Fundsache

Fundsache, Nr. 1258 Bauer findet Riesensaurierknochen

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Der Oberschenkelknochen ist größer als ein Mitglied aus dem Forscherteam.

(Foto: Museum of Palaeontology Egidi Feruglio (MEF))

Die Geschichte ist sensationell: Ein Farmer stolpert in der Wüste im Nordosten Patagoniens über riesige Knochen. Der Mann, der wohl ahnt, dass ihm etwas Besonderes unter die Füße gekommen ist, informiert Experten, die gleich mit der Knochenarbeit beginnen.

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Echte Knochenarbeit: Die freigelegten Knochen sollen dem größten Lebewesen aller Zeiten gehört haben.

(Foto: Museum of Palaeontology Egidi Feruglio (MEF))

Es ist ein Sensationsfund: Die 150 Knochenteile, die Forscher in der Wüste nahe La Flecha im Süden Argentiniens ausgegraben haben, sind riesengroß. Sie gehörten nach Ansicht von Experten des Paläonotologie-Museum von Trelew zu insgesamt sieben ausgewachsenen Tieren. Dinosauriern, die rund 40 Meter lang und 20 Meter groß - und damit die größten Lebewesen aller Zeiten gewesen sein sollen. Das zumindest schließen die Wissenschaftler aus den Messungen des größten ausgegrabenen Oberschenkelknochens.  Ein Tier soll um die 77 Tonnen schwer gewesen sein, berichtete die BBC, die mit einem Team bei den Ausgrabungsarbeiten dabeigewesen ist.

Ein Farmer stolperte bereits 2011 über die Knochen und informierte ein nahegelegenes Paläonotologie-Museum. Die Forschergruppe um José Luis Carballido und Diego Pol vom Museum of Palaeontology Egidi Feruglio machte sich ans Werk und wurde schnell fündig. "Es gab zahlreiche Überreste und sie waren fast vollständig intakt", schwärmt Carballido. Das sei nicht oft der Fall und der Fund sei ein wahrer Schatz, so der Paläontologe weiter.

Riesensaurier ist noch namenlos

Die Pflanzenfresser lebten wohl in der späten Kreidezeit vor rund 95 Millionen Jahren. Das schließen die Wissenschaftler aus dem Alter des Gesteins, in dem die Knochen gelegen hatten. Bei den Tieren könnte es sich um eine neue Art der Titanosaurier mit tonnenförmigem Körper und langem Hals handeln. Einen Namen hat die Neuentdeckung bisher noch nicht bekommen. Die Forscher haben sich zum Ziel gesetzt, sowohl Fundort und Größe als auch den Finder mit dem passenden Namen zu ehren.

Ob es sich bei dem Fund tatsächlich um den größten Dinosaurier aller Zeiten handelt, muss erst noch genau überprüft werden. In der Vergangenheit gab es schon viele Anwärter für diesen Titel. Der Titanosaurus, dessen Länge mit 50 Metern angegeben worden war, ist einer davon. Die angeblich gefundenen Knochen sollen allerdings im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen sein.

Der bisher als größter Saurier aller Zeiten geführte Argentinosaurus, dessen Überreste aus dem Südwesten Argentiniens stammen, war zunächst auf 100 Tonnen Lebendgewicht geschätzt worden. Später musste diese Zahl um 30 Tonnen nach unten korrigiert werden. Die Gewichtsermittlung durch die Paläontologen ist so schwierig, weil meistens nur wenige Knochen zur Verfügung stehen. Das ist in diesem Fall jedoch anders.

Quelle: ntv.de, jze