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Mit der 719 individualisiert BMW R 18 - mal ganz anders

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Wer die BMW R 18 kennt, kennt sie in Schwarz. Aber es geht auch ganz anders.

(Foto: Daniel Kraus)

Wer eine BMW R 18 fährt und nicht im Gleichklang der Optik untergehen will, kann die bayrische Wuchtbrumme jetzt auch in einem ganz neuen Ton zum Rollen bringen. Verantwortlich dafür ist die Individualisierungsabteilung von BMW-Motorrad, die seit Jahren unter dem Label "719" firmiert.

Die BMW R 18 ist Rock'n'Roll. Nicht nur bei den Fahrprogrammen, sondern auch bei der Kundschaft. Immerhin haben schon über 13.000 Big-Boxer-Bikes aus Berlin einen Käufer gefunden. Und das in dem schmalen Zeitraum von September 2020 bis jetzt. Ein Grund, warum das so ist, dürfte in jedem Fall die Optik sein. Allen voran fasziniert natürlich dieser unglaubliche, mit 1800 Kubikzentimetern Hubraum gesegnete Boxer-Motor, dessen Zylinder jetzt einmal mehr die Wahrzeichen einer typisch bayrischen Treibsatzkultur sind. Dazwischen die Heldenbrust in Form des Motorgehäuses, das natürlich das Propeller-Logo der Bayern ziert.

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Für die Veränderung der BMW R 18 ist die Abteilung 719 verantwortlich.

(Foto: Daniel Kraus)

Nun könnte aber der eine oder andere Interessent einer R 18 mutmaßen, dass, wenn er sich als Individualist der Cruiser-Szene auf die bayrische Wuchtbrumme setzt, sein Bike nicht von den anderen 13.000 zu unterscheiden ist, die hier so durch die Lande fahren. Allein der Umstand, dass Schwarz die dominierende Farbe ist, könnte einigen aufs Gemüt schlagen. Muss es aber nicht. Denn hier sind die 719er davor. Die 719 ist seit Jahrzehnten bei BMW-Motorrad der Code für die Dinge, die "von der Serie abweichen". Und so wurde unter der "Option 719" eine Abteilung ins Leben gerufen, die sich mit den Dingen befasst, die ein Motorrad für den Besitzer individuell machen.

Der Lack im Sternenstaub

Die wohl auffälligste Veränderung an der R 18 wäre in diesem Zusammenhang die Lackierung. Da bieten die 719er zum Beispiel die Farbe Galaxy Dust metallic an, die beim ersten flüchtigen Hingucken schlicht violett ist. Ein Moment, in dem ein knallharter Biker mit coolen Bobber-Ambitionen mal ganz schnell einen Schritt zurück machen könnte. Und genau das muss er auch, denn die Bayern sprechen hier von einem "Flip-Flop-Lack". Was nichts anderes heißt, als dass sich der Farbton je nach Lichteinfall verändert. Der Kenner würde wahrscheinlich sagen, er changiert. Doch wie man es auch ausdrücken will, Fakt ist, dass hier ein schimmernder Wechsel von Violett zu Türkisblau fast bis Petrol stattfindet.

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Acht Lackierprozesse sind notwendig, um die BMW R 18 mit der Farbe Galaxy Dust Metallic zu versehen.

(Foto: Daniel Kraus)

Damit aber noch nicht genug des Farbenspiels. Um das Violett zu konterkarieren, wurden die Seiten des Tanks, die sogenannten Spiegel, in Titansilber 2 Metallic lackiert. Die Idee dafür stammt laut BMW von der legendären R 90 S, die von 1973 bis 1976 mit knapp 200 km/h Spitzengeschwindigkeit zu den schnellsten Motorrädern der Welt gehörte.

Sie wurde serienmäßig zunächst nur in Rauchsilber und ab 1975 zusätzlich in Daytona-Orange angeboten. Was aber auch bei der orangefarbenen Lackierung blieb, war ein "Seitenspiegel", der in Rauchsilber lackiert war. Eben das, was bei der R 18 heute wohl Titansilber ist. Wie damals bei der R 90 S ist der "Smoke-Effekt" auch bei der R 18 händisch aufgetragen. Anders als bei der R 90 S ist die Spiegelfläche bei der R 18 aber noch mit einer klassisch weißen Doppelllinierung umrandet.

Auch was für die Heldenbrust

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Die gesteppte Sitzbank für die R 18 sieht nicht nur gut aus, sie ist auch noch beheizbar.

(Foto: Daniel Kraus)

Insgesamt sind es acht Lackierprozesse, bis eine R 18 in Galaxy Dust Metallic strahlt. Auch das ein Grund, warum diese Option aus der 719-Reihe mit 1250 Euro nicht wirklich billig ist. Wer jetzt aber glaubt, dass mit dem Lack die erste und letzte Individualisierungskarte gezogen wurde, der irrt. Natürlich kann sich der R-18-Fahrer auch die oben erwähnten Wahrzeichen verschönern. Dazu braucht es lediglich 950 Euro zusätzlich und schon sind die Zylinderkopfhauben, der Frontdeckel der Heldenbrust und die Cover der Ansaugschnorchel aus gebürstetem und farblos eloxiertem Aluminiumblech.

Zudem haben die Zylinderkopfhauben filigrane Luftschlitze, die an die Streamliner der 1920er- und 1930er-Jahre erinnern. Das absolute Prunkstück ist aber eine Plakette an Front- und Seitendeckeln. Sie ist aus massivem Kupfer geprägt, verchromt und partiell mit weißem Lack ausgelegt, was wiederum an die seinerzeit mit Emaille ausgelegten Embleme erinnern soll.

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Ebenfalls im Individualisierungsangebot der BMW R 18: Sechsspeichenräder mit überfrästen Bereichen.

(Foto: Daniel Kraus)

Geradezu ein Schnäppchen im Zuge der Individualisierung der BMW R 18 ist mit 150 Euro die Sitzbank aus dem 719-Regal. Aber Vorsicht! Die Bank hat eine Option, die unter harten Kerls nicht ruchbar werden darf: eine integrierte Sitzheizung. Ob man die verschweigt oder nicht, man bekommt ein prima Sitzbrötchen mit rautenförmiger Steppprägung, einem auf Metall geprägten BMW-Schriftzug und einem 719-Symbol an der Seite. Als letzte Option seien die wesentlich weniger verfänglichen Leichtmetallgussräder im Sechsspeichendesign erwähnt. Die schlagen mit 750 Euro für den Satz zu Buche. Der Clou an den Rädern sind übrigens die überfrästen Bereiche, die in einem starken Kontrast zur Lackfarbe der Räder stehen.

So, wer jetzt schon die Scheine zählt, um seine R 18 oder R 18 Classic aufpeppen zu lassen, der kann noch einen Moment sparen, denn in Gänze sind die hier beschriebenen Individualisierungen wohl erst ab September 2021 zu haben.

Quelle: ntv.de

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