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Weltweit sinkt der Kohlenstoffspeicher Landpflanzen wachsen weniger

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Satellitenbild von Kopenhagen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wissenschaftler sind erstaunt. Von 1982 bis 1999 hatten die Landpflanzen der Erde durch steigende Temperaturen und zunehmenden CO2-Gehalt in der Luft ihr Wachstum verstärkt. Seit 10 Jahren jedoch ist eine erschreckende Trendwende zu beobachten.

Trotz der ungebremsten globalen Erwärmung speichern Landpflanzen weltweit weniger Kohlenstoff als noch vor zehn Jahren. Das haben US-Forscher bei der Auswertung von Satellitendaten festgestellt, wie sie im Journal "Science" berichten. Damit kehrt sich der rund zwei Jahrzehnte lange Trend um, dass sich mit den steigenden Temperaturen und der zunehmenden Kohlendioxid-Konzentration in der Luft auch das globale Pflanzenwachstum verstärkt.

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Johanniskraut in Thüringen.

(Foto: picture alliance / dpa)

In der Zeit von 1982 bis 1999 hatten die üppiger wachsenden Landpflanzen immer mehr Kohlenstoff gespeichert und damit auch den CO2-Anstieg in der Atmosphäre leicht gebremst. Das erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts sei nun zwar das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen, betonen Maosheng Zhao und Steven Running von der Universität von Montana in "Science". Dennoch habe sich der Trend der Vorjahre nicht fortgesetzt. Das globale Pflanzenwachstum sei stattdessen wieder geschrumpft.

Auf diese Weise seien 2009 weltweit rund 550 Millionen Tonnen Kohlenstoff weniger in Landpflanzen eingelagert worden als 2000. Bei einer durchschnittlichen Einlagerung von 53,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr entspricht das immerhin einer Abnahme um rund ein Prozent. Allerdings können Schwankungen von Jahr zu Jahr deutlich größer ausfallen, wie die Daten der Analyse zeigen. Für Wasserpflanzen haben die Forscher die Entwicklung nicht untersucht.

Regionale Unterschiede erkennbar

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Wildblumen in Südafrika.

(Foto: picture alliance / dpa)

Regional war die Entwicklung des Pflanzenwachstums sehr unterschiedlich. Während es auf der Nordhalbkugel insgesamt eher weiter zugenommen hat, sank es auf der Südhalbkugel umso stärker. Vor allem in den tropischen Regenwäldern machten die Forscher einen Rückgang aus. So lassen sich rund zwei Drittel der globalen Schwankungen in der Kohlenstoffspeicherung allein auf den Amazonas zurückführen. Als Ursache sehen die Forscher erhöhten Trockenstress, der das Pflanzenwachstum bremst, sowie die mit der Temperatur steigende Pflanzenatmung, durch die CO2 zurück in die Atmosphäre gelangt.

Generell sei in den vergangenen zehn Jahren ein Trend zu trockenerem Klima über der Südhalbkugel zu beobachten, zudem würden regionale Dürren mit dem Klimawandel weltweit häufiger. Ein schwindendes Pflanzenwachstum könne die Welternährung bedrohen sowie eine künftige Biospritproduktion gefährden, warnen die Forscher. Daher sollte das globale Pflanzenwachstum weiter genau analysiert werden, um festzustellen, ob es sich bei den Beobachtungen um eine Dekaden-Schwankung oder einen Wendepunkt handele.

Quelle: ntv.de, dpa

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