Fundsache

Fundsache, Nr. 1002 Saurierwinzling entdeckt

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Die Gestalt des Mini-Sauriers erinnert Experten zufolge an einen jungen Grünen Leguan.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Saurier, das sind riesige urzeitliche Echsen, oder? Nicht ganz. Sie waren nicht zwangsläufig Giganten. In Chemnitz haben Forscher ein 23 Zentimeter kleines Exemplar entdeckt - als Abdruck.

Ausgrabungen in Chemnitz haben die Abdrücke eines rund 290 Millionen Jahre alten Ur-Sauriers hervorgebracht. Das Urzeitwesen sei rund 23 Zentimeter lang und von den fünf bisher gefundenen kleinen Sauriern am besten erhalten, teilt das Museum für Naturkunde mit. Schuppenkleid, Knochen, der Schädel mit Augenhöhlen und Hautschatten seien gut zu erkennen. Auffällig sei der lange Schwanz. Selbst die Struktur des Beckens sei zu erkennen. Seine Gestalt erinnere an einen jungen Grünen Leguan, sagte Thorid Zierold vom Naturkundemuseum. "Wie dieser lebte er offensichtlich auf Bäumen. Darauf weisen die langen Krallen hin." Vermutlich habe er sich auch ähnlich ernährt. Der Fund sei "wie ein Sechser im Lotto".

Entdeckung im Versteinerten Wald

Die Entdeckung wurde im Versteinerten Wald von Chemnitz gemacht, der bei einem urzeitlichen Vulkanausbruch entstand. Dabei wurden Pflanzen und Tiere von einer dicken Ascheschicht bedeckt und so konserviert. Die Saurierabdrücke in einem Stein werden jetzt in Schleusingen in Thüringen präpariert. Danach sollen sie in der Dauerausstellung zu sehen sein.

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Der Versteinerte Wald in Chemnitz ist eine wahre Fundgrube.

(Foto: picture alliance / dpa)

In dem Wald gab es nach vielen Zufallsfunden von 2008 bis 2010 auf etwa 400 Quadratmetern die erste große wissenschaftliche Grabung. Der jetzige Saurierfund wurde praktisch zufällig gemacht, als nach Grabungsende die Fundstelle wieder mit Erde verfüllt wurde.

Bäume, Schnecken und Doppelfüßer

Zu den Funden gehörten unter anderem 550 versteinerte Baumstämme oder Äste, von denen 48 noch aufrecht an ihrem Wuchsort standen. Neben fünf verkieselten Landschnecken entdeckten die etwa 200 Grabungshelfer auch zwei Doppelfüßer und machten mehr als 100 fossile Schnecken-Funde. Ein 2008 ausgegrabener versteinerter Schachtelhalm-Baum wurde von der Paläontologische Gesellschaft als "Fossil des Jahres 2010" ausgezeichnet.

Dem Museum zufolge sollen noch im Herbst dieses Jahres an einer anderen Stelle im Stadtgebiet neue Grabungen beginnen.

Quelle: ntv.de, dpa