mit Heidi Ulrich160 Jahre altes Gesetz soll Abtreibung in Arizona verbieten
Das höchste Gericht des US-Bundesstaates Arizona hat ein 160 Jahre altes Gesetz gegen Abtreibung für wieder gültig erklärt. Es sieht ein nahezu vollständiges Abtreibungsverbot vor, auch bei Vergewaltigung oder Inzest. Alle Richter, die das entschieden haben, sind von Republikanern eingesetzt.
Arizonas Justizministerin, die zu den Demokraten gehört, kritisiert die Entscheidung scharf. Kris Mayes betont, dass das Gesetz von 1864 aus einer Zeit stammt, als Arizona noch kein Bundesstaat war, der Bürgerkrieg tobte und Frauen nicht wählen durften. Auch Präsident Joe Biden verurteilt den Richterspruch. Die Republikaner wollten "den Frauen die Freiheit wegnehmen".
Das Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten. Das Gericht verhängte eine zweiwöchige Frist, in der mögliche offene verfassungsrechtliche Fragen vor einer unteren Instanz geklärt werden sollen.
Bisher sind in Arizona Abtreibungen bis zur 15. Schwangerschaftswoche erlaubt.
Das Oberste Gericht der USA hatte vor knapp zwei Jahren das landesweit verfassungsmäßig geschützte Recht auf Abtreibung gekippt. Inzwischen sind in 16 Bundesstaaten Schwangerschaftsabbrüche praktisch verboten.
Umfragen zufolge unterstützt eine Mehrheit der Menschen in den USA ein begrenztes Recht auf Abtreibung.
Das war Dienstag, der 9. April 2024
Liebe Leserinnen und Leser,
hohe Wellen schlägt heute vor allem die polizeiliche Kriminalstatistik, wonach der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen besonders stark gestiegen ist. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie die Statistik einzuordnen ist, damit beschäftigen sich mehrere unserer Texte - neben weiteren wichtigen Themen des Tages:
Union entsetzt über Statistik: Kriminelle Ausländer entfachen Asyldebatte neu
Mehr tatverdächtige Ausländer: Darum sind die Zahlen so hoch und so könnten sie wieder sinken
Wegen Angriffen mit Drohnen: Russen bauen einen Schildkröten-Panzer
An der Basis brodelt es gehörig: Israel-Krieg entfremdet US-Demokraten von Biden
Studie: Deutschland zu abhängig von Rohstoff-Importen aus Asien
Ingenieur wirft Boeing vor, Sicherheitsbedenken ignoriert zu haben
Erneut sieht sich der Flugzeugbauer Boeing mit Vorwürfen konfrontiert – dieses Mal aus den eigenen Reihen. Ein langjähriger Boeing-Ingenieur hat bei der Bundesaufsicht Beschwerde eingereicht. Ihr Mandant habe auf technische Probleme aufmerksam gemacht, die die strukturelle Integrität der Flugzeuge beeinträchtigten, sagen seine Anwälte. Das Unternehmen habe seine Warnungen jedoch nicht beherzigt. Auch soll Boeing ein abgekürztes Verfahren verwendet haben, um Engpässe bei der Montage des Dreamliners zu verringern.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA will den Behauptungen des Ingenieurs nachgehen und prüfen, ob der Hersteller Sicherheits- und Qualitätsprobleme ignorierte.
Der Flugzeugbauer erklärt, man habe volles Vertrauen in den Dreamliner. Außerdem seien die Behauptungen ungenau und würden nicht die umfassende Arbeit widerspiegeln, die Boeing geleistet habe, um Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.
Boeing hat mit Qualitätsproblemen und Fertigungsfehlern bei der 787 zu kämpfen. Diese hatten den Flugzeugbauer dazu veranlasst, die Auslieferungen für mehr als ein Jahr bis August 2022 zu stoppen. Auch bei der 737 MAX gibt es Probleme. Im Januar war bei einer 737 MAX wegen eines Montagefehlers ein Teil der Außenwand in der Luft herausgefallen.
Eltern von Todesschützen müssen in Haft
Die Eltern eines Teenagers, der an einer Schule in den USA ein Massaker angerichtet hatte, werden zu Gefängnisstrafen von jeweils 10 bis 15 Jahren verurteilt. So entscheidet es ein Gericht im Bundesstaat Michigan. In den USA ist es das erste Mal, dass die Eltern eines minderjährigen Schützen der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen werden. Der 15-Jährige hatte 2021 vier Schüler erschossen. Die Waffe hatte er kurz vorher von seinen Eltern zum Geburtstag bekommen. Der Täter selbst wurde letztes Jahr zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt.
