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In dem Bernstein ist auch eine Ameise entdeckt worden.
In dem Bernstein ist auch eine Ameise entdeckt worden.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 13. Dezember 2016

Fundsache, Nr. 1342: Saurierschwanz mit Federn in Bernstein

Bienen, Mücken, Spinnen: In Bernstein eingeschlossene Tiere gibt es häufig. Der Zufallsfund eines Forschers auf einem Markt in Myanmar hingegen ist herausragend.

Das sechseinhalb Gramm schwere Stück Bernstein kommt mit seinen Einschlüssen eher unscheinbar daher. Dennoch schien ein chinesischer Paläontologe geahnt zu haben, dass es sich um ein außergewöhnliches Stück handelt, als er den Tropfen auf einem Bernsteinmarkt im Norden Myanmars in den Händen hielt. "Mir wurde klar, dass es sich bei dem im Bernstein eingeschlossenem Inhalt um ein Wirbeltier und nicht um Pflanzenteile handelte", sagte Xing Lida von der Chinesischen Universität von Geowissenschaften bei CNN. "Ich war nicht sicher, ob der Händler verstanden hat, wie wichtige dieser Bernstein ist, denn er hat den Preis dafür nicht erhöht", erzählt der Forscher weiter.

Xing Lida untersuchte zusammen mit Ryan McKellar vom Royal Saskatchewan Museum in Kanada seine Entdeckung mit verschiedenen bildgebenden Verfahren. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei den Einschlüssen um einen Teil eines mumifizierten Skeletts eines Dinosauriers handelt. Und zwar um acht Wirbel eines mit Federn bedeckten Schwanzes, der vor dem Einschluss zu einem jungen Coelurosaurier gehörte, der zu Lebzeiten vor rund 99 Millionen Jahren nur so groß wie ein Spatz war und gut Platz auf einer Menschenhand gefunden hätte. Auch die kleinen Coelurosaurier werden zu den räuberischen Velociraptors gezählt, denen der bekannte Tyrannosaurus angehört.

Das knapp 37 Millimeter kleine Schwanzstück sei so lang und flexibel, dass es von einem Saurier und nicht von einem Urzeitvogel stammen muss, erläutern die Forscher. Zudem soll der gesamte Schwanz des Sauriers gefiedert gewesen sein. Dennoch konnten die Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht fliegen. Die Forscher mutmaßen, dass es sich bei den Schwanzfedern um Schmuck zur Paarung gehandelt hat oder dass sie hilfreich bei der Wärmeregulierung waren. Was sie allerdings mit hoher Sicherheit bestimmen können, ist die Farbe der Federn: dunkelbraun mit heller Unterseite.

Der Bernstein ist der erste, in dem Dinosaurier-Reste für die Ewigkeit konserviert wurden und damit ein echter Sensationsfund. Das wissen auch Xing und Mc Kellan, die ihre Forschungsergebnisse im Magazin "Current Biology" veröffentlicht haben.

Quelle: n-tv.de