Technik

KI-Assistent mit viel Potenzial Viv soll Samsungs Siri werden

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Viv könnte bald das Gehirn von Samsungs Geräten werden.

(Foto: Viv)

Samsung übernimmt den intelligenten Sprachdienst Viv. Damit haben auch die Koreaner einen Heim-Assistenten mit Künstlicher Intelligenz, der ähnlich wie Apples Siri, Googles Assistant und Amazons Alexa seinen Nutzern das Leben leichter machen soll.

Das Smart Home ist kein neues Konzept mehr - es gibt längst viele Geräte im Haushalt, die in irgendeiner Form vernetzt sind, vom Lautsprecher über die Glühlampe und die Waschmaschine bis zum Heizungsthermostat. Mit der Vorstellung von Googles Assistant und Amazons Sprachassistentin Alexa, die im zylinderförmigen Echo steckt, bekam der Begriff aber noch einmal eine neue Bedeutung: Beide Konzerne bieten einen allwissenden, immer zuhörenden Assistenten mit Fernfeld-Spracherkennung, der auf Sprachkommandos reagiert und seinen Besitzern so das Leben leichter machen soll. Samsung scheint in diesem Spiel bald auch mitmischen zu wollen - die Koreaner haben jetzt den Spracherkennungs-Assistenten Viv übernommen.

Hinter Viv stecken die Väter von Siri, Apples digitaler Helferin. Die Entwickler der Sprachsteuerung hatten ihren Erstling bereits 2010 an Apple verkauft, im Herbst 2011 wurde Siri Teil des mobilen Betriebssystems iOS. Doch Dag Kittlaus und seine Kollegen, die Siri zum Leben erweckt hatten, forschten weiter. Im Mai 2016 stellten sie auf der "Disrupt"-Konferenz ihren Assistenten Viv vor. Der Dienst beantwortete im Rahmen einer Live-Präsentation komplexe Fragen zum Wetter an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit und nahm Bestellungen für eine Blumenlieferung oder den Pizza-Lieferdienst entgegen.

Gesellschaft für Alexa und Assistant

Viv sollte als universeller Assistent mit Künstlicher Intelligenz funktionieren und seinen Nutzern nicht nur komplexe Fragen beantworten und Bestellungen entgegennehmen, sondern auch im Haushalt helfen - ganz so, wie es Google und Amazon mit ihren Assistenzsystemen versprechen und wie es auch Apple mit Siri anstrebt. Der Konzern arbeitet angeblich an einem vernetzten Gerät mit Lautsprecher und Mikrofon, das Sprachbefehle von Nutzern annehmen kann.

Die Viv-Übernahme kommt zwar aus der Samsung-Mobile-Gruppe, doch die Einsatzmöglichkeiten von Viv gehen weit über die Mobilsparte hinaus. Der Konzern dürfte sein großes Sortiment an Haushaltsgeräten mit Viv ausstatten wollen, auch Unterhaltungselektronik-Geräte wie Fernseher oder Lautsprecher bieten sich dafür an. Der Vorteil von Viv: ein einheitliches "Interface" über alle (Samsung-)Geräte hinweg.

Amazons Echo erfreut sich in den USA bereits großer Beliebtheit, kürzlich hatte der Konzern den Europastart des schlauen Lautsprechers gefeiert. Google hat im Rahmen seiner Pixel-Premiere den Start von Google Home angekündigt, allerdings vorerst nur für die USA. Beide Konzerne halten ihre Dienste explizit offen für Dritte - App-Entwickler können ihre Anwendungen an Google Home und Alexa anpassen, Hersteller können die Dienste in ihre Geräte integrieren. Ähnlich offen sollte auch Viv sein, versprachen die Entwickler. Mit der Übernahme durch Samsung scheint diese Offenheit zumindest infrage gestellt, denn Samsung dürfte daran interessiert sein, vor allem seine eigenen Geräte mit dem Assistenten zu bestücken.

Quelle: ntv.de, jwa