Explosion in italienischem Stausee-Kraftwerk – Tote und Verletzte
Mindestens vier Arbeiter sind bei einem Unglück in einem norditalienischen Wasserkraftwerk ums Leben gekommen. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, da drei Arbeiter vermisst werden. Außerdem wurden fünf weitere Arbeiter verletzt, wie die Behörden mitteilen. Ersten Erkenntnissen nach passierte das Unglück, als in der Anlage an einer Turbine in etwa 30 Metern Tiefe gearbeitet wurde. Demnach kam es in dem Kraftwerk an einem Stausee nahe Bologna erst zu einem Brand und dann zu einer Explosion. Daraufhin drang Wasser in die Anlage ein. Der Staudamm, der etwa zwei Kilometer entfernt ist, wurde nicht beschädigt.
So sehen die Charles-Scheine aus
Die ersten Banknoten mit Konterfei von König Charles III. sind da. Der König wird die neuen 5er, 10er, 20er und 50er zieren. Ab dem 5. Juni sollen sie in Umlauf gebracht werden. Gleichzeitig sind die Scheine mit dem Porträt der verstorbenen Königin Elizabeth II. weiterhin gültig. "Die neuen Banknoten werden nur gedruckt, um abgenutzte Banknoten zu ersetzen und um einer insgesamt steigenden Nachfrage nach Banknoten gerecht zu werden", erklärt die Bank of England. Es sei das "erste Mal, dass die Bank of England das Bild des Monarchen auf einer Banknote ändert", erklärt das Geldinstitut und verdeutlicht damit nochmal, wie lange die Regentschaft der Queen ging und den Alltag der Briten prägte.
Vater des "Gottesteilchens" Peter Higgs ist tot
Der britische Physik-Nobelpreisträger Peter Higgs ist tot. Er starb im Alter von 94 Jahren. Seine Theorie zur Masse von Elementarteilchen hatte ihn weltberühmt gemacht. Die Entdeckung des Higgs-Bosons - auch "Gottesteilchen" genannt - am Forschungszentrum Cern in der Schweiz katapultierte den Theoretiker in die Hall of Fame der Physik. Gemeinsam mit dem Belgier François Englert wurde Higgs 2013 für die Vorhersage des Masse-Teilchens mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Obwohl die beiden theoretischen Physiker Mitte der 1960er Jahre etwa zeitgleich auf die Masse-Theorie gekommen waren, setzte sich Higgs als Namensgeber durch und nicht Englert - was dem öffentlichkeitsscheuen und bescheidenen Physiker eher unangenehm war. Er war der Ansicht, dass er mehr Ruhm bekomme, als ihm zustand. Die Entwicklung der These und die Entdeckung der Teilchen sei eine Gruppenleistung gewesen.
Ramadan endet, Steinmeier wünscht frohes Fest
Der islamische Fastenmonat Ramadan endet heute Abend und das wird gefeiert – mit dem Fastenbrechen und dem mehrtägigen Zuckerfest, bei dem vor allem Kinder Geschenke und Süßigkeiten bekommen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünscht allen Muslimen in Deutschland ein fröhliches und gesegnetes Fest des Fastenbrechens nach dem entbehrungsreichen Ramadan. "Ramadan und Fastenbrechen gehören zum vielfältigen Glaubensleben in Deutschland", schreibt er. "Dass heute, zum Ende des Fastenmonats, überall im Land muslimische Gemeinden ihre Mitmenschen anderen Glaubens einladen, ist ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Respekt und für die Bereitschaft zum Miteinander und zum Austausch."
Reisender hängt sich an fahrende Lok, um Intercity zu kriegen
Ein 22-Jähriger kann wohl froh sein, noch am Leben zu sein. Während er gestern Abend am Hauptbahnhof Magdeburg noch am Bahnsteig stand, fuhr sein Intercity los -mitsamt seines Gepäcks. Laut Bundespolizei rannte der Mann dem Zug hinterher, hielt sich an den Haltegriffen des Führerstandes an der Lok fest und wurde 15 bis 20 Meter mitgeschleift. Der Triebfahrzeugführer machte daraufhin eine Schnellbremsung. Dabei geriet der 22-Jährige zwischen Zug und Bahnsteigkante. Dass er sich nur eine Schürfwunde zuzog, sei ein Wunder, sagt die Bundespolizei. Der 22-Jährige kam mit auf die Wache, gegen ihn wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.
