Fundsache

Fundsache, Nr. 1090 Was Leonardo da Vinci nicht beendete

Zuletzt hatte eine Kopie der "Mona Lisa" aus der Werkstatt Leonardo da Vincis für Aufruhr gesorgt, da steht das Renaissance-Genie schon wieder in den Schlagzeilen. In Florenz entdecken Forscher ein unvollendetes Gemälde, das dem Maler zugeschrieben wird.

Kunsthistoriker haben in Florenz möglicherweise ein jahrhundertelang verborgenes Meisterwerk des Renaissance-Malers Leonardo da Vinci entdeckt. Spuren der unvollendeten Wandmalerei "Die Schlacht von Anghiari" seien hinter einer Wand im Palazzo Vecchio in Florenz gefunden worden, sagten die Experten in der Hauptstadt der Toskana.

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"Suche und du wirst finden", heißt es auf Vasaris' Gemälde "Die Schlacht von Marciano" - ein Hinweis, dass sich dahinter der unvollendete Da Vinci befindet.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Den Experten zufolge enthält das Leonardo zugeschriebene Fresko dieselben schwarzen Farbpigmente, die der Künstler auch für seine berühmte "Mona Lisa" benutzte. Die Zusammensetzung von Mangan und Eisen in den Pigmenten sei eine Methode, die ausschließlich Leonardo da Vinci zugeschrieben werde, sagte der Kunsthistoriker Maurizio Seracini von der Universität San Diego.

"Diese Daten sind sehr ermutigend", sagte Seracini. "Wir befinden uns aber noch in der ersten Phase der Forschung." Es seien noch weitere Analysen nötig, um das Geheimnis zu entschlüsseln. Aber die gefundenen Beweise zeigten, dass die Recherchen in die richtige Richtung führten. Seracini hatte jahrelang für die Genehmigung zu den Recherchen gekämpft, mit denen er mit modernster Technik die Existenz des Meisterwerks hinter der Mauer beweisen will. Der Kunsthistoriker wird auch in dem Bestseller "The Da Vinci Code" von Dan Brown erwähnt.

Die Spuren wurden nach Angaben der Kunsthistoriker mithilfe von winzigen Kameras und Sonden entdeckt, die durch die Wand im prunkvollen "Saal der Fünfhundert" durchgelassen wurden. Derlei Kameras mit einer so hohen Auflösung werden normalerweise eingesetzt, um Krebs im menschlichen Körper zu erforschen.

Wand sollte Leonardos Werk schützen

Um an das Leonardo da Vinci zugeschriebene Fresko zu gelangen, mussten die Experten aber sechs kleine Löcher durch die Wand vor dem Werk bohren, auf der sich Giorgio Vasaris Gemälde "Die Schlacht von Marciano" von 1563 befindet. Einige Historiker vermuten, dass Vasari die Mauer aus Respekt vor Leonardos Werk und zu dessen Schutz errichten ließ. Die Arbeit war in Italien nicht unumstritten, viele Kunsthistoriker und Experten hatten die Beschädigungen an Vasaris Werk scharf kritisiert.

Der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, verteidigte die Arbeiten jedoch und erklärte, in Kürze werde auch Italiens Kulturminister deswegen in Florenz erwartet. "Das ist sehr aufregend, sehr emotional und sehr wichtig für die Zukunft unserer Stadt", erklärte Renzi zu den Entdeckungen.

Leonardo da Vinci hatte die Arbeiten an dem Wandgemälde über die Schlacht aus dem Jahr 1440 zwischen Truppen aus Mailand und Florenz im Jahr 1505 begonnen. Weil ihm die Farben ausgingen, vollendete er das Fresko jedoch nicht. Sein Zeitgenosse und Kollege Giorgio Vasari lobte das Gemälde für seine Schönheit, und der berühmte flämische Barockmaler Peter Paul Rubens fertigte später eine Skizze davon an.

Quelle: n-tv.de, AFP

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