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Zusammenhänge noch unklar Tornados konzentrieren sich auf wenige Tage

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Eine genaue Ursache für die Veränderungen in der Tornadosaison konnten die Forscher bisher nicht finden.

(Foto: REUTERS)

In den USA wird die Tornado-Saison offenbar immer kürzer. Unverändert bleibt indes die Zahl der Wetter-Phänomene. Diese über Jahrzehnte beobachtete Entwicklung wird sich vermutlich fortsetzen.

Die Gesamtzahl der Tornados in den USA ist in den vergangenen 60 Jahren gleich geblieben, doch die Zeiten ihres Auftretens haben sich stark verändert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Harold Brooks von der National Oceanic and Atmospheric Administration in Norman (US-Bundesstaat Oklahoma) und seinen Kollegen. So sei die Anzahl der Tage mit mehr als 30 Tornados in den vergangenen 15 Jahren deutlich angestiegen.

"Ob der Klimawandel einen Einfluss auf das Auftreten von Tornados in den USA hat oder nicht, ist zu einer Frage von großem öffentlichen und wissenschaftlichen Interesse geworden", schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Science". "Aber Veränderungen in der Beschreibung von Tornados haben es schwer gemacht, diese Frage überzeugend zu beantworten." Auch seien Voraussagen bis heute nicht möglich. Die Wetterbedingungen, die die Forschung für die Entstehung von Tornados gefunden habe, könnten ebenso gut nur zu einem schweren Gewittersturm führen.

Brooks und sein Team werteten die Daten der offiziellen Tornado-Datenbank der USA mit neuen statistischen Ansätzen aus. Sie befassten sich mit dem Zeitraum von 1954 bis 2013, wobei sie schwächere Tornados außer Acht ließen. Die Anzahl der Tornados hat sich demnach im langjährigen Mittel nicht geändert, wohl aber ihre Verteilung.

Noch mehr Tornados befürchtet

So war beispielsweise der Beginn der Tornadosaison – definiert als 50. Tornado in einem Kalenderjahr – in den vergangenen 15 Jahren heftigen Schwankungen unterworfen: In den ersten 43 Jahren der Datenreihe habe dieser Beginn 40 Mal zwischen dem 1. März und dem 10. April gelegen, in den vergangenen 17 Jahren dagegen nur 6 Mal, schreiben die Forscher.

Die gleiche Anzahl an Tornados verteilt sich heute auf weniger Tage: Gab es in den Jahren ab 1954 noch etwa 150 Tage mit mindestens einem Tornado, sind es heute nur noch rund 100 Tage. Auf der anderen Seite hat sich aber die Anzahl der Tage mit mehr als 30 Tornados erhöht: Allein neun waren es 2011, mehr als im gesamten Zeitraum von 1961 bis 1981. Auch in den beiden tornadoreichsten Jahren zeigen sich die Veränderungen: Die 888 Tornados im Jahr 1973 verteilten sich auf 187 Tage, die 897 Tornados von 2011 hingegen nur auf 110 Tage.

Womit diese Veränderungen zusammenhängen - ob etwa mit dem Temperaturanstieg durch den Klimawandel - sei derzeit nicht bekannt, schreiben Brooks und Kollegen. "Gleichwohl, wenn die Schwankungen stärker werden, könnte dies zu einer noch größeren Konzentration von Tornados an noch weniger Tagen führen."

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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