Ehemaliger Patient soll Arzt erstochen haben
Zu der tödlichen Messerattacke auf einen Arzt in Oberbayern sind weitere Einzelheiten bekannt. Die Deutsche Presse-Agentur meldet, dass es sich bei dem Tatverdächtigen nach ersten Ermittlungen um einen ehemaligen Patienten des Arztes handelt. Polizei und Staatsanwaltschaft erklärten nur, es gebe Hinweise darauf, "dass zwischen dem Opfer und dem mutmaßlichen Täter vor einigen Jahren ein berufsbedingter Kontakt bestand". Der 40-Jährige soll den 64-jährigen Mediziner gestern Abend vor einer Klinik in Wasserburg am Inn erstochen haben. Er wurde festgenommen und in eine forensische Fachklinik gebracht. Gegen ihn wird wegen Mordes ermittelt.
Führt Zuwanderung wirklich zu mehr Straftaten?
In welchem Zusammenhang steigende Migration zu dem Anstieg der Straftaten steht, ordnen Innenministerin Faeser und ihre Kollegen bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2023 ein. Maßgebend sei das Integrationsgelingen. Dennoch mahnt BKA-Chef Münch an, es sei nicht richtig, "dass Menschen aus anderen Herkunftsstaaten prinzipiell krimineller sind".
Gefährliches Hobby - so tief kann Sarah Connor tauchen
Wer singt, braucht starke Lungen und Sarah Connor hat offensichtlich einen langen Atem. Die Sängerin betreibt ein besonderes Hobby mit Nervenkitzel-Faktor: Apnoetauchen. Dabei schafft sie es bereits in beachtliche Tiefen, doch die nächste Bestmarke ist schon anvisiert.
Verdächtige nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung auf Mallorca festgenommen
Auf Mallorca hat die Polizei vier Männer festgenommen, die eine Frau vergewaltigt haben sollen. Es handelt sich um vier Urlauber aus Italien. Einer von ihnen soll die junge Frau in einem Lokal in Palma kennengelernt haben. Die beiden sollen später in der Ferienwohnung der Männer einvernehmlich Sex gehabt haben. Im Anschluss sollen die drei Freunde des Mannes die Frau vergewaltigt haben. Das mutmaßliche Opfer erstattete Anzeige bei der Polizei, die die vier Männer kurz vor ihrer Rückreise festnahm.
Die Polizei auf Mallorca ermittelt zu weiteren Fällen: Vier Urlauber aus Deutschland sitzen derzeit noch in Untersuchungshaft in Palma, weil sie im Juli 2023 eine deutsche Urlauberin am Ballermann vergewaltigt haben sollen. Im August nahm die Polizei eine französischsprachige Urlaubergruppe fest, die sich in Magaluf an einer britischen Touristin vergangen haben soll.
Carlo von Tiedemann glaubt, nur knapp dem Tod entkommen zu sein
Um die Gesundheit von Moderator Carlo von Tiedemann stand es in letzter Zeit nicht gut. Zwei Monate sei er im Krankenhaus gewesen, dann noch einen Monat in der Reha, berichtet er der "Bild"-Zeitung. Er sei dem Tod "gerade noch mal von der Schippe gesprungen", glaubt der 80-Jährige, dessen Herzschrittmacher entfernt werden musste. "Ich kam mit einer bakteriellen Infektion an den Herzkranzgefäßen in die Klinik", erzählt er. Der Schrittmacher, der ihm vor gut einem Jahr eingesetzt wurde, "musste raus, es war lebensbedrohlich", er habe nur schwer atmen können. Als ob das nicht schlimm genug wäre, fing er sich seinen Angaben zufolge während des Klinikaufenthaltes auch noch eine Lungenentzündung ein und brach sich einen Rückenwirbel. Wegen des Wirbels habe er zwei Mal operiert werden müssen. Der Moderator hofft, nun aus dem Gröbsten raus zu sein.
Bundespresseball wird ohne AfD gefeiert
Der Bundespresseball diesen Freitag, zu dem unter anderem führende Politiker eingeladen werden, steht unter dem Motto: "Für die Pressefreiheit. Demokratie schützen." Passt die AfD dazu? Nein, meint der Vorsitzende des Vereins Bundespressekonferenz, Mathis Feldhoff. Zum ersten Mal, seitdem die Partei 2017 in den Bundestag eingezogen ist, gibt es für AfD-Politiker keine Einladung. Feldhoff sagt, dass die AfD Journalisten und Medien gezielt von Veranstaltungen ausgeschlossen oder dort unter Druck gesetzt habe. "Die Partei passt nicht zu uns. Mit denen kann man kaum die Demokratie verteidigen."
