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Donnerstag, 03. Juni 2010

Eigenarten der Natur: Mottenspucke verbessert Ernte

In Feldstudien finden Forscher heraus, dass sich die Kartoffelernte verdoppelt, wenn ein Fünftel der Pflanzen von den Larven der Guatemala-Kartoffelmotte befallen sind. Ursache sind die Inhaltsstoffe im Speichel der Tiere.

Die Miniermotte richtet seit Jahren europaweit erheblichen Schaden an Kastanienbäumen an.
Die Miniermotte richtet seit Jahren europaweit erheblichen Schaden an Kastanienbäumen an.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die Spucke einer speziellen Mottenart kann den Ertrag bei der Kartoffelernte extrem verbessern. Zu dieser überraschenden Erkenntnis sind Göttinger Agrarwissenschaftler bei einer Studie in Kolumbien gelangt. Wenn die Pflanzen von Larven der Guatemala-Kartoffelmotte (Tecia solanivora) befallen seien, steigere sich die Ausbeute an Erntekartoffeln zum Teil auf mehr als das Doppelte, teilte die Universität Göttingen mit.

Die Ursache: Im Speichel der Larven befinden sich Wirkstoffe, die die Pflanzen anregen, größere Knollen zu produzieren. Sie versucht, so den Fraßverlust auszugleichen.

Befallene Knollen leiden

Das internationale Team um die Agrarökologin Katja Poveda wollten in ihrer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Studie eigentlich untersuchen, welche Schäden die Larven der Motte auf den Kartoffelfeldern in den kolumbianischen Anden anrichten. Stattdessen fanden sie heraus, dass die Kartoffeln stärker wachsen.

Kartoffelblüte auf einem Feld in Dortmund.
Kartoffelblüte auf einem Feld in Dortmund.(Foto: picture-alliance / dpa)
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Die befallenen Knollen selbst bleiben zwar kleiner, die gesunden Knollen jedoch werden deutlich schwerer. In Feldstudien, bei denen bis zu 20 Prozent der Kartoffelpflanzen infiziert waren, fiel die Ernte immerhin doppelt so hoch aus wie bei gesunden Pflanzen.

Für die Kartoffelbauern kann das Ergebnis der Untersuchung nach Einschätzung der Göttinger Agrarökologen weitreichende Folgen haben. Dann nämlich, wenn es gelingen könnte, den Speichel der Mottenlarven gezielt zur Ertragssteigerung zu nutzen. Die Originalarbeit ist im Fachjournal "Ecological Applications" veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de