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Hauptschuld bei Landwirtschaft Studie sieht deutlich mehr Feinstaub-Tote

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Beim Düngen mit Gülle oder in der Massentierhaltung entstehen Ammoniak-Ausgasungen, die sich in der Atmosphäre mit anderen Gasen zu Feinstaub verbinden.

(Foto: imago/blickwinkel)

Feinstaub-Belastung in der Luft führt zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislaufproblemen. Das kann auch mit dem vorzeitigen Ableben enden. In Deutschland gibt es laut einer Studie davon deutlich mehr Fälle als angenommen. Ein Hauptschuldiger ist bereits ausgemacht.

In Deutschland sterben Forschern zufolge deutlich mehr Menschen an den Folgen von Feinstaub als bislang angenommen. Laut einer Untersuchung des Max-Planck-Instituts (MPI) für Chemie in Mainz kommen hierzulande rund 120.000 Menschen pro Jahr wegen Feinstaub vorzeitig ums Leben, wie ARD und WDR berichten. Die Zahl ist fast doppelt so hoch wie Angaben der Europäischen Umweltagentur EEA aus dem Jahr 2017. Die Experten waren von 66.000 vorzeitigen Todesfällen in Deutschland ausgegangen.

Eine erhöhte Belastung mit Feinstaub steht im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislaufproblemen. Die kleinsten Partikel bergen dabei die größte Gefahr für die Gesundheit, weil sie tief in die Lungen eindringen können.

Studie unterstützt Umbau der Tierhaltung

Die Mainzer Studie ist noch nicht als begutachteter Artikel in einem Fachjournal erschienen. Das MPI wollte auf Anfrage weder Einblicke in die Studie geben, noch Fragen dazu beantworten. Das macht eine Einschätzung der Untersuchung schwierig. Auch das Umweltbundesamt in Dessau wollte sich nicht dazu äußern, weil die Studie noch nicht im Detail bekannt sei.

Die neue Untersuchung aus Mainz basiert nach "ARD"-Angaben auf Daten von 40 internationalen Studien aus 16 Ländern. Die Landwirtschaft sei demnach für rund 45 Prozent der Feinstaub-Belastung verantwortlich. Insbesondere die Massentierhaltung trage dazu bei. Ammoniak-Ausgasungen verbinden sich dem Bericht zufolge in der Atmosphäre mit anderen Gasen und werden zu Feinstaub. Nach Einschätzung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) liefert die Studie indes weitere gute Gründe für den überfälligen Umbau der Tierhaltung.

Bauernverband wehrt sich

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sagte auf der Grünen Woche in Berlin: "Feinstaub hat es in der Landwirtschaft immer schon gegeben, den wird es auch zukünftig geben." Die Studie müsse noch bewertet werden. "Was ich aber wirklich kritisiere, das sind die Rückschlüsse, die gezogen werden." Die dort enthaltene "Todesfall-Statistik" halte er für "hochgradig unseriös" und für "ein Stück weit unmoralisch".

Deutschland hatte sich im Jahr 2001 verpflichtet, die Ammoniakemissionen ab 2010 unter einen Wert von 550.000 Tonnen pro Jahr zu begrenzen. Tatsächlich aber wird der Wert seit Jahren regelmäßig überschritten, wie es in dem Bericht heißt.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/AFP

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