Fundsache

Fundsache, Nr. 34 Karolingischer Burggraben an der Elbe

Archäologen haben westlich des Magdeburger Doms einen Burggraben aus der Zeit Kaiser Karl des Großen (um 800) entdeckt. Sie schließen daraus, dass der Handelsplatz an der Elbe Anfang des 9. Jahrhunderts deutlich größer und wohl auch bedeutender war als bislang angenommen. Das Bild vom mittelalterlichen Magdeburg müsse daher ein Stück weit revidiert werden, sagte Grabungsleiter Rainer Kuhn vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie am Dienstag der dpa. Die Stadt Magdeburg war 805 erstmals urkundlich erwähnt worden.

Ursprünglich war der karolingische Burggraben nach Angaben des Archäologen etwa drei Meter tief und sechs Meter breit. Hinter ihm ragte vermutlich ein Erdwall mit einem Palisadenzaun aus Baumstämmen auf. "Diese Befestigung umschloss ein Burgareal von mehr als acht Hektar", erläuterte Kuhn. Damit sei die Burgsiedlung Magdeburg Anfang des 9. Jahrhunderts rund drei Mal so groß gewesen wie die Forscher bisher angenommen hätten. 100 Jahre später sei der Burggraben auf etwa viereinhalb Meter vertieft und auf bis zu zehn Meter verbreitert worden.

Aktuell laufen im und um den Magdeburger Dom, der zwischen 1209 und 1520 erbaut wurde, umfangreiche Forschungsgrabungen. Dabei stießen Archäologen kürzlich auf Reste eines Kirchenbaus aus der Zeit zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert. Die noch bis 2009 laufenden Grabungen gehören mit einem Etat von rund einer Million Euro zu den größten aktuellen archäologischen Forschungsprojekten bundesweit.

Quelle: ntv.de