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Studie zeigt Verblüffendes Wie die Rente das Sterberisiko erhöhen kann

Senioren

Nicht für jeden ist die Rente das ersehnte Ziel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Ruhestand ist nicht für alle Arbeitnehmer eine Erlösung. Wer gern zur Arbeit gegangen ist, vermisst diese womöglich und gerät in die soziale Isolation. Die Folge ist ein erhöhtes Sterberisiko, zeigt eine Studie.

Die Rente - endlich die Füße hochlegen, Fünfe gerade sein lassen und in den Tag hinein leben. Für die einen klingt das himmlisch, für andere ist es der Horror. Wer sein Leben lang geschuftet hat, harte Jobs auf dem Bau oder der Putzkolonne erledigt hat, für den ist der Ruhestand oft eine Erlösung. Wer dagegen Freude am Beruf hatte, den beschleicht eher die angstvolle Frage: Was mache ich jetzt bloß?

Eine Studie hat nun gezeigt, dass es dabei sogar um Leben und Tod geht. Die Rente führt dazu, dass mehr Menschen als normal in ihrer Altersgruppe sterben - oder zum Gegenteil. Kurz gesagt: Von denen, die sich auf die Rente freuen, sterben weniger. Von denen, die die Arbeit vermissen, sterben mehr. Darüber berichtet die "Süddeutsche Zeitung" - sie zitiert aus den bislang unveröffentlichten Forschungen des Wissenschaftlers Matthias Giesecke vom RWI-Institut für Wirtschaftsforschung.

Folgendes fand der Experte heraus: Wenn Männer mit 63 in Rente gehen, sinkt die Sterblichkeit um ein bis drei Prozent. Heißt: Von 100 Männern sterben bis zu drei weniger als im Bundesdurchschnitt in dieser Altersgruppe. Kein großer Effekt, aber nachweisbar. Die meisten in dieser Gruppe sind die Malocher, diejenigen, die Knochenjobs hatten und froh sind, dass es vorbei ist.

Unter Besserverdienenden sterben mehr

Anders sieht es bei denen aus, die besser verdient haben - laut Bericht mehr als 30.000 Euro. Sie hatten oftmals eine Stelle bei der Stadt oder anderswo beim Staat. Wenn sie mit 65 in Rente gehen, sterben überdurchschnittlich viele von ihnen. Bei Männern steigt die Sterberate um drei, bei Frauen sogar um viereinhalb Prozent. Das liegt - so der Bericht der "Süddeutschen Zeitung" - daran, dass diesen Leuten die Arbeit fehlt. Zum Beispiel das Ansehen, das diese mit sich brachte. Oder die netten Kollegen. Zu Hause warten dann stattdessen Langeweile und Einsamkeit.

Manchen setzt die Isolation so sehr zu, dass sie krank werden und im Extremfall sogar sterben. Doch das muss nicht so sein - wer in Teilzeit weiter arbeitet oder vielleicht ein Ehrenamt übernimmt, hat wieder etwas zu tun und fühlt sich nicht so nutzlos. Auch Sport lässt diese Gefahr verschwinden. Und überhaupt: Viel gefährlicher als die Rente seien sowieso Alkohol und Zigaretten, heißt es in dem Bericht.

Quelle: n-tv.de, vpe

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