FDP-Fraktionschef fordert Musterung von fast einer Million Reservisten
Um die Bundeswehr zu stärken, schlägt FPD-Fraktionschef Christian Dürr vor, die rund 900.000 Bundeswehr-Reservisten zur Musterung zu schicken. Dies könne Klarheit darüber geben, "auf welche Frauen und Männer wir zurückgreifen könnten", sagt Dürr. Die Reservisten seien Menschen, "die dankenswerterweise bereit sind, als Reserve Teil der Streitkräfte zu sein", so der FDP-Mann. Sie hätten dazu eine freiwillige Entscheidung getroffen. Überlegungen zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht lehnt er hingegen ab.
Reservisten der Bundeswehr sind frühere Soldaten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums leistet die Reserve Beiträge zur Landes- und Bündnisverteidigung, zum Heimatschutz sowie zur Unterstützung alliierter oder befreundeter Streitkräfte in Deutschland. Reservisten würden dabei je nach Ausbildung und zeitlicher Verfügbarkeit eingesetzt.
Kate Winslet will 50 "unglaubliche Dinge" tun
Falls bald Ihr Geburtstag ansteht, könnten Sie sich von Kate Winslet inspirieren lassen. Die schmiedet schon Pläne für ihren 50. Geburtstag, auch wenn der erst in anderthalb Jahren ist. "Hier ist mein Plan. Ich möchte 50 unglaubliche Dinge zum 50. Geburtstag tun", sagt der Hollywoodstar in der "Chris Evans Breakfast Show". "Es müssen freundliche Taten sein, körperliche Höchstleistungen und wahrscheinlich so etwas wie Essen probieren, das ich noch nie probiert habe. So etwas würde mir gefallen", erklärt sie.
Simon Harris ist jüngster irischer Premier
Wie erwartet wählt das Parlament in Dublin Simon Harris zum neuen Regierungschef. Mit 37 Jahren ist er der jüngste Premier, den das Land hatte. Bisher war Harris Hochschulminister und folgt auf Leo Varadkar, der überraschend zurückgetreten war.
Schichtwechsel
Hallo, liebe Leserinnen und Leser! Willkommen zur Nachmittags-Runde bei "Der Tag", die heute relativ ruhig beginnt. Mal schauen, was noch alles passiert. Ich, Heidi Ulrich, halte Sie hier auf dem Laufenden.
Schock beim Familien-Schnorcheln: Hai vor Kamera, Vater handelt richtig
Beim Familienurlaub am Roten Meer in Ägypten erlebt Familie Dietz einen Schreck, der auch noch eine Woche später deutlich nachwirkt. Das Urlaubsvideo zeigt, wie beim Schnorcheln plötzlich der Schatten eines großen Hais immer näher kommt. Dem Vater kommen die Tränen, als er über das Erlebte berichtet.
ESC-Finalrunde: Thorsten Schorn übernimmt von Peter Urban
Der Radio- und Fernsehmoderator Thorsten Schorn wird in diesem Jahr die Finalrunden des Eurovision Song Contest (ESC) für das deutsche Publikum kommentieren. Schorn übernimmt damit die Nachfolge des legendären Moderators Peter Urban, der im vergangenen Jahr nach 25 Ausgaben letztmalig ein ESC-Finale kommentierte.
"Es ist mir eine große Ehre und Freude, die Nachfolge von Peter Urban als ESC-Kommentator anzutreten", erklärt Schorn. Der 48-Jährige ist unter anderem als Radiomoderator beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) und Fernsehmoderator für ARD und RTL bekannt.
Zudem besitzt Schorn bereits Erfahrung mit dem ESC. Er berichtete laut NDR schon für das Radio live von nationalen Vorentscheiden oder wirkte etwa als sogenannter Offsprecher bei verschiedenen Sendungen rund um den ESC beim ARD-Sender One mit. Schorn werde das Publikum mit seiner Expertise, seiner Leidenschaft, seinem Witz und seiner markanten Stimme begeistern, erklärte der Chef des ESC-Teams beim NDR, Andreas Gerling. Er passe sehr gut zum ESC. Schorn wird das deutsche Publikum sowohl durch die beiden ESC-Halbfinale am 7. und am 9. Mai sowie durch das Finale am 11. Mai begleiten. Alle drei ESC-Shows werden live aus dem schwedischen Malmö übertragen. Deutschland geht mit dem 29-jährigen Sänger Isaak und seinem Lied "Always On The Run" an den Start.
