Fundsache

Fundsache, Nr. 1047 Steinzeit-Pferde waren getüpfelt

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In schneereichen Gebieten, so vermutet man, waren die Tiere dank Tupfen gut getarnt.

(Foto: picture alliance / dpa)

An den Wänden steinzeitlicher Höhlen findet man sie immer wieder: Pferde mit Leopardenmuster. Wissenschaftler hielten sie bisher für imaginäre Figuren. Doch tatsächlich existierten die gepunkteten Gäule schon vor mehreren Zehntausend Jahren.

Die gescheckten Pferde, die in einigen steinzeitlichen Höhlen gemalt wurden, sind einer Studie zufolge keine Fantasiegebilde. Genetische Untersuchungen am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung haben ergeben, dass in Europa bereits vor mehreren Zehntausend Jahren Pferde mit Leopardenmuster existierten. Die Ergebnisse wurden jetzt in den "Proceedings" der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht.

Bei der genetischen Analyse der fossilen Überreste von insgesamt 31 Pferden fanden die Wissenschaftler bei sechs Tieren eine genetische Mutation. Diese ist bei modernen Hauspferden für das leopardenähnliche Punktmuster verantwortlich, wie es etwa bei den Rassen Knabstrupper, Appaloosa und Noriker vorkommt. Allerdings konnten die Forscher die genetische Variation nur bei Funden aus West- und Osteuropa, nicht aber bei Fossilien aus Sibirien und von der Iberischen Halbinsel nachweisen.

Keine Schamanen-Symbole

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Hier im Bild: ein dänischer Knabstrupper mit Tigerscheckenfärbung. Er sieht seinen steinzeitlichen Verwandten recht ähnlich.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dies steht im Einklang mit zahlreichen prähistorischen Höhlenmalereien in Frankreich. So sind vor etwa 25.000 Jahren die Bilder von getüpfelten Pferden in der Tropfsteinhöhle von Pech-Merle im Südwesten Frankreichs entstanden. Die DNA-Ergebnisse seien nun der erste Nachweis dafür, dass neben schwarzen und braunen Pferden auch diese gepunkteten Tiere tatsächlich existierten. Demnach reflektieren die Zeichnungen vermutlich die reale Umgebung der Menschen.

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass es sich eher um imaginäre Figuren aus der Hand von Schamanen handelt, die womöglich symbolischen Charakter hatten. Dafür sprach auch die bislang gehegte These, dass derartige Farbvariationen erst im Laufe der Domestikation des Pferdes entstanden seien. Das widerlegen nun die Ergebnisse der Berliner Forscher. Sie vermuten, dass die Mutation den Pferden einen Vorteil gebracht hat: Die Tiere waren so in schneereichen Gebieten womöglich besser getarnt.

Quelle: n-tv.de, dpa