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Das größte Tier aller Zeiten Wie Argentinosaurus sich fortbewegte

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Eine Junge vor den Füßen eines 8 Meter hohen und 18 Meter langen Argentinosaurus in einer Ausstellung in Bonn. (Archivbild von 2009)

(Foto: picture alliance / dpa)

40 Meter Länge und 80 Tonnen Gewicht: Der Argentinosaurus ist das größte und schwerste Landtier der Erdgeschichte. Forscher rätseln seit Langem, wie sich der Koloss fortbewegte und wie Skelett und Muskeln den Belastungen der Bewegung standhielten. Erste Antworten gibt es jetzt.

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Das Skelett eines Argentinosaurus Huinculensis, dem größten Pflanzenfresser der Welt, in einer Ausstellung in Rosenheim. (Archivbild von 2009)

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ausgewachsene Argentinosaurier waren mit einer Länge von etwa 40 Metern und  einem Gewicht von mehr als 80 Tonnen alles andere als flinke Landbewohner. Aber immerhin konnten sie ihre massigen Körper überhaupt fortbewegen, berichtet ein britisch-argentinisches Forscherteam im Fachblatt "Plos One". Die Wissenschaftler hatten das Skelett eines Argentinosauriers mit Lasertechnik gescannt und am Computer die wahrscheinlichen Bewegungsabläufe des Ungetüms rekonstruiert. Diese erreichten demnach wohl ein Tempo von etwa 7 km/h beim Gehen.

Das Skelett, das die Forscher um Irvin Sellers von der University of Manchester (Großbritannien) scannten, ist in einem argentinischen Museum ausgestellt. Es ist eine Rekonstruktion eines Argentinosaurus huinculensis, einem zu den Titanosauriern gehörenden Dinosaurier, der vor etwa 94 Millionen Jahren lebte. Von diesen Dinosauriern sind nur sehr wenige fossile Überreste erhalten.

Simulation am Computer

Die Forscher fütterten anschließend ein Computermodell mit diesen und ergänzenden Daten. Sie ermittelten zum Beispiel über den Vergleich mit lebenden Tieren die Muskelmasse, die wahrscheinlichen Eigenschaften der Muskeln und die Beweglichkeit der Gelenke. Unter den gewählten Voraussetzungen und mit einer speziellen Software starteten sie dann die Simulation und ließen den Dino am Computer vorwärts laufen.

"Das Wichtige ist, dass diese Tiere keinem heute lebenden Tier gleichen, so dass wir nicht einfach ein modernes Tier kopieren können", erläutert William Sellers, der Erstautor der Studie. "Unser Maschinen-Lernsystem basiert nur auf den Informationen, die wir von dem Dinosaurier haben und sagt das wahrscheinlichste Bewegungsmuster vorher."

Die Simulation zeige, dass ein 83 Tonnen schwerer Dinosaurier mechanisch in der Lage war, sich langsam fortzubewegen. Damit nähere man sich einer funktionalen Grenze, schreiben die Forscher. Größere Landwirbeltiere seien möglicherweise denkbar. Diese müssten allerdings einen anderen Körperbau oder ein anderes Verhalten gehabt haben, weil ihre Muskeln nicht in der Lage gewesen wären, ein Zusammenbrechen der Gelenke zu verhindern.

Quelle: ntv.de, dpa