Wissen
Dienstag, 09. März 2010

Fundsache, Nr. 804: Schiffswracks in der Ostsee

Als "ausgesprochen wertvoll" wurde ein Teil der archäologischen Funde vom staatlichen Schifffahrtsmuseum in Schweden eingestuft, die bei Arbeiten an der geplanten Ostsee-Gasleitung zufällig gefunden worden waren.

Schiffswracks am Meeresboden beeindrucken Forscher wie Hobbytaucher gleichermaßen.
Schiffswracks am Meeresboden beeindrucken Forscher wie Hobbytaucher gleichermaßen.(Foto: picture alliance / dpa)

Archäologisch wertvolle Schiffswracks sind bei Arbeiten an der geplanten Ostsee-Gasleitung ans Licht gekommen. Wie der Rundfunksender SR aus Stockholm berichtete, stufen die staatlichen Schifffahrtsmuseen in Schweden neun Funde in der eigenen Ostsee-Zone als "ausgesprochen wertvoll" ein. Für die bei Umweltschützern umstrittene Gasleitung hat das Betreiberkonsortium die betroffenen Ostsee-Abschnitte systematisch untersuchen und abfotografieren lassen. Die Gasleitung Nord Stream ist über eine Länge von rund 1200 Kilometer vom russischen Wyborg bis ins mecklenburg-vorpommersche Lubmin bei Greifswald geplant.

Älter als tausend Jahre

Aus Stockholm hieß es, dass das älteste der neu entdeckten Wracks in Schwedens Wirtschaftszone mehr als tausend Jahre alt sein könne. Die meisten der in bis über hundert Meter tiefe liegenden Schiffe stammen aus dem 18. bis 19. Jahrhundert. Einige seien älter und einige hätten sogar noch einen intakten Rumpf. Die Funde hätten einen "enormen kulturhistorischen Wert", meinte Peter Norman vom schwedischen "Reichsantiquariats-Amt".

Die Rohre liegen für die Nord Stream Gasleitung bereit.
Die Rohre liegen für die Nord Stream Gasleitung bereit.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein Nord-Stream-Sprecher erklärte, dass keiner der Funde direkt in der geplanten Linienführung der Leitung liegt. Man rechne deshalb auch nicht mit Verzögerungen bei den von Frühjahr an geplanten Bauarbeiten, wolle aber Rücksicht auf die Interessen der Archäologen nehmen. Ab Ende 2011 soll durch die Nord-Stream-Leitung russisches Erdgas nach Deutschland fließen.

Im Greifswalder Bodden waren im Sommer 2009 die Reste eines 300 Jahre alten Wracks geborgen worden. Es gehörte zu einer künstlichen Schiffssperre, die die Schweden 1715 quer durch den Bodden legten, um den feindlichen Dänen die Einfahrt zu verwehren.

Quelle: n-tv.de