Technik

Offline-Ausrede zieht nicht WhatsApp verpfeift Online-Status

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WhatsApp ist der meistgenutzte Messenger der Welt.

(Foto: WhatsApp)

Der Messenger WhatsApp ist mal wieder wegen eines Datenschutz-Problems in der Kritik: Jeder Nutzer kann sehen, wenn ein Kontakt online ist - auch wenn dieser glaubt, seinen Status zu verbergen.

Wer ungestört sein will und sich beim Chef oder dem Partner als offline abmeldet, sollte tunlichst vermeiden, über WhatsApp zu chatten. Selbst wenn in den Account-Einstellungen unter "Datenschutz" bei "zuletzt online" "niemand" steht, bleiben Aktivitäten nicht verborgen. Denn der Messenger zeigt jedem, der einen Kontakt aufruft an, ob dieser online ist. Dazu genügt es, dessen Mobilfunknummer im Adressbuch zu haben.

Zwar ist unter dem Namen nur zu sehen, ob jemand gerade in WhatsApp aktiv ist und nicht, mit wem er chattet. Doch wie der Student Flavio Giobergia in einem Blogpost beschrieben hat, ist es mit einem Script möglich, das Nutzungsverhalten einer Person aufzuzeichnen. Damit könnte beispielsweise ein Alibi widerlegt werden, Arbeitgeber könnten sehen, wie viel Zeit Angestellte mit Chatten verbringen.

WhatsApp steht immer wieder wegen seines schlampigen Umgangs mit dem Datenschutz am Pranger - manchmal auch zu Unrecht. Zuletzt empörten sich zahlreiche Nutzer, weil nach einem Update "Zuletzt online" automatisch auf "Jeder" zurückgesetzt wurde. "Stiftung Warentest" stufte den Dienst als "sehr kritisch" ein, unter anderem weil WhatsApp Adressbucheinträge an seine Server überträgt und Telefonnummern ungefragt weitergibt.

Verbraucherzentrale klagt

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat vorm Landgericht Berlin gegen WhatsApp wegen dessen ausschließlich in Englisch verfassten Allgemeinen Geschäftsbedingungen geklagt und Recht bekommen. Das Unternehmen hat allerdings Einspruch eingelegt und die AGB wurden von dem Unternehmen bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt. Das Gleiche gilt für das ebenfalls von den Verbraucherschützern eingeklagte vollständige Impressum. Nutzer haben nach wie vor nur eine Support-E-Mail-Adresse an die sie sich richten können. Eine Postanschrift, der Vertretungsberechtigte des Unternehmens oder das öffentliche Register fehlen auf der WhatsApp-Webseite. Laut vzbv wird Ende Oktober vor dem Berliner Landgericht weiterverhandelt.

Quelle: ntv.de, kwe

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