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Bitterer Beigeschmack Fleischkonsum zerstört Umwelt

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Um das Fleisch zu produzieren, das allein die Deutschen jedes Jahr essen, sind 8,42 Millionen Hektar nötig: Weideland und Äcker für Tierfutterpflanzen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Was wären die Deutschen ohne Schweinshaxe, Sauerbraten, Bierschinken und Weihnachtsgans? Hierzulande mag man Fleisch, daran ändert auch die steigende Zahl von Vegetariern nichts. Doch Tierfutter muss angebaut werden - und zwar auf riesigen Flächen. "Fleisch frisst Land" lautet daher das Ergebnis einer jetzt vorgestellten WWF-Studie.

Die Deutschen mögen Fleisch - 60 Kilogramm isst jeder Bundesbürger im Durchschnitt pro Jahr. Die Umwelt zahlt dafür einen hohen Preis: Eine Fläche so groß wie Österreich wird gebraucht, um den Jahresbedarf aller Deutschen an Fleisch zu produzieren. Das geht aus der Studie "Fleisch frisst Land" der Umweltstiftung WWF hervor, die die Organisation vorgestellt hat.

"Der weltweit steigende Hunger nach Fleisch hat einen bitteren Beigeschmack. Er heizt das Klima an und trägt zum Artensterben bei", warnte WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran. Die Viehwirtschaft verbrauche für den Anbau von Tierfutter mit Abstand den größten Teil der Anbaufläche weltweit und verursache fast ein Fünftel der Treibhausgasemissionen. Der Anbau von billigem Soja als Tierfutter bedrohe in Südamerika inzwischen einmalige Ökoregionen wie die brasilianische Savanne und den tropischen Regenwald.

Kleine Fläche für Spaghetti Napoli

Flächen-Fußabdruck nennt man die Fläche, die insgesamt benötigt wird, um ein Produkt herzustellen. Fleisch hat im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln einen besonders großen Fußabdruck: Hamburger mit Pommes und Salat haben einen Flächenbedarf von etwa 3,61 Quadratmetern, ein Schweinebraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen bringt es auf 3,12 Quadratmeter. Zum Vergleich: Spaghetti mit Tomatensoße schlagen nach den Berechnungen der Umweltschützer mit gerade einmal 0,46 Quadratmetern zu Buche.

Um die Umwelt zu schonen, muss nicht jeder gleich Vegetarier werden. Der WWF empfiehlt, nicht nur weniger, sondern vor allem besseres Fleisch zu essen: Bio-Produkte und sogenanntes Weidefleisch kosten zwar etwas mehr, ihr Flächen-Fußadruck aber, also die Fläche, die für ihre Herstellung verbraucht wird, ist viel geringer.

Quelle: n-tv.de, dpa