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Giraffen, Elefanten, Gorillas Große Pflanzenfresser sterben aus

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Forscher schlagen Alarm: 44 der 74 Tierarten, die sie untersucht haben, sind akut vom Aussterben bedroht. Darunter auch die Rothschild-Giraffe (Giraffa camelopardalis rothschildi).

(Foto: imago stock&people)

Den großen Pflanzenfressern der Erde geht es nicht gut. Sie sind bedroht von Wilderei, der Zerstörung ihrer Lebensräume und dem Verlust ihrer Nahrungsgrundlagen. Viele Arten könnten in den nächsten Jahrzehnten von der Erde verschwinden - mit weitreichenden Folgen.

Ein internationales Forscherteam macht in einer umfassenden Übersicht im Fachblatt "Science Advances" auf die Bedrohung der großen Planzenfresser der Welt und die damit einhergehenden ökologischen und sozialen Folgen aufmerksam: Weltweit gebe es 74 Arten von Pflanzenfressern mit mehr als 100 Kilogramm Körpergewicht, schreiben die Wissenschaftler um William Ripple von der Oregon State University in Corvallis (US-Staat Oregon). Sie gehören zu elf Tiergruppen, darunter die der Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Giraffenartigen, Hornträger, Tapire und Hirsche. 44 der Arten sind laut der Internationalen Naturschutzunion IUCN schon jetzt vom Aussterben bedroht.

Vor allem die Bejagung macht den Tieren zu schaffen. Menschen töten sie wegen ihres Fleisches, aber auch, um an begehrte Körperteile heranzukommen. So habe die Jagd nach Elfenbein erheblich dazu beigetragen, dass die Zahl der Waldelfanten (Loxodonta africana cyclotis) in Zentralafrika zwischen 2002 und 2011 um 62 Prozent zurückgegangen sei, heißt es in der Studie. Und während in Südafrika 2007 etwa 13 Nashörner der Wilderei zum Opfer fielen, waren es 2013 mehr als 1000. Das Schlachten werde durch den hohen Preis befeuert, der für das Horn der Tiere gezahlt würde. Es sei mittlerweile mehr wert als Gold, Diamanten oder Kokain, schreiben die Wissenschaftler.

Kleinere Lebensräume, wachsende Viehwirtschaft

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Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis) könnten schon in 20 Jahren ausgestorben sein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Verlust ihrer Lebensräume stelle eine weitere erhebliche Bedrohung für viele große Pflanzenfresser dar, vor allem in Lateinamerika, Südostasien und Afrika. Immer mehr Wälder würden abgeholzt, um Platz für Landwirtschaft und menschliche Siedlungen zu schaffen oder um Straßen anzulegen. Für die Tiere blieben meist nur kleinere Refugien von oft geringer Qualität.

Schließlich bekämen die Wildtiere zunehmend Konkurrenz aus der Viehwirtschaft. Heutzutage würden schätzungsweise 3,6 Milliarden Wiederkäuer als Vieh gehalten, jeden Monat kämen zwei Millionen hinzu. Diese Tiere machten den Wildtieren nicht nur Weideflächen und Wasser streitig, sondern übertrügen häufig auch Krankheiten, heißt es in der Analyse weiter.

Vorhersehbare Kettenreaktion

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Der Wapiti (Cervus canadensis) ernährt sich vornehmlich von Gras.

(Foto: imago/Westend61)

Der Verlust der großen Pflanzenfresser werde weitreichende Folgen für Flora und Fauna haben, betonen die Wissenschaftler. Zum einen hinterließen sie eine Lücke in der Nahrungskette: Alle großen Fleischfresser wie Löwen, Tiger, Leoparden und Hyänen ernähren sich von den großen Pflanzenfressern. Und nach ihrem Tod ernähren die Kadaver der vegetarischen Riesen noch eine Vielzahl anderer Arten.

Neben den großen Räubern hängen auch kleinere Tierarten direkt oder indirekt von den großen Pflanzenfressern ab. Einige Fischarten ernähren sich etwa an den Fleischwunden von Flusspferden, der Dung Asiatischer Elefanten dient Amphibien während des Tages als Versteck, nennen die Forscher zwei Beispiele. Schließlich formten die Pflanzenfresser Struktur und Funktion der Landschaften. Elefanten zertrampelten die Triebe junger Pflanzen und erhielten so eine offene Landschaft. Außerdem spielten die Tiere eine bedeutende Rolle für die Verbreitung von Pflanzen. Ein Waldelefant im Kongo zum Beispiel verteile mit seinem Kot täglich etwa 345 Pflanzen 96 verschiedener Arten.

Auch für den Menschen wäre ein Verlust der Riesen deutlich spürbar, mahnen die Forscher. Etwa eine Milliarde Menschen ist demnach derzeit auf das Fleisch der Tiere für den Eigenbedarf angewiesen. Zudem verschafften sie der Tourismus-Industrie erhebliche Einnahmen und Arbeitsplätze für die oft arme Bevölkerung.

Ohne radikale Eingriffe verschwänden die großen Pflanzenfresser - und mit ihnen viele andere Arten - aus vielen Regionen der Erde, mahnen die Forscher. Um diesen Prozess aufzuhalten, müssten unter anderem die Wilderei gestoppt sowie die Lebensräume erhalten und geschützt werden, wünschenswert sei zudem, das Bevölkerungswachstum durch bessere Geburtenkontrolle zu bremsen.

Quelle: n-tv.de, sni/dpa

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