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Ursachen von Erdbeben Menschen haben Einfluss

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Einer Studie zufolge wurde das Erdbeben im spanischen Lorca vom Mai 2011 durch Grundwasserentnahme ausgelöst.

(Foto: dpa)

Naturkatastrophen entstehen oft durch menschlichen Einfluss. Auch Erdbeben können von Menschen verursacht oder verhindert werden - zumindest zum Teil. Das finden kalifornische Wissenschaftler am Beispiel des schweren Bebens von Lorca heraus.

Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben neue Anhaltspunkte dafür gefunden, dass Erdbeben zumindest teilweise auch vom Menschen verursacht werden können. Die Forscher um Pablo Gonzalez von der kanadischen University of Western Ontario untersuchten das Erdbeben nahe der südwestspanischen Stadt Lorca, bei dem im Mai vergangenen Jahres neun Menschen starben und mindestens hundert weitere verletzt wurden. Laut ihrer im britischen Fachmagazin "Nature Geoscience" veröffentlichten Studie war das massenhafte Abpumpen von Grundwasser mitverantwortlich für das Beben.

Erdbeben-Experten waren damals überrascht darüber, dass das Beben so gewaltige Schäden verursachte, obwohl es mit einer Stärke von 5,1 nicht besonders heftig ausfiel. Die Forscher fanden nun heraus, dass das Beben sich in nur drei Kilometern Tiefe an einer bereits existierenden seismischen Bruchlinie ereignete. Nahe dieser Bruchlinie war aus einer Grundwasserschicht in großem Stil Wasser abgepumpt worden. Dadurch entstanden Risse in der Erdkruste, was zu neuen Spannungen an der Bruchlinie selbst führte, die bei dem Beben dann viel leichter aufbrach.

Die Forscher stützen sich auf Satellitenaufnahmen aus der Zeit vor und nach dem Erdbeben. Sie fanden zudem heraus, dass der Grundwasserspiegel in dem Gebiet zwischen 1960 und 2010 um mindestens 250 Meter absank. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Aktivitäten des Menschen einen Einfluss darauf haben könnten, wie und wann sich Erdbeben ereignen", heißt es in der Studie.

In einem Begleitkommentar schreibt der Geologe Jean-Philippe Avouac vom California Institute of Technology, das Abpumpen von Grundwasser habe vermutlich natürliche Prozesse beschleunigt und nicht das Beben selbst ausgelöst. Die Ergebnisse der Studie hätten aber weitreichende Folgen: So stelle sich die Frage nach dem Risiko der unterirdischen Speicherung von Kohlenstoffdioxid im Kampf gegen den Klimawandel.

Quelle: ntv.de, AFP