Wissen

Probleme beim Seismografen Nasa sagt Mars-Misson "InSight" ab

64552370.jpg

Mit einer Sonde im Mars-Boden sollte der Wärmefluss des Planeten erforscht werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Er sollte eigentlich das Innere des Planeten Mars erforschen. Doch der Start des Nasa-Roboters "InSight" im Frühjahr fällt nun flach. Grund ist ein technisches Problem an einem wichtigen Messgerät. Ob "InSight" jemals starten wird, ist unklar.

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat ihre für März 2016 geplante Mars-Mission abgesagt. Es gebe ein Problem mit einem von der französischen Weltraumbehörde CNES bereitgestellten Seismografen, der mit dem Roboter "InSight" zum Roten Planeten fliegen sollte, erklärte die Nasa. Versuche, ein Leck an der Vakuumdichtung des Geräts zu reparieren, seien fehlgeschlagen. Für einen Start im März 2016 sei die Mission daher "nicht bereit", sagte der Nasa-Wissenschaftler John Grunsfeld.

Der Roboter "InSight" sollte auf der Marsoberfläche die Entwicklung des Planeten erforschen und herausfinden, ob sein Kern fest ist oder flüssig wie bei der Erde. Dazu sollte "InSight" unter anderem seismische Aktivitäten messen und eine Bohrung zur Messung des Wärmeflusses vornehmen. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler wichtige Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte aller erdähnlichen Planeten wie etwa Mars, Venus und Merkur. Die Kosten des Projekts betragen insgesamt 425 Millionen Dollar (389 Millionen Euro).

Absage ist "ein harter Schlag"

Der geplatzte Starttermin im März dürfte die Mission nun drastisch verzögern oder sogar ganz gefährden: Marsflüge sind nur alle zwei Jahre möglich. Der nächste Starttermin wäre im Mai 2018. Die Nasa ist noch nicht sicher, ob sie angesichts enger Budgetgrenzen an der Mission festhält.

Die Entscheidung werde "in den kommenden Monaten" fallen, sagte Grunsfeld. Andere Mars-Missionen seien von der Absage nicht betroffen. Auch eine bemannte Mars-Mission werde weiter für die 2030er-Jahre anvisiert.

CNES-Leiter Jean-Yves Le Gall sagte, die Absage der Mission sei "ein harter Schlag". Die einzige gute Nachricht sei, dass das Problem mit dem französischen Gerät noch auf der Erde entdeckt wurde. Der Chef des CNES-Raumfahrtzentrums in Toulouse, Marc Pircher, versprach, eine Lösung für das Problem zu finden. Bis zu dem Zeitfenster für einen Start im kommenden Jahr werde dies aber nicht gelingen. Am Bau des Seismografen war auch das deutsche Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung beteiligt, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unterstützt wird.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP/dpa

Mehr zum Thema