Fundsache

Fundsache, Nr. 1085 Elefantenbullen waren Einzelgänger

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Künstlerische Rekonstruktion der sogenannten "Mleisa 1"-Herde prähistorischer Elefanten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einem internationalen Forscherteam ist ein Schnappschuss aus der Zeit vor sieben Millionen Jahren auf der arabischen Halbinsel gelungen. Darauf sind Fußspuren einer prähistorischen Elefantenherde zu erkennen, die darauf hindeuten, dass Bullen sich bereits damals von der Herde absonderten.

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Einzelne Fußspur, entdeckt bei Mleisa in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die wohl ältesten und ausgedehntesten Fußspuren einer prähistorischen Elefantenherde haben Forscher auf der arabischen Halbinsel entdeckt. "Uns ist ein Schnappschuss aus der Zeit vor sieben Millionen Jahren gelungen", erläuterte der Paläontologe Faysal Bibi, der zurzeit am Naturkundemuseum Berlin forscht.

Das internationale Forscherteam entdeckte den über 260 Meter langen, ausgehärteten Pfad einer Herde, die aus mindestens 13 Tieren bestand, und eines großen Einzelgängers in einer Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate. Es beschreibt den Fund in der jüngsten Ausgabe der "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Weibchen leiten Herde

"Heutige Elefantenherden werden von erwachsenen Weibchen geführt, während die erwachsenen Bullen sich als Einzelgänger von der Gruppe absondern", sagte Bibi. "Unsere Funde deuten darauf hin, dass es schon bei den Vorfahren unserer Elefanten so war."

In der Tat fanden die Forscher die parallel verlaufenden Spuren einer Herde, die von denen eines sehr großen einzelnen Tieres gekreuzt wurden. "Der Fundort Mleisa 1 ist seit Längerem bekannt. Aber erst vor einem Jahr wurde uns das Ausmaß der Herdenspuren klar, als wir aus Luft Fotos machten. Dazu hatte ein Kollege eine Kamera an einem Flugdrachen angebracht."

Die Größenauswertung der Spuren ergab, dass es sich bei dem großen Einzeltier um einen Elefantenbullen gehandelt haben muss, während die Herde von einem weiblichen Tier geleitet wurde. Die Tiere liefen durch Schlamm, der aushärtete, zugeschüttet und schließlich durch Erosion wieder freigelegt wurde.

Quelle: n-tv.de, dpa

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