Frage & Antwort

Typisch Ozean Warum ist Meerwasser salzig?

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In Thailand wird die trockene Jahreszeit für die Salzgewinnung genutzt. Auf ausgedehnten ufernahen Feldern verdunstet das Meerwasser in der Sonne.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

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In Thailand wird die trockene Jahreszeit für die Salzgewinnung genutzt. Auf ausgedehnten ufernahen Feldern verdunstet das Meerwasser in der Sonne.

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Warum ist Meerwasser salzig? (fragt Volker P. aus Göttingen)

Ein Liter Meerwasser enthält durchschnittlich drei Esslöffel Salz. Anders ausgedrückt: Der Salzgehalt der Ozeane beträgt rund 3,5 Prozent, denn in einem Liter Meerwasser sind etwa 35 Gramm Mineralsalze gelöst. Das ist schon seit 250 Millionen Jahren so, und es gibt dafür mehrere Gründe: Wie das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen erklärt, stammt das Salz aus der Zeit, als sich nach der Verfestigung der Erdkruste die erste Wasserhülle bildete, der Urozean. Durch die Verwitterung von Gestein, durch Erosion, wird dem Meer stetig Salz zugefügt. Regenwasser, das sich auf dem Festland in Rinnsalen, Bächen und Flüssen sammelt, fließt über Steine und Felsen, löst dabei Mineralien und transportiert diese ins Meer. Auch am Meeresboden ausströmende Lava bringt Salze in die Ozeane.

Dennoch nimmt der Salzgehalt der Meere nicht kontinuierlich zu. Das liegt vor allem daran, dass am Meeresboden Sedimente und Sedimentgesteine in den Untergrund absinken. Die Sedimente enthalten stark salzhaltiges Porenwasser, das auf diesem Weg dem Meer entzogen wird. Salz geht verloren, auf lange Sicht entstehen stattdessen Gebirge. Auch der Wind reduziert die Salzmenge im Ozean: Treibt er das Meerwasser an die Küsten, versickert es dort, und ein Teil des Salzes wird herausgefiltert.

Es geht noch salziger

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Die Ostsee ist das größte Brackwassermeer. Als Brackwasser gilt Fluss- oder Meerwasser mit einem Salzgehalt von maximal 1 Prozent.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Der Salzgehalt der einzelnen Meere ist recht unterschiedlich. Im Persischen Golf zum Beispiel, wo viel Wasser verdunstet, beträgt der Salzgehalt 4 Prozent. 4,2 Prozent sind es im Roten Meer, wo der Wasseraustausch vergleichsweise klein ist. Wo dagegen viel Süßwasser ins Meer fließt – an den Mündungen großer Flüsse also – ist die Salzkonzentration geringer. In der Ostsee liegt der Salzgehalt daher nur bei 0,4 bis maximal 2 Prozent. Auch die Verdunstung ist dort schwach.

Die höchsten Salzkonzentrationen wurden nicht im Meer, sondern in einem kleinen, ostantarktischen See gemessen. Der Don Juan Pond, der nur 75 Zentimeter tief ist, hat einen Salzgehalt von mehr als 40 Prozent. Ähnliche Werte erreichen der Güsgundag-See in der Türkei und der südrussische Saljonka-See. Das Tote Meer – ebenfalls ein See – enthält 34 Prozent Salz. Seen, die einen weitaus höheren Salzgehalt als die Weltmeere aufweisen, sind keine Seltenheit und auf allen Kontinenten zu finden, berichtet das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften. In Flüssen allerdings verweilt das Wasser zu kurz. Deswegen sind dort nur wenige Salzionen gelöst.

Übrigens: Insgesamt befinden sich 50.000 Billionen Tonnen Salz in den Weltmeeren. Würde man diese Menge auf dem Festland verteilen, wären wir unter einer 150 Meter dicken Salzschicht begraben.

Quelle: n-tv.de