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Die Dornenkronen-Seesterne tragen zur Zerstörung des Korallenriffs bei.
Die Dornenkronen-Seesterne tragen zur Zerstörung des Korallenriffs bei.(Foto: dpa)
Mittwoch, 03. Oktober 2012

Rettungsaktion für Great Barrier Reef: Regierung will Seesterne abtöten

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Man habe das Great Barrier Reef jahrzehntelang vernachlässigt, sagt die australische Regierung und verspricht, nun mehr zu tun, um das Korallenriff zu schützen. Taucher sollen etwa die Seesterne, die sich von Korallen ernähren, einzeln abtöten.

Nach der Veröffentlichung einer Langzeitstudie über den Hälfte der Korallen verschwunden hat die australische Regierung eingeräumt, dass das Riff jahrzehntelang vernachlässigt wurde. "Ich vermute, die Studie hat Schockwellen durch viele Haushalte geschickt", sagte Umweltminister Tony Burke im Fernsehsender ABC.

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Das Ergebnis der Studie, wonach das Riff in den vergangenen 27 Jahren mehr als die Hälfte seiner Korallen verloren hat, habe die Vermutungen übertroffen, so Burke weiter. Seitens der Regierungen habe es über Jahrzehnte ein hohes Maß an Vernachlässigung gegeben.

Burke sprach sich für ein konsequentes Vorgehen gegen die Dornenkronen-Seesterne aus, die sich von Korallen ernähren und die von den Forschern nach den Tropenstürmen als zweitwichtigste Ursache für den Verlust der Korallen ausgemacht wurden. Die gezielte Tötung der Seesterne durch Taucher, die ihnen einzeln Natriumhydrogensulfat spritzten, sei "mühsam", aber "die wirksamste Methode, die wir je hatten".

Hunderte Millionen Dollar investiert

Der Studie zufolge würde eine Verbesserung der Wasserqualität des Great Barrier Reef bereits für einen Rückgang der Dornenkronen-Seesterne sorgen. Burke sagte, die jetzige australische Regierung habe mit ihrem Rettungsprogramm für das Riff in den vergangenen fünf Jahren hunderte Millionen Dollar investiert, etwa in Projekte für die Vermeidung der Schäden durch Abwässer und die Landwirtschaft.

Die umfassende Studie wurde von Forschern des Australischen Instituts für Meereskunde (AIMS) und der Universität von Wollongong erstellt. In die Untersuchung flossen 2258 Erhebungen aus den vergangenen 27 Jahren ein. Den Wissenschaftlern zufolge könnte sich die Zahl der Korallen im Great Barrier Reef bis zum Jahr 2022 erneut halbieren, wenn sich der Trend fortsetze.

Die weltberühmten Korallen am Great Barrier Reef erstrecken sich vor der Küste des Bundesstaats Queensland im Nordosten Australiens über 345.000 Quadratkilometer. Das Riff gilt als der größte lebende Organismus der Welt. Es besteht aus 400 unterschiedlichen Korallenarten und beherbergt 1500 Fischarten sowie 4000 Arten von Weichtieren. Zudem leben dort viele gefährdete Tiere wie der Dugong (Seeschwein) oder die Große Grüne Meeresschildkröte.

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Quelle: n-tv.de