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Extremwetter, Borkenkäfer, Pilz Wälder leiden unter Katastrophenjahr

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Ein Student zeigt in einem Wald in Lich (Hessen) die Auswirkungen der Rußrindenkrankheit mit den aufsteigenden Sporen an der Rinde eines der etwa 30.000 kranken Ahornbäume, die gefällt werden müssen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nirgendwo ist man so mit der Natur verbunden wie im Wald. Doch die Wälder auf der Erde schrumpfen. Hierzulande sind Extremwetterlagen und Parasiten auf dem Vormarsch. Vor allem ein eingewanderter Baumpilz rafft massenhaft Ahornbäume dahin.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat zum Internationalen Tag des Waldes auf die Schäden durch Extremwetter aufmerksam gemacht. "Das vergangene Jahr war für unsere Wälder ein Katastrophenjahr, die Schäden sind beunruhigend", erklärte Klöckner. Als Gründe nannte sie die Rekorddürre, Sturmschäden im Winter und Sommer sowie den Borkenkäferbefall. Mehr als 30 Millionen Kubikmeter Schadholz seien angefallen.

Klöckner erinnerte auch daran, dass Wälder entscheidende Aufgaben als "Klimaschützer, Lieferant für Holz, Erhalter von Biodiversität und Erholungsort für die Bürgerinnen und Bürger" erfüllten. Die CDU-Politikerin will Waldeigentümer nach eigenen Angaben steuerlich entlasten und sich mit den Bundesländern für weitere Hilfen einsetzen. Mehrere Vorhaben seien bereits auf den Weg gebracht, zum Beispiel zur Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden oder zur Wiederaufforstung.

Baumpilz auch für Menschen gefährlich

Rußrindenkrankheit

Die Rußrindenkrankheit, die durch den Pilz Cryptostroma corticale ausgelöst wird, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wurde in Deutschland erstmals 2005 in der Nähe von Karlsruhe nachgewiesen.

Der sogenannte Schwäche-Parasit setzt sich zwischen Rinde und Holz und wächst. Das lässt die Rinde platzen und es bildet sich ein schwarzer-schleimiger Film, der an Ruß erinnert. Innerhalb weniger Monate stirbt der Baum aufgrund dieser Infektion ab.

Die Sporen der Pilze können gesundheitsschädliche Auswirkungen bei Menschen hervorrufen. Aus diesem Grund sollten Menschen mit Atemwegsproblemen oder einem geschwächten Immunsystem die betroffenen Regionen meiden.

Doch Extremwetter und Borkenkäfer sind nicht die einzigen Umstände, die zum Schwinden von Waldflächen führen. Von der sogenannte Rußrindenkrankheit, die vor allem Ahornbäume befällt, sind landesweit bereits mehrere zehntausend Bäume betroffen. Unter anderem in Meerbusch (NRW), im hessischen Lich und in Leipzig (Sachsen), berichtet die "Bild"-Zeitung. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, mussten diese Bäume rasch gefällt werden. Die Krankheit, die durch einen Pilz namens Cryptostroma corticale ausgelöst wird, tötet nicht nur Bäume, sie kann auch für Menschen gefährlich werden.

Die Sporen der Pilze fliegen durch die Luft und können auf diesem Weg auch in Lungen von Menschen eindringen. Das kann nicht nur zu Allergien, sondern sogar zu Entzündungen der Lungenbläschen führen. Reizhusten, Atemnot und Schüttelfrost können dann bei der sogenannten Farmerlunge als Symptome auftreten. Das Fällen von Bäumen mit der Rußrindenkrankheit darf deshalb nur mit speziellen Schutzmaßnahmen für die Atemwege ausgeführt werden.

Der massenhafte Befall ist auf den besonders langen, heißen und trockenen Sommer des letzten Jahres zurückzuführen. Die Bäume sind geschwächt, so dass der Parasit leichtes Spiel hat, sich zwischen Rinde und Holz festzusetzen. Dort störe er die Nährstoff- und Wasserversorgung der geschwächten Bäume, wird Christian Hönig, Referent für Baumschutz beim BUND Berlin, durch "Bild" zitiert. Gesunde Bäume hingegen können sich meistens mit speziellen Mechanismen gegen den Pilz wehren. Die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung zwischen Ahornbäumen ist dennoch aufgrund von Sporen, die durch die Luft fliegen, relativ groß.

Quelle: n-tv.de, jaz/AFP