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Genügsam, aber kein Schnäppchen Kleiner Diesel für Dreier von Mazda

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Mit einem Sondermodell des Mazda3 soll in Deutschland der Absatz gefördert werden.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Wer bis dato einen Mazda3 mit Dieseltriebwerk haben wollte, musste sich für das 2,2-Liter Aggregat begeistern. Jetzt haben die Japaner eine kleinere Variante mit 105 PS nachgelegt, die ausreichend spritzig, aber nicht gerade billig ist.

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Den Mazda3 gibt es auch als Stufenhecklimousine. Kostet bei gleicher Ausstattung aber 500 Euro mehr als das schicke Schrägheck.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Was für die Madza-Modelle 2 und CX-3 gut ist, kann für die Kompaktlimousine und Golf-Konkurrenten Mazda 3 nicht schlecht sein. Ab Juni kommt ein 1,5 Liter großer Diesel-Vierzylinder zum Einsatz, der 105 PS leistet und womöglich den bisher bescheidenen Selbstzünder-Anteil an der japanischen Dreier-Reihe erhöhen wird.

Wie dessen größerer Bruder, der 2,2-Liter-Vierzylinder, gehört das Aggregat zu den himmlisch aktiven ("Sky Activ") Motoren des Herstellers aus Hiroshima, die sich durch vorzeigbare Leistungswerte, Effizienz und Abgas-Armut auszeichnen sollen. Seine besonderen Eigenschaften verdankt der Skyactiv-Motor unter anderem der Tatsache, dass er für einen Selbstzünder sehr niedrig verdichtet ist. Während  Dieselmotoren anderer Hersteller mit Kompressionen von 17:1 oder höher arbeiten, bekommt der Mazda ein zündfähiges Gemisch schon bei 14,8:1 hin. Das hat zur Folge, dass die Absonderung von Stickoxiden geringer ausfällt und die Euro-6-Norm ohne zusätzliche Abgas-Nachbehandlung erfüllt werden kann.

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Der kleine 1,5-Liter-Diesel ist unter anderem aus dem CX-3 bekannt.

Auf dem Prüfstand unterschreitet der neue 1,5-Liter-Motor die Grenze von 100 Gramm Kohlendioxid je Kilometer, was auf 3,8 Liter je 100 km Verbrauch hochgerechnet wurde. Obwohl Mazda-Motoren in dem Ruf stehen, mit ihren Prospektwerten  durchaus nah am tatsächlichen Spritkonsum auf der Straße zu sein, konnte es bei dieser Testfahrt nicht bestätigt werden. Eine Überlandfahrt von rund 150 Kilometern endete mit der Aussage des Bordcomputers von 6,8 Liter/100 km.

Dafür erfüllte der Motor alle in ihn gesetzten Erwartungen an Geräuschemission und Laufkultur. Nur in der Aufwärmphase nicht ganz leise, hielt er sich anschließend mit Lärm- oder Vibrations-Belästigungen für die Insassen vornehm zurück. Ein überschäumendes Temperament ist ihm nicht zu bescheinigen, aber es trifft sich gut, dass das Auto nicht mehr als 1300 Kilogramm wiegt und so mit einem Spurtvermögen von elf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h aufwarten kann.

Sondermodell zum Marktstart

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Der Innenraum des Mazda3 ist sehr ansehnlich.

Ab 23.190 Euro ist das Fahrzeug in der Basisausstattung mit manuellem Getriebe erhältlich. Die Version mit automatischer 6-Gang-Schaltung wird mit 24.990 Euro berechnet, kein Schnäppchen. Als Appetithappen für neue Kunden hat Mazda das Sondermodell Nakama aufgelegt. Dessen Basis bildet die Ausstattungslinie Center-Line mit Touring-Paket. Als Highlight werden erstmals Sitzbezüge aus einer Leder-Alcantara-Kombination in Schwarz angeboten.

Hinzu kommen das Licht-Paket bestehend aus Bi-Xenon-Scheinwerfern mit automatischer Leuchtweitenregulierung und Scheinwerferreinigungsanlage, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten sowie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen in Titangrau und eine Rückfahrkamera. Der Wert der Mehrausstattung addiert sich laut Hersteller auf 2300 Euro, der Mehrpreis liegt lediglich bei 1000 Euro. Das Mazda SD-Navigationssystem mit 3D-Kartendarstellung ist für 690 Euro optional erhältlich. Die in Deutschland eher selten georderte viertürige Limousine steht mit 23.690 Euro in der Preisliste.

In der Praxis empfiehlt es sich, die Motordaten nicht ganz aus der Erinnerung zu verlieren, denn die durchaus respektablen 270 Newtonmeter Drehmoment sind unterhalb von 1600 Umdrehungen nicht nutzbar. Sollte bei Abbiegen in der Stadt oder hinter einem Lkw auf der Landstraße die Drehzahl einmal darunter fallen, sollte man besser nicht darauf vertrauen, dass ohne Gangwechsel eine spürbare Durchzugskraft zur Verfügung steht. Der vergleichsweise lange Weg des Kupplungspedals fällt jedoch bei der präzise arbeitenden Handschaltung nicht weiter störend ins Gewicht.

Zur Bequemlichkeit auf der Langstrecke trägt außerdem bei, dass bei Nutzung der Geschwindigkeitsregelanlage und notwendigem Gangwechsel das Tempo nicht neu eingestellt werden muss, sondern vom System beibehalten wird. Im übrigen dürfen die Kunden, die ab Juni auf das Auto zugreifen können, sich über die bekannten Fahr- und Komforteigenschaften freuen, die den Mazda 3 seit jeher auszeichnen. Ohne Mühe erreichte der Mazda 3 Skyactive-D 105 die versprochene Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h – und rannte sogar auf GPS-gemessene 190 km/h weiter.

Quelle: n-tv.de

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