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Über einem der berühmtesten Gletscher Neuseelands, The Tasman. Seit 1990 hat sich das Eis durchschnittlich um 180 Meter pro Jahr zurückgezogen. Tasman Lake am Endpunkt des Gletschers ist eine Folge des Rückgangs des Gletschers, vor 1973 gab es ihn nicht.
Über einem der berühmtesten Gletscher Neuseelands, The Tasman. Seit 1990 hat sich das Eis durchschnittlich um 180 Meter pro Jahr zurückgezogen. Tasman Lake am Endpunkt des Gletschers ist eine Folge des Rückgangs des Gletschers, vor 1973 gab es ihn nicht.(Foto: Niwa/Dave Allen)
Freitag, 11. Mai 2018

"Das war das schlimmste Jahr": Neuseeland verliert seine Gletscher

Ein neuseeländisches Institut lässt Luftaufnahmen von mehr als 40 Gletschern des Pazifikstaates machen. Nach der Auswertung der Daten kommt die erschreckende Erkenntnis: In den letzten 40 Jahren gingen 30 Prozent des Eises verloren.

In Neuseeland schmelzen die Gletscher nach einer Studie langsam dahin. Das Nationale Institut für Wasser- und Atmosphärenforschung (National Institute of Water and Atmospheric Research, Niwa) veröffentlichte einen Bericht, wonach die Gletscher des Pazifikstaats in den vergangenen vier Jahrzehnten 30 Prozent ihres Eises verloren haben. Grundlage dafür sind Luft-Aufnahmen von heute und aus früheren Jahren. In den vergangenen Monaten - nach einem ungewöhnlich heißen Sommer - war die Schmelze besonders arg.

Der Gletscherforscher Trevor Chinn vom Niwa sagte: "Das war das schlimmste Jahr, das wir je erlebt haben." Mehr als die Hälfte der Gletscher hätten nicht nur das hinzugewonnene Eis des vorigen Winters, sondern auch das Eis des Winters ein Jahr zuvor wieder verloren. Schuld daran sei der Klimawandel. Der Klima-Experte Andrew Lorrey - ebenfalls vom Niwa - meinte: "Gletscher lügen nicht."

Luftaufnahmen von über 40 Gletschern

Für die Studie ließ das Institut Luftaufnahmen von mehr als 40 neuseeländischen Gletschern machen. Zu den bekanntesten Gletschern des Inselstaats auf der anderen Seite der Erdkugel gehört der Franz-Josef-Gletscher, ein etwa zehn Kilometer langer Gletscher auf der Westseite der neuseeländischen Alpen.

Erst im März wurde eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Bremen und Innsbruck im Fachmagazin "Nature Climate Change" veröffentlicht, der zufolge die Gletscher weltweit weiter schmelzen werden, selbst wenn sich alle Länder an das internationale Klimaabkommen von Paris halten. Danach werden etwa 36 Prozent des Gletschereises langfristig verloren gehen.

Der Grund: Die Gletscher reagieren langsam auf klimatische Veränderungen. Deshalb wird sich erst im nächsten Jahrhundert zeigen, ob der Klimaschutz erfolgreich war. Die Wissenschaftler haben errechnet, dass jedes Kilogramm Kohlendioxid, das wir heute ausstoßen, langfristig 15 Kilogramm Gletschereis schmelzen lässt.

Quelle: n-tv.de