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Ergebnisse von Computersimulationen Windfarmen beeinflussen Wetter

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Blätter von Windrädern verwirbeln die Luft und verändern damit die Temperatur in Bodennähe. Das erkennen US-Forscher an Computersimulationen und liefern gleich die Lösung des Problems mit.

Windfarmen beeinflussen das lokale Wettergeschehen. Sie verändern die Lufttemperatur in Bodennähe, berichten US-Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften. Die Rotoren haben demnach eine stärkere Durchwirbelung der Luftschichten zur Folge. Der Effekt ließe sich verhindern, wenn die Rotorblätter der Windräder künftig verändert würden – oder aber die Windparks nur noch in solchen Gegenden aufgestellt werden, die von Natur aus mehr Turbulenzen aufweisen.

Die neuen Hinweise wurden bislang vor allem von Computersimulationen geliefert, schreiben Somnath Baidya Roy und Justin Traiteur von der University of Illionois (Urbana/US-Staat Illinois). Nur in einer Untersuchung seien die Temperaturen in der Nähe eines Windparks auch gemessen worden. Diese Daten werteten die Forscher nun aus. Sie zeigten, dass der Windpark nachts die Lufttemperaturen senkt, also einen kühlenden Einfluss besitzt, während er tagsüber die Luft erwärmt. Genaue Angaben über Temperaturen machen die Forscher jedoch nicht.

Wie Windräder die Luft verwirbeln

Sie erklären, dass bei einem positiven Temperaturgefälle eine warme Luftschicht oberhalb einer kalten liege. In diesem Fall würden die Rotoren dafür sorgen, das warme Luft nach unten und kalte nach oben transportiert wird. Die bodennahen Luftschichten erwärmen sich dabei. Bei einem negativen Temperaturgefälle tritt der umgekehrte Fall ein und es wird kälter in Bodennähe.

Windfarmen würden häufig in landwirtschaftlich genutzten Räumen betrieben, schreiben die Forscher. Eine Veränderung der Temperatur könnte die Ernteerträge – positiv wie negativ – beeinflussen. Um dies zu verhindern, könnten die Rotorblätter künftig so gebaut werden, dass sie weniger Luftverwirbelungen erzeugen und die Durchmischung der Luftschichten verringert wird. Dies würde sogar die Effektivität der Windräder erhöhen, schreiben die Forscher.

Die gegenwärtig verfügbare Rotorentechnologie ließe sich andererseits in Gegenden gut nutzen, in denen ohnehin turbulente Verhältnisse bestehen. Geeignete Regionen gäbe es in großen Teilen Nord-und Zentralamerikas, der Südspitze Südamerikas, Nordeuropa, Russland, Nordchina, dem Rift Valley, den südlichen Regionen Afrikas und Australiens sowie in Neuseeland, ergaben Berechnungen der Forscher.

Quelle: ntv.de, dpa

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