Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 3 Wer ist Frau Mustermann?

Gibt es Frau Mustermann wirklich? (fragt Dr. Herbert Wolk aus Braunschweig)

1987-1997

Frau Mustermann von 1987 bis 1997 ...

Wirklich ist in diesem Falle relativ. Fest steht: Jeder hat sie schon einmal gesehen, aber keiner kennt sie persönlich: Die Frau Mustermann der Bundesdruckerei. Eigentlich sind es sogar mehrere. Dem technischen Fortschritt und dem Zeitgeist geschuldet, veränderte sich die Durchschnittsbürgerin nämlich im Laufe der Jahre und repräsentiert so bis heute nicht nur den Wandel der Zeit bei der Bundesdruckerei.

Einige lernten sie schon ein paar Jahre früher kennen, aber das Licht der Welt erblickte Erika Mustermann flächendeckend erst 1987 - auch wenn ihr Personalausweis den 12.09.1945 als ihren Geburtstag ausgab. Denn vor fast 20 Jahren stellte die Bundesdruckerei die Produktion des Personalausweises und des Reisepasses auf die "zentrale Personalisierung" um.

1997-2001

... und von 1997 bis 2001.

Diese blonde Dame war die erste Erika Mustermann, geb. Gabler, die für die neue Ausweis- und Reisepasskarte warb - mit blonder Ponyfrisur, fotografiert im schlichten schwarz-weiß. Die erste fiktive Modellbürgerin hat bis heute eine große Fangemeinde, die sie auf einer eigens für sie gestalteten Homepage verehrt.

Dann ihr jähes Ende nach zehn Jahren: Der Produktionsprozess von Personaldokumenten wurde verkürzt.

Digitalisiert und in Farbe wurde Erika Nummer Zwei "geboren", sorgfältig gefönt, bebrillt und etwas heiterer als ihre Vorgängerin. Aber, naja, irgendwie war man wohl doch nicht so recht zufrieden. Nach nur vier Jahren musste sie gehen.

Auch die nächste war blond. Die Frisur etwas weniger akkurat. Sie blieb bis November 2005. Stolz meldet die Bundesedruckerei: "Seit der Umstellung auf die zentrale Personalisierung hat die Bundesdruckerei bis heute 150 Millionen Ausweisdokumente hergestellt - das ist weltweit einmalig."

Warum Erika?

Warum aber heißt Frau Mustermann eigentlich "Erika"? Iris Köpke, Pressesprecherin der Bundesdruckerei, hat für n-tv.de nachgeforscht - leider ohne eindeutiges Ergebnis: "Ob die Frau auf dem ersten Mustermann-Bild tatsächlich Erika hieß, oder ob der Name wegen seiner damaligen Popularität ausgewählt wurde - daran scheiden sich hier die Geister. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen: Alle Fotos von Erika Mustermann zeigen reale Frauen, Mitarbeiterinnen der Bundesdruckerei."

Es gibt sie also wirklich, auch wenn sie nicht in der Münchner Heidestraße 17 anzutreffen ist, wie ihr Personalausweis verspricht.

Quelle: n-tv.de