Fundsache

Fundsache, Nr. 539 Schill-Totenmaske aufgetaucht

Eine 1809 offenbar illegal angefertige Original-Totenmaske des legendären Freikorps-Führers Ferdinand von Schill wird erstmals öffentlich gezeigt.

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Der Direktor des Stralsunder Kulturhistorischen Museums, Andreas Grüger, zeigt die Totenmaske des Freikorps-Führers Ferdinand von Schill aus dem Jahre 1809.

(Foto: dpa)

Eine überraschend aufgetauchte Totenmaske des legendären Freikorps-Führers Ferdinand von Schill (1776-1809) wird erstmals öffentlich in einer Stralsunder Ausstellung gezeigt. Die Totenmaske stammt aus dem Besitz von Nachfahren des Apothekerlehrlings Johann Arnold Haltermann, wie der Direktor des Stralsunder Kulturhistorischen Museums, Andreas Grüger, sagte. Der 14-jährige Haltermann hatte nach dem gewaltsamen Tod des berühmten Napoleongegners am 31. Mai 1809 in Stralsund einen Gipsabdruck vom Toten genommen.

Schill fiel bei Stralsund

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Ferdinand von Schill

(Foto: Wikipedia)

Der Husarenmajor war Anfang des 19. Jahrhunderts eine nationale Identifikationsfigur. Schill, der im Kampf gegen die französische Fremdherrschaft Tausende Anhänger um sich geschart hatte, wurde in Gedichten und Liedern besungen.

Schill fiel bei der Verteidigung von Stralsund, abseits und unbemerkt, in der Fährstraße. In der Stirn hatte er einen Schwerthieb, der Hinterkopf war von einer Kugel getroffen worden. Seinen Kopf sandte man dem König von Westfalen, Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte, als Trophäe. Schills Körper wurde auf dem St. Jürgen-Friedhof verscharrt.

"Illegales" Original

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Schills geburtshaus in Wilmersdorf bei Dresden.

(Foto: Wikipedia)

Bisher war nur eine Totenmaske bekannt, die inzwischen zum Bestand des Deutschen Historischen Museums in Berlin gehört. Seit 1934 gibt es eine Kopie. Die zweite jetzt aufgetauchte Original-Totenmaske wurde offenbar "illegal" genommen, sagte Grüger und verwies auf Einträge aus dem "Deutschen Familienarchiv", einem genealogischen Sammelwerk. Mit vergleichenden Untersuchungen der beiden Totenmasken will das Museum nun die Echtheit der Maske bestätigen.

Schenkung ans Museum

Der Fund kam für das Museum völlig überraschend. Der pensionierte Ingenieur Hartmut Haltermann aus Neustrelitz, Nachfahre des Apothekerlehrlings, hatte in der Zeitung von der Stralsunder Ausstellung zum 200. Schill-Todestag gelesen. Da der 69-Jährige keine Nachkommen hat, entschied er sich, die Totenmaske dem Museum zu schenken. Haltermann will sich selbst nicht in der Öffentlichkeit äußern. Gegenüber dem Museum begründete er die Schenkung damit, dass er sich freue, dass das historische Stück wieder an den Ort seiner Entstehung zurückkehre.

Quelle: ntv.de, dpa/Wikipedia

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