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Deutscher Astronaut auf der ISS Gerst soll ins freie All

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Alexander Gerst bezeichnet sich trotz Weltraumfluges als ein eher vorsichtiger Mensch.

(Foto: dpa)

Der Flug ins Weltall wird für Alexander Gerst immer aufregender: Nicht nur, dass er erst der dritte Deutsche ist, der die Internationale Raumstation besteigen darf - nun soll er sogar Arbeiten im freien Weltraum leisten.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst soll bei seiner Mission auf der Internationalen Raumstation ISS auch einen Außeneinsatz absolvieren. Das kündigte der Astronauten-Chef der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Thomas Reiter, in Köln an. Gerst werde dabei in einem Raumanzug durch eine Schleuse in den Weltraum hinausgehen, sagte Reiter. Der Einsatz diene Wartungsarbeiten und der Installation wissenschaftlicher Instrumente.

Gerst soll am 28. Mai zur ISS aufbrechen und ein halbes Jahr dort bleiben. Der 37-Jährige tritt in die Fußstapfen der deutschen Astronauten Thomas Reiter und Hans Schlegel, die 2006 und 2008 im Auftrag der ESA zur ISS geflogen waren.

Weltraum-Gänge dauern circa sechs Stunden

Für die ISS-Mission und speziell für den Außeneinsatz hat der Geophysiker und Vulkanexperte Gerst hart trainiert. Reiter erläuterte: "Die Ausstiege dauern im Allgemeinen circa sechs Stunden, und da muss jeder Handgriff sitzen, denn in dieser knapp bemessenen Zeit hat man ein sehr intensives Arbeitspensum."

Damit dabei auch wirklich alles funktioniert, wird vorher im Schwimmbecken geübt. In großen Wassertanks werden nachgebaute Teile der Raumstation versenkt. Um dem Astronauten das Gefühl der Schwerelosigkeit zu vermitteln, zieht er einen Taucheranzug mit Bleigewichten an.

Gerst soll neue Installation an ISS anbringen

Die geplanten Experimente von Gerst in der Raumstation decken nach Angaben Reiters ein sehr breites Spektrum ab. Sie betreffen Physik, Geologie und Materialwissenschaften. Unter anderem soll Gerst auch eine in Deutschland entwickelte Laboreinheit im Columbus-Labor der ISS einbauen. Dieser Schmelzofen testet neue Legierungen - Materialien, die in zehn Jahren vielleicht in einem neuen Flugzeug oder in einem Automotor verwendet werden.

Gerst selbst beschreibt sich als eher risikoscheuen Menschen. "Ich bin sehr vorsichtig", sagte er kürzlich. "Keiner von uns setzt sich auf eine Rakete, die nicht mehrmals ausprobiert worden ist."

Quelle: ntv.de, afr/dpa

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