Wissen

Tag und Nacht sind gleich lang Der Frühling beginnt astronomisch

Ecliptic.png

Die Darstellung des Zeitpunkts der Tagundnachtgleiche zum Frühlingsbeginn.

(Foto: S. fonsi, wikipedia)

Die Tage sind schon spürbar länger: Der Frühling ist da. Eingeläutet wird er mit einem astronomischen Phänomen, das es nur zwei Mal im Jahr gibt - und das einen wirklich außergewöhnlichen Namen trägt.

Wann genau der Frühling beginnt, hängt vom Blickwinkel des Betrachters ab. Für Meteorologen fängt er bereits am 1. März an. Botaniker und Bauern haben kein festes Datum, denn sie richten sich nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen. Astronomen hingegen bevorzugen den 20. oder 21. März für den Beginn der neuen Jahreszeit. Die Himmelsforscher berufen sich auf eine bestimmte Konstellation von Sonne und Erde, die es so nur zwei Mal im Jahr gibt - nämlich zum Frühlings- und zum Herbstbeginn.

Das Ereignis wird Äquinoktium oder Tagundnachtgleiche genannt. Wie der Name schon verrät, ist dieser Tag, genauso lang wie die Nacht. Doch warum? "Das astronomische Ereignis der Tagundnachtgleichen ist sekundengenau zu bestimmen", sagt Dr. Jan Bolte vom Zentrum für Astronomie und Astrophysik. Es ist der Moment, in dem die Sonne auf ihrem scheinbaren Weg um die Erde (Ekliptik) den sogenannten Himmelsäquator kreuzt. Das passiert zwei Mal im Jahr: einmal zu Beginn des Frühlings und ein zweites Mal zu Beginn des Herbstes. "Die beiden Schnittpunkte zwischen Ekliptik und Himmelsäquator werden passenderweise als Frühlings- und Herbstpunkt oder als Widder- und Waagepunkt bezeichnet", erklärt der Experte weiter. Das Ereignis kommt jedes Jahr um den 20. März und den 23. September vor. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt genau über dem Äquator der Erde. Beide Daten können sich durch Schaltjahre und unterschiedliche geografische Zeitzonen um bis zu einen Tag verschieben.

Die Tage werden spürbar länger

In diesem Jahr hat die Sonne am 20. März um 17.57 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit den Frühlingspunkt passiert. In Japan dagegen startete durch die Zeitverschiebung der astronomische Frühling mit der Tagundnachtgleiche am 21. März, um 01.57 Uhr. An diesem Tag ging die Sonne exakt im Osten auf und exakt im Westen unter. Das hatte zur Folge, dass beide Erdhalbkugeln genau gleichlang beleuchtet worden. Der Tag war also so lang wie die Nacht - und zwar überall auf der Erde.

Der astronomische Frühlingsbeginn hat zudem Einfluss auf die hellen Anteile am Tag. Die Dauer der Helligkeit steigt um diesen Zeitpunkt herum besonders schnell. Der Tag verlängert sich beispielsweise in Hupperath, einem Ort in Deutschland, der direkt auf dem 50. Breitengrad liegt, um ganze viereinhalb Minuten. So drastisch verlängern sich die Tage tatsächlich nur zu Frühlingsbeginn und besonders an diesem Breitengrad entlang. Die Veränderungen sind gut spürbar. Zum Vergleich: Direkt nach der Wintersonnenwende verlängern sich die Tage nur um wenige Sekunden.

Der astronomische Frühling endet übrigens mit der Sommersonnenwende, einem weiteren astronomischen Fixpunkt, der in diesem Jahr auf den 21. Juni, 12.51 Uhr, fällt.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema