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Von Gregor Mendel zum Genom Meilensteine der Erbgutforschung

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Google Doodle am 20. Juli 2011 zum 189. Geburtstag von Gregor Mendel.

Die Genforschung ist noch nicht so alt. Seit gerade einmal rund 150 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem menschlichen Erbgut und versuchen hinter das Geheimnis der Gene zu kommen. Doch in diesem kurzen Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte ist Enormes geleistet worden.

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Die systematische Kreuzung der Erbsen führte in den 1860er Jahren zur Vererbungslehre.

Alles begann ungefähr 1860. Der österreichische Augustinermönch Gregor Mendel führte Kreuzungsexperimente mit Mäusen durch. Doch die Beschäftigung mit den niedersten Trieben der Tiere wurde ihm von bischöflicher Seite verboten. Also wandte sich Mendel der Pflanzenzucht zu. "Dem Bischof war nicht bewusst, dass auch Pflanzen ein Geschlechtsleben haben", kommentierte er selbst. Mit der systematischen Kreuzung von Erbsen unter Berücksichtigung verschiedener Merkmale gelang es Mendel, die Gesetze der Vererbung zu beweisen. Allerdings fand diese Errungenschaft damals keinerlei Beachtung.

Erst 1900 entdeckten einzelne Forscher - unabhängig voneinander - die Mendelschen Gesetze wieder und bestätigten sie.

1953 gelang es James Watson und Francis Crick, die Struktur der DNA (deutsch: Desoxyribonukleinsäure/DNS) als doppelsträngiges Molekül (Doppelhelix) zu beschreiben.

1973 produzieren Forscher ein gentechnisch verändertes Bakterium.

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Der DNA-Strang: Das menschliche Genom setzt sich aus drei Milliarden Bausteinen zusammen.

(Foto: picture alliance / dpa)

1982 kommt das erste gentechnisch hergestellte Medikament - Insulin -in den USA auf den Markt. Tausende Diabetiker erhalten damit die Möglichkeit, trotz ihrer Krankheit ein vergleichsweise normales Leben zu führen.

1988 wird in den USA auf die "Krebsmaus", in deren Erbsubstanz ein menschliches Krebsgen eingeschleust wurde, erstmals ein Patent auf ein genmanipuliertes Tier erteilt.

1989 gelang es Wissenschaftlern in den USA, mit Hilfe von Viren Gene in menschliche Körperzellen einzuschleusen.

1990 war dann offizieller Start des staatlich finanzierten, internationalen Human-Genom-Projektes zur Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes.

Im gleichen Jahr wurden auch Versuche mit der sogenannten Gentherapie begonnen. Forscher platzieren in den den Körperzellen eines immunkranken Mädchens neue Gene.

Außerdem wurde 1990 auch das deutsche Embryonenschutzgesetz verabschiedet. Es verbietet die künstliche Veränderung menschlicher Keimbahnzellen (Eizellen und Samen).

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Ein Augustinermönch wurde zum Vater der Genetik: Gregor Mendel, geboren am 20. Juli 1822.

(Foto: picture-alliance / dpa)

1997 erhielt die Debatte um das Kopieren von Menschen neuen Zündstoff. Schottische Wissenschaftler klonten ein Schaf, das Ergebnis "Dolly" erlangte weltweite Berühmtheit.

Im vergangenen Jahr präsentierten der US-Genetiker und Unternehmer Craig Venter und das staatliche Human-Genom-Projekt eine grobe Karte des menschlichen Erbguts und kündigten weitere Details für dieses Jahr an.

Am 12. Februar 2001 hielten sie Wort und veröffentlichten eine detaillierte Karte des menschlichen Genoms.

Gregor Mendel, der mit seiner Erbsenzucht der besonderen Art die Erbgutforschung in Gang setzte, gilt heute als Vater der Genetik. Heute, am 20. Juli 2011, wird er zu seinem 189. Geburtstag geehrt.

Quelle: ntv.de, asc

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