Marktberichte

VW, Brexit und Zinsen Anleger werden Yellen im Auge behalten

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Janet Yellen auf dem Monitor einer Videokamera während einer Rede an der Harvard Universität.

(Foto: REUTERS)

In der neuen Börsenwoche dürften die US-Daten spannend werden. Marktteilnehmer suchen Hinweise auf die Zinsentscheidung der Fed. Auch eine Entscheidung in Europa treibt sie immer noch um. Und VW beantwortet vielleicht ein paar offene Fragen.

In der neuen Börsenwoche dürften die Anleger erst einmal die Füße still halten. Nach dem Ende der Bilanzsaison rücken immer mehr Konjunkturdaten aus den USA in den Fokus. Da der viel beachtete Arbeitsmarktbericht aber erst für Freitag auf dem Zettel steht, wird sich am deutschen Aktienmarkt nach Ansicht von Experten bis dahin kaum etwas tun.

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"Der Dax wird mehr oder weniger auf der Stelle treten", ist sich Analyst Tobias Basse von der NordLB sicher. "Der Fokus liegt ganz klar auf der Geldpolitik und den Wirtschaftsdaten in den USA." In der vergangenen Woche gewann der deutsche Leitindex Dax angetrieben von steigenden Ölpreisen und Spekulationen auf eine weitere Zinserhöhung in den USA knapp vier Prozent auf 10.280 Punkte. An der Wall Street legte der Dow Jones 2,1 Prozent zu.

Befeuert wurden die Zinsspekulationen am Freitagabend nochmals von US-Notenbankchefin Janet Yellen, die in ungewöhnlich deutlichen Worten die Märkte auf eine baldige Erhöhung vorbereitete. Eine Anhebung sei wahrscheinlich "in den kommenden Monaten angemessen", sagte Yellen. Vom US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag erhoffen sich Investoren nun Hinweise darauf, ob die Federal Reserve die Zinsen schon bei ihrer Sitzung am 15. Juni anheben wird. Analysten rechnen mit einem Stellenaufbau von 170.000. "Der Mai-Bericht dürfte trotz des geringeren Stellenzuwachses das positive Bild des Arbeitsmarktes bestätigen", sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Einen Vorgeschmack liefern die Daten der privaten Arbeitsagentur ADP. Diese werden diesmal erst am Donnerstag veröffentlicht, da die Wall Street am Montag wegen eines Feiertags geschlossen bleibt. Auch die Konsumausgaben am Dienstag und den Fed-Konjunkturbericht "Beige Book" am Mittwoch werden Investoren auf mögliche Auswirkungen auf die Geldpolitik abklopfen. Immer mehr Börsianer rechnen mit einer weiteren Anhebung der Leitzinsen in den USA im Juni oder Juli.

Den deutschen Aktienmarkt dürfte eine Anhebung der US-Zinsen in Schwung bringen. "Eine Normalisierung des Zinsniveaus führt dazu, dass der Euro tendenziell unter Druck gerät, was wiederum den exportorientierten Firmen zugutekommt", sagt Analyst Basse.

EZB berät über weiteres Vorgehen  

Keine großen Neuigkeiten erwarten Anleger bei der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Am Leitzins oder dem Volumen des Wertpapier-Ankaufprogramms werden die Währungshüter Experten zufolge kaum rütteln. Sie erhofften sich aber Aussagen über den Start-Zeitpunkt für den Ankauf von Unternehmensanleihen. Interessant seien auch die Wachstums- und Inflationsprognosen. Eine Indikation für Letzteres könnten die europäischen Verbraucherpreise am Dienstag liefern.

Immer mehr in den Fokus rücken die Sorgen vor einem Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union. "Die Unsicherheit über den Brexit bleibt ein Prognoserisiko", sagt Anlagestratege Christian Kahler von der DZ Bank. Die Briten stimmen am 23. Juni über den Verbleib ihres Landes in der EU ab. Umfragen zufolge läuft es auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Lagern hinaus.

VW liefert Quartalsergebnisse nach

Bei den Unternehmen richten sich alle Augen auf Volkswagen. Der skandalerschütterte Autobauer liefert am Dienstag seine Ergebnisse für das erste Quartal. Börsianer werden vor allem auf die Höhe der Rückstellungen im Zusammenhang mit der Affäre um manipulierte Abgastests schauen. Eine offene Frage sei auch, ob die Wolfsburger ihre Fahrzeuge mit hohen Rabatten verkaufen müssen und dadurch die Gewinnmarge leidet.

Aktuelle Zahlen zu Neuzulassungen im Mai aus den USA am Mittwoch und Deutschland am Donnerstag geben Hinweise darauf, ob VW weitere Marktanteile verloren hat.

Quelle: ntv.de

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