Technik

China gegen USA Wer hat den schnellsten Computer der Welt?

Supercomputer Dresden.jpg

Auch die TU Dresden besitzt jetzt einen Supercomputer in den Top 500. Er rechnet mit rund 1,5 Petaflops.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Hälfte der zehn schnellsten Computer der Welt steht in den USA - aber besitzen die Amis auch die schnellste aller Rechenanlagen? Die neue Liste der Top-500-Supercomputer zeigt, ob einer der US-Herausforderer Chinas mächtigen "Tianhe-2" überholen konnte.

Alle sechs Monate wird die Liste der Top 500 schnellsten Rechner herausgegeben. Sie wird im Rahmen der International Supercomputer Conference ermittelt, die abwechselnd in Deutschland und in den USA stattfindet, diesmal in Frankfurt am Main. Die Liste geht zurück auf die Initiative des Mannheimer Informatikers Hans Werner Meuer, der im Januar 2014 starb.

Tianhe-2.jpg

Der chinesische Tianhe-2 bleibt mit Abstand die Nummer 1 der Supercomputer.

(Foto: picture alliance / dpa)

An der Spitze hat sich in den vergangenen sechs Monaten wenig getan, neue Rekorde wurden nicht aufgestellt. Zum fünften Mal in Folge hat es der Supercomputer "Tianhe-2" aus China auf den ersten Platz in der Liste der weltweit schnellsten Superrechner geschafft. Tianhe - zu deutsch Milchstraße - ist an der Universität für Verteidigungstechnologie in Guangzhou im Einsatz und arbeitet mit 33,86 Petaflops (Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde). Die USA, die 5 der Top-10-Supercomputer stellen, kommen den Chinesen nicht näher. Auf Platz zwei liegt das Cray-System "Titan" des Oak Ridge National Laboratory (17,59 Petaflops), auf dem dritten Platz der IBM-Supercomputer "Sequoia" des Lawrence Livermore National Laboratory, der mit 17,17 Petaflops rechnet.

Deutschland schlägt sich wacker

Auch Deutschland ist unter den Top Ten vertreten: Auf dem neunten Platz rangiert die Rechenanlage "Juqueen", die IBM für das Forschungszentrum Jülich gebaut hat. Der Superrechner schafft eine Rechenleistung von 5,0 Petaflops. Europas schnellster Computer steht in der Schweiz. Im Supercomputing Center (CSCS) in Lugano steht die Anlage vor allem für Forschungsprojekte und beispielsweise Wettervorhersagen zur Verfügung. Sie ist im Ranking aktuell auf dem sechsten Platz gelistet und kommt auf eine Leistung von 6,27 Petaflops.

Als Neueinsteiger hat es "Shaheen II" aus Saudi-Arabien mit einer Leistung von 5,53 Petaflops auf den siebten Platz geschafft. Die Anlage des US-Herstellers Cray steht in der Universität für Wissenschaft und Technologie in Jeddah. Japan ist unter den Top Ten weiterhin mit seiner Fujitsu-Anlage "Riken" vertreten. Das System am Institut für Computerwissenschaft erreicht eine Leistung von 10,51 Petaflops und belegt den vierten Platz.

Noch immer sind die Vereinigten Staaten das Land, das mit Abstand die meisten Rechner in der Liste Top 500 beisteuert, die Zahl der Platzierungen nimmt jedoch ab. In der aktuellen Liste kommen 231 Rechenanlagen aus den USA, im November 2013 waren es noch 265.
Mit 34 Supercomputern stellen die Vereinigten Staaten aber erneut die meisten Neueinsteiger. Insgesamt gibt es 87 Neuzugänge. Zwölf der Systeme stehen in Deutschland, das jetzt mit 37 Systemen vertreten ist und bei der Gesamtzahl mit China gleichgezogen hat.

Lange hatte der Computerkonzern IBM als Hersteller die Liste dominiert. Inzwischen steuert Hewlett-Packard mit 177 Anlagen 35,4 Prozent bei. IBM folgt mit 108 Systemen und 21,6 Prozent. Der US-Hersteller Cray hält mit 71 Supercomputern einen Anteil von 14,2 Prozent.

Quelle: ntv.de, kwe/dpa