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Am anderen Ende der Welt, in der Antarktis, wurde vergangenes Jahr ein Millionen Jahre alter See angebohrt.
Am anderen Ende der Welt, in der Antarktis, wurde vergangenes Jahr ein Millionen Jahre alter See angebohrt.
Donnerstag, 16. Mai 2013

Fundsache, Nr. 1194: Milliarden Jahre altes Wasser

Es stammt aus der Frühzeit der Erde, und es könnte sein, dass es Kleinstlebewesen enthält, die genauso alt sind: Wissenschaftler haben in Kanada in großer Tiefe Wasser gefunden, umschlossen von Gestein. Auf dem Mars gibt es ähnliche Formationen.

Forscher haben in einer Mine in Kanada Wasserreservoirs aus der Erdfrühzeit entdeckt. Möglicherweise beherbergen sie die Nachkommen von vor Milliarden Jahren entstandenen Kleinstlebewesen. Das in großer Tiefe eingeschlossene Wasser sei reich an Spuren seltener Gase, wie sie für die Entwicklung von Mikroben notwendig seien, berichtet ein kanadisch-britisches Team um den Wissenschaftler Chris Ballentine in einer im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie. Die Ähnlichkeit der Gesteinsformationen, die das Wasser einschließen, mit denen auf den Mars wecke die Hoffnung auf ähnliche Entdeckungen auf dem Roten Planeten.

Laut der Studie fließt das Wasser in 2,4 Kilometern Tiefe aus einem Bohrloch. Mit Hilfe einer neuartigen Methode gelang es den Forschern, sein Alter auf 1,5 Milliarden bis knapp 2,7 Milliarden Jahre zu datieren. Zwar wurden schon vorher Spuren von ähnlich altem Wasser gefunden, doch handelte es sich dabei um kleine im Gestein eingeschlossene Blasen, die keinerlei Form von Leben zulassen.

Ob das unterirdische Wassersystem in Kanada tatsächlich Leben beherbergt, ist nach Angaben der Forscher noch unklar. "Doch was wir schon jetzt mit Sicherheit sagen können, ist, dass wir einen Weg entdeckt haben, wie Planeten ein Umfeld für Kleinstlebewesen schaffen und über Milliarden von Jahren erhalten können", erklärt Ko-Autor Greg Holland von der Universität von Leicester. Dies wecke die Hoffnung auf ähnliche Entdeckungen unter der Marsoberfläche, "unabhängig davon, wie unwirtlich die Oberfläche sein mag".

Quelle: n-tv.de

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