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Wissenschaftliche Fragestellung Churchill befasste sich intensiv mit Aliens

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Churchill 1943 in London.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Frage nach außerirdischem Leben sind die Grenzen zwischen wissenschaftlicher Überlegung und Spinnerei gelegentlich fließend. Als überraschend weitsichtig erwies sich dabei einer, von dem man es kaum erwartet hätte: Winston Churchill.

Winston Churchill hatte viele Talente, neben seiner politischen Karriere bekam er auch noch den Literaturnobelpreis, malte und betätigte sich als Historiker. Ein nun aufgetauchter Aufsatz zeigt jedoch, dass Churchill sich außerdem mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftigte. In dem elfseitigen Dokument, das wahrscheinlich aus dem Jahr 1939 stammt, denkt Churchill über die Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens nach.

Der Aufsatz wurde in den 1950er-Jahren noch einmal aktualisiert. Er war vermutlich für eine Zeitung gedacht, wurde aber nie veröffentlicht. In den 1980er Jahren ging er an das National Churchill Museum im US-Bundesstaat Missouri. Dort entdeckte ihn der neue Direktor Timothy Riley und übergab das Papier an den israelischen Astrophysiker und Autor Mario Livio.

Der Titel lautete: "Sind wir allein im Universum?" In der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Nature" kann nun jeder nachlesen, welche Gedanken sich Churchill über mögliches nicht-menschliches Leben im All gemacht hatte. Livio kommt zu dem Schluss, dass die Überlegungen des Politikers auch heute noch unter Astrobiologen diskutiert werden.

Churchill definiert demnach Leben so, dass etwas in der Lage sein muss, sich zu vermehren und fortzupflanzen. Außerdem verknüpft er außerirdisches Leben mit der Existenz von Wasser. "Alle Lebewesen, die wir kennen, brauchen es." Man könne zwar andere Flüssigkeiten nicht ausschließen, aber "derzeit sei nichts bekannt, dass andere Annahmen zulassen würde". Deshalb gelte es, nach Planeten mit Wasser Ausschau zu halten.

Genauso halten es die Wissenschaftler bis heute. Auch mit der Annahme, es brauche eine Atmosphäre und eine geeignete Temperatur. Churchill schrieb: "Eines Tages, vielleicht sogar in nicht allzu ferner Zukunft, könnte es möglich sein, auf den Mond zu reisen oder sogar zur Venus oder zum Mars."

Angesichts der politischen Entwicklungen in Europa im Jahr 1939 zeigte sich Churchill enttäuscht von der Menschheit und ihrem zivilisatorischen Fortschritt. Er sei nicht bereit zu denken, "dass wir der einzige Punkt im ganzen Universum sind, der lebende und denkende Geschöpfe beherbergt, oder dass wir die höchste Form geistiger und körperlicher Entwicklung sind, die es je in Raum und Zeit gegeben hat."

Quelle: n-tv.de, sba

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