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Besondere Fähigkeiten sind beschränkt Autisten überblicken kleine Areale

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Dustin Hoffmann bekam für seine Autisten-Rolle in "Rain Man" den Oscar verliehen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Manche Autisten können mit einem Blick schlagartig erfassen, welche und wie viele Gegenstände vor ihnen liegen. Das Phänomen ist seit dem Film "Rain Man” vielen Menschen bekannt und gehört zu den Inselbegabungen von Autisten. Bei einer gezielten Suche in größeren Räumen schneiden autistische Kinder hingegen schlechter ab als normal entwickelte Altersgenossen. Das berichtet ein Team um Elizabeth Pellicano vom Institute of Education in London. Die Studie wird in den "Proceedings” der US-Akademie der Wissenschaften vorgestellt.

Die Redaktion des Journals fasst die Ergebnisse wie folgt zusammen: "Autistische Kinder schlagen andere bei Suchaufgaben auf einem kleinen Areal, etwa dabei, einen Apfel auf einem Teller mit anderen Gegenständen zu finden. Sie sind aber weniger effizient bei größer angelegten Suchen, etwa der nach einem Apfel im Supermarkt."

Autisten suchen nicht systematisch

Pellicano und ihren Kollegen konstruierten einen Raum, in dessen Boden Schalter mit grünlich leuchtenden Lämpchen gleichmäßig verteilt eingelassen sind. Diese repräsentieren mögliche Fundorte für einen gesuchten Gegenstand. Die Schalter lassen sich programmieren: Verbirgt sich hinter ihnen eine "Beute" und werden sie gedrückt, dann wechseln sie ihre Farbe nach Rot. In den Experimenten programmierten die Forscher die Schalter so, dass sich 80 Prozent der "Beute" auf einer Seite des Raumes befand.

Als Probanden dienten 20 autistische und 20 normal entwickelte Kinder. Sie sollten in den 16 im Boden verteilten Lampen so schnell wie möglich alle "Beutestücke” ausfindig machen. Dabei schnitten die Autisten schlechter ab. Die anderen Kinder erkannten besser als sie, dass es ein Übergewicht auf einer Seite des Raumes gab, und drückten dort häufiger. Die Suche der Autisten verlief weniger systematisch. Autistische Kinder haben in dieser Hinsicht keine erweiterte, sondern eine eingeschränkte Kognition, folgern die Wissenschaftler.

Quelle: n-tv.de, dpa

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