an der Oberseite.   

Sprachassistenten wie Viv könnten die Welt des Computing und der digitalen Geschäftswelt entscheidend verändern, zitiert die Washington Post eine Forrester-Expertin für Mobile Commerce. Dank Künstlicher Intelligenz und Unmengen von Daten könnten sie die Schnittstelle werden, über die sich Milliarden von Menschen mit allen erdenklichen Dienstleistungen und Anbietern im Internet verbinden. Die Washington Post resümiert: "Es ist eine Welt, in der man ein Taxi bestellt, einen Tisch im Restaurant reserviert oder eine Kinokarte kauft, und das aus einer fortlaufenden Unterhaltung heraus - nie wieder tippen, suchen oder klicken."

Quelle: ntv.de, jwa/dpa