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Zum Färben scheint sie eher ungeeignet: die braune Bio-Variante.
Zum Färben scheint sie eher ungeeignet: die braune Bio-Variante.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 05. April 2012

Frage & Antwort, Nr. 219: Gibt es auch weiße Bio-Eier?

von Jana Zeh

Wieso gibt es keine weißen Bio-Eier? Gerade zu Ostern würden diese doch besonders nachgefragt. (wundert sich Isabell P. aus Würzburg)

Ganz schön bunt: zwei Eier von sogenannten Grünlegern.
Ganz schön bunt: zwei Eier von sogenannten Grünlegern.(Foto: wikipedia)

"Tatsächlich gibt es, wenn auch relativ selten, weiße Eier in Bio-Qualität", sagt Wolfgang Grabein, Mitarbeiter der Qualitätssicherung bei "Die Biohennen-AG. "Die Eierfarbe hängt ja von der Rasse des Huhnes ab. Von unseren 26 Betrieben produzieren zwei weiße Bio-Eier", so Grabein weiter. Die eierlegenden Hühner kann man grob in sogenannte Braun- und Weißleger einteilen. Prinzipiell bestimmen die Gene der Tiere die Farbe der Eierschale.

Eingeweihte können auch am Aussehen der Tiere erkennen, welche Farbe die Schale der Eier haben wird. Sie richten ihr Augenmerk auf die Ohrscheiben der Hühner. Reinrassige Tiere mit weißen Ohrscheiben legen weiße Eier, Rassen mit roten Ohrscheiben legen braune Eier.

Doch warum greift der Verbraucher lieber zu braunen Eiern?

"Im Bio-Bereich haben sich hauptsächlich Braunleger bewährt, in der konventionellen Käfighaltung wurden vorwiegend Weißleger eingesetzt", so Grabein weiter. Das hat beim Verbraucher schnell dazu geführt, dass braune Eier mit Bio-Qualität gleichgesetzt wurden und weiße Eier mit Käfighaltung. Bis heute hat sich das Bild von braunen Eiern als gute und von weißen Eiern als schlechte in den Köpfen der meisten Kunden festgesetzt. Auch die Hühner werden nach ihrer Farbe in den Köpfen der Menschen verortet. Braune Tiere scharren eher im Freien, weiße dagegen sind in viel zu kleinen Käfigen eingesperrt oder in Hallen zusammengepfercht.

Nur in der Zeit um Ostern ändern sich die Kundenwünsche. Jetzt werden weiße Eier bevorzugt. "Da es keinen Schalter an den Hühner gibt, um die Farbe der Eierschalen zu verändern, können wir darauf nicht reagieren", so Grabein weiter. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob ihm die Qualität der Eier oder die Farbe der Schale wichtiger ist.

Übrigens:  Neben Braun- und Weißlegern gibt es noch Grünleger. Die Tiere sind keine reinrassigen Hühner, sondern werden zu den Hybriden gezählt. Sie entstehen durch das Einkreuzen von Araucanern. Die Farbe der Schale ihrer Eier reicht von hell- bis türkisgrün.

Quelle: n-tv.de