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Klimawandel in der Arktis Warmes Wasser lähmt Eisfabrik

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Die Laptev-See steuert allein knapp ein Drittel zur arktischen Meereisproduktion bei.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

In die sogenannte Eisküche der Arktis schwappt immer mehr warmes Wasser, so dass sie immer weniger Eis produziert. Dies stellten deutsche und russische Wissenschaftler bei einer fünfwöchigen Expedition in die an Nordsibirien grenzende Laptev-See fest. Die Folgen seien unabsehbar, teilt das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) mit: Die Arktis hat großen Einfluss auf das weltweite Klima. Die Forscher untersuchen dort Auswirkungen des Klimawandels auf das Meereis in der Region. Sie sind besorgt darüber, dass Ausmaß und Geschwindigkeit des Klimawandels in der Arktis besonders stark zunehmen. So habe die Meereisbedeckung im Sommer in den vergangenen 30 Jahren um fast 40 Prozent abgenommen.

"Auch wenn wir die komplizierten Mechanismen noch nicht vollkommen durchschaut haben, können wir sagen, dass verschiedene Faktoren die Oberflächentemperatur kontinuierlich ansteigen lassen und die Eisproduktion zurückgeht", sagt die Leiterin des seit mehreren Jahren laufenden Projekts "Laptev-See-Polynja", Heidemarie Kassens von IFM-GEOMAR. "Das Eis wird dünner und die Ausdehnung im Sommer erreichte 2010 wieder Minimalwerte vergleichbar dem absoluten Minimalrekord im Jahr 2007."

Der leitende Ozeanograph Sergey Kirillov zeigte sich vor allem besorgt über das deutlich wärmere Wasser in verschiedenen Tiefen. Es könne direkt für eine zeitlich verzögerte und vor allem verminderte Meereisbildung verantwortlich gemacht werden. Das in der Arktis produzierte Meereis wandert mit der Transpolardrift bis nach Grönland, so dass sich Änderungen in der Menge direkt auf das europäische Klima auswirken. Die Laptev-See steuert allein knapp ein Drittel zur arktischen Meereisproduktion bei. An der Expedition "TRANSDRIFT XVII" nahmen Wissenschaftler aus Kiel, Bremerhaven, Tiksi und St. Petersburg (beides Russland) teil.

Quelle: n-tv.de, dpa

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