Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 183 Wie entsteht ein Sonnenbrand?

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Autsch! Bei einem Sonnenbrand bleiben Abdrücke für ein paar Sekunden sichtbar.

(Foto: pixelio, William Veder)

Wenn man sich verbrennt, dann ist der Schmerz unverzüglich zu spüren. Beim Sonnenbrand ist das aber anders. Warum und wie entsteht eigentlich ein Sonnenbrand? (fragt Claudia W. aus Münster)

"Eine klassische Verbrennung ist ein Hitzeschaden, bei dem die Haut sofort geschädigt wird und reagiert. Im Gegensatz dazu ist ein Sonnenbrand ein spezifischer Schaden der Haut, der durch UV-Strahlen erst nach Stunden zu bemerken ist", erklärt Professor Erhard Hölzle, Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Oldenburg den Unterschied.

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Vor allem in den Mittagsstunden sollte man Sonnenbäder vermeiden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bei einem Sonnenbrand wird der Eigenschutz der Haut überlastet. Die eingestrahlte Dosis UV-Strahlen ist so hoch, dass die Pigmente in der Haut, die sogenannten Melanozyten, die das Farbpigment Melanin an die Haut abgeben, nicht mehr ausreichen, um die Haut braun zu färben und damit zu schützen. Die UV-Strahlen der Sonne dringen bei einem Übermaß ungehindert in die Haut ein und schädigen dort das Zellgewebe. "Die Folge sind Entzündungsreaktionen der Haut, die allerdings erst nach einigen Stunden in Gang kommen. Das Vollbild eines Sonnenbrandes ist meistens erst nach 12 bis 24 Stunden erreicht", ergänzt Hölzle.

Durch Entzündungsreaktionen, wie der Erweiterung der Blutgefäße in der Lederhaut, entstehen Schmerzen und Rötungen auf der Haut. Das Gefühl der Erwärmung kommt durch die vermehrte Durchblutung der strahlengeschädigten Hautpartien zustande.

Schleichender Vorgang

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In China schützen sich manche Menschen mit eigenwilligen Sonnenmasken.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wie viel Sonne ein Mensch vertragen kann, ist sehr unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise dem Hauttyp oder der ethnischen Zugehörigkeit ab. Braune Haut ist prinzipiell geschützter als weiße. Je heller die Hautfarbe, umso kürzer sollten die Bestrahlungszeiten sein. Vor allem Kinder sollten vor zu viel Sonne geschützt werden.

Dazu kommen die äußeren Umstände. Die Ozonwerte in der Atmosphäre, der Einfallswinkel der Sonne, die Bodenbeschaffenheit oder aber auch die Nähe zum Wasser können die Intensität der Sonneneinstrahlung beeinflussen. Wasser und Sand beispielsweise reflektieren die Sonnenstrahlen stark, so dass viele Badende am Strand die Wirkung der UV-Strahlen der Sonne unterschätzen und schließlich verbrennen.

Wenn es zu spät ist

Die Dauer eines Sonnenbrandes kann weder verkürzt noch medikamentös geheilt werden und hängt vom Schweregrad der Verbrennungen ab. Ein Sonnenbrand zweiten Grades führt zum Beispiel zur Blasenbildung, dritten Grades sogar zu Hautablösung und in seltenen Fällen zu Narbenbildung. In beiden Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei leichten Sonnenbränden mit schmerzhaften Rötungen dagegen helfen kühle Umschläge und feuchte Cremes oder Lotionen. Die Produkte sollten allerdings nicht zu fettig und nicht zu dickflüssig sein. Von Puder ist bei Sonnenbränden ganz abzuraten.

Sonnenbrände sind auf lange Sicht nicht zu unterschätzen, denn sie können die Haut nachhaltig schädigen. Neben früher Hautalterung kann es auch zu einer Schädigung des Erbgutes in den Zellen und damit zu Hautkrebs kommen.

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Nicht alle Sonnenbrillengläser schützen vor UV-Strahlen.

(Foto: REUTERS)

Übrigens: Werden die Augen nicht ausreichend vor starker Sonneneinstrahlung geschützt, können sowohl die Bindehaut als auch die Hornhaut einen Sonnenbrand bekommen. Ein unangenehmes Gefühl von Sand im Auge ist die Folge. Der Sonnenbrand an der Hornhaut kann zur sogenannten Schneeblindheit und wiederkehrend sogar zu bleibenden Schäden, wie der Linsentrübung, dem sogenannten grauen Star, führen. Sonnenbrillen mit geprüften UV-Filtern schützen die Augen.

Quelle: n-tv.de

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