Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 208 Ausgedient: Wie zerstört man die Daten?

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Nein, die kalte Dusche ist keine zuverlässige Methode der Datenvernichtung. Es gibt Rechner, die eine Duschattacke vollkommen unbeschadet überstehen.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Nach sechs Jahren will ich mich von meinem alten Computer trennen und ihn entsorgen. Was mache ich da am besten mit der Festplatte? Wie gelingt es mir, die Daten wirklich unkenntlich zu machen? (fragt Sandra T. aus Esslingen)

Eines steht fest: Es bringt nichts, die Dateien ganz einfach zu löschen. Denn auf diesem Weg verschwinden sie lediglich aus dem Inhaltsverzeichnis der Festplatte. Damit sind sie zwar für den Nutzer auf normalem Weg nicht mehr erreichbar, aber "aus den Augen, aus dem Sinn" ist eine schlechte Devise, wenn es um Datensicherheit geht. Die durch normales Löschen entfernten Dateien befinden sich nämlich, wie Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) betont, weiterhin auf der Festplatte, und das bedeutet: Sie sind reproduzierbar. "Die Daten liegen sozusagen in der blauen Tonne unten im Hof", veranschaulicht der Experte. "Und wie dort jeder die Papiere wieder rausholen kann, so kann auch in der digitalen Welt jeder, der sich einigermaßen mit Computern auskennt, scheinbar gelöschte Dateien mit einfachen und überall erhältlichen Programmen wieder herstellen."

Das ist auch dann nicht grundlegend anders, wenn die Festplatte vollständig formatiert wurde. "Auch nach der Standardformatierung, der sogenannten High-Level-Formatierung, liegen die digitalen Daten noch auf dem Datenträger", sagt Griese. Ein sicheres Löschverfahren ist also auch das nicht.

Sieben Mal Zeichen und Zahlen

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Alte Computer sind - wie auch anderer Elektroschrott - bei den kommunalen Sammelstellen abzugeben.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Vielmehr sind spezielle Programme, welche die Daten auf der Festplatte vernichten, das Mittel der Wahl. Solche Software kann man kaufen, es gibt jedoch auch Gratis-Tools, die sich aus dem Internet herunterladen lassen. Zu diesen gehören zum Beispiel "Eraser" und "Secure Eraser". Sie vernichten die Daten, indem sie sie einmal oder mehrfach mit Zeichen oder Zufallszahlen überschreiben. Bei älteren Festplatten sollten die Dateien gleich siebenfach überschrieben werden, um auf Nummer sicher zu gehen.

Danach sind die Datenträger weiterhin nutzbar. Für diejenigen, die vorhaben, ihren Rechner an andere weiterzugeben, empfiehlt Griese jedoch, sie "unabhängig von einem installierten Betriebssystem im Ganzen zu überschreiben". Dafür gibt es DBAN. Dieses System lässt sich auf CD brennen, und es löscht so gründlich, dass bei seinem Einsatz eben auch das installierte Betriebssystem verloren geht. Wer es weiterhin braucht, muss es vor einer DBAN-Aktion extern sichern.

Ein Fall für den Hammer

Soll ein Computer allerdings tatsächlich das Zeitliche segnen und als Elektroschrott entsorgt werden, kann man gleich drastischere Maßnahmen ergreifen. Nicht mehr benötigten Festplatten versetzt man am besten ein paar Schläge mit dem Hammer. Griese spricht von "physischer Zerstörung". Die ist auch bei defekten Datenträgern, die nicht mehr überschrieben werden können, das einzig wirksame Löschverfahren. "Richten Sie am Objekt möglichst maximalen Schaden an!", so die Aufforderung des Experten. Jedoch sollte man dabei Vorsicht walten lassen. Dass scharfkantige Splitter umherfliegen, ist recht wahrscheinlich.

Unternehmen können sich – um nicht regelmäßig zum Hammer greifen zu müssen – ausgediente Festplatten auch schreddern lassen. Es gibt Firmen, die sich auf die mobile und mechanische Festplattenvernichtung spezialisiert haben. Die rücken dann mit dem "Reißwolf" an, der die Platten in kleine, maximal 900 Quadratmillimeter große Streifen zerlegt.

Übrigens: Ab 2014 sind Fachhändler verpflichtet, ausgediente Elektrogeräte bis zu einer Größe von 25 Zentimetern kostenfrei zurückzunehmen. Große Läden (ab 400 Quadratmetern Verkaufsfläche) müssen die Kleingeräte auch dann entgegennehmen, wenn der Kunde nichts Neues kaufen will.

Quelle: n-tv.de

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