Arolsen Archives: 20.000 Anfragen zu über 28.000 Personen
Das internationale Zentrum über NS-Verfolgung im nordhessischen Bad Arolsen hat 2023 eine deutliche Zunahme an Anfragen verzeichnet. "Das Interesse von Angehörigen und nachfolgenden Generationen an Informationen über NS-Verfolgte und ihre Schicksale ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen", teilen die Arolsen Archives mit. Demnach gingen 2023 mehr als 20.000 Anfragen zu über 28.000 Personen ein. Das sei eine Steigerung um gut 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Online-Archiv der Einrichtung habe sogar 43 Prozent mehr Zugriffe verzeichnet. Rund 680.000 Nutzerinnen und Nutzer hätten in der Datenbank recherchiert.
Die Arolsen Archives gelten als weltweit umfassendste Sammlung zu den Opfern der NS-Verbrechen. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum Unesco-Weltdokumentenerbe. Die meisten Suchanfragen stellten laut Mitteilung mit 79 Prozent Familienangehörige. Elf Prozent kamen aus dem Bereich der Forschung, 6,5 Prozent von historisch Interessierten. Etwa die Hälfte der Anfragen kam demnach aus Deutschland, Polen und Frankreich, gefolgt von Italien und Israel. Bei fast 60 Prozent fanden die Arolsen Archives den Angaben zufolge Informationen und Dokumente.
Zudem konnten die Arolsen Archives den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 180 Umschläge mit persönlichen Gegenständen an die Familien von ehemaligen KZ-Häftlingen übergeben. Das sei mehr als jemals zuvor. 2021 waren es demnach 95, 2022 noch 84 gewesen. Seit 2016 händigte die Einrichtung laut Mitteilung über 850 Umschläge mit Schmuck, Uhren, Fotos oder Papieren an die Familien der Verfolgten aus.
180 Romane auf Shortlist für Deutschen Buchpreis
180 Romane gehen in das Rennen für den diesjährigen Deutschen Buchpreis. 106 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben Romane bei der Jury eingereicht, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mitteilt.
Von den eingereichten Titeln stammen demnach 91 aus dem aktuellen Frühjahrsprogramm, 76 weitere kommen erst im Herbst auf den Markt. 13 Titel sind bereits im vergangenen Herbst erschienen. Die renommierte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen. Jeder Verlag konnte maximal zwei Titel einreichen, die zwischen Oktober 2023 und dem 17. September 2024 erschienen sind oder erscheinen. Ergänzend können bis zu fünf weitere Titel empfohlen werden - aus dieser Liste kann die Jury Titel für den Auswahlprozess anfordern.
Bei ihrer ersten gemeinsamen Jurysitzung wählten die Jurymitglieder Natascha Freundel vom RBB zu ihrer Sprecherin. Der Jury gehören sechs weitere Mitglieder an. Sie entscheidet über den Roman des Jahres in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Am 20. August 2024 gibt sie die 20 nominierten Titel bekannt. Aus dieser Longlist wählen die Juroren sechs Titel für die Shortlist, die am 17. September 2024 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung, am 14. Oktober 2024, erfahren die sechs Autorinnen und Autoren, wer gewonnen hat. Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche und wird seit 2005 verliehen. Der Preis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25.000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro.
Alsterschwäne in love - endlich wieder!
Die Hamburger Alsterschwäne haben ihr Winterquartier verlassen und schwimmen nun wieder auf den Gewässern der Hansestadt. Die rund 90 Tiere wurden heute vom sogenannten Schwanenvater Olaf Nieß und seinem Team vom Winterquartier am Eppendorfer Mühlenteich bis zur Außenalster geleitet. Von da aus werden die Höckerschwäne ihre angestammten Brutplätze suchen und einnehmen. Unter den Schwänen sind auch etwa 20 Jungtiere. Sie sind an ihrem noch grauen Gefieder zu erkennen.
In den vergangenen Monaten waren die Tiere zum Schutz vor der Vogelgrippe in einem großen Zelt untergebracht. Schwanenvater Nieß: "Wir freuen uns sehr, dass die Schwäne das Winterquartier in dieser Saison sehr gut überstanden haben. So können wir die gut 90 Tiere wieder frühzeitig auf die Alster entlassen und unserer Stadt für den Sommer eine Attraktion zurückgeben."
Die Alsterschwäne gelten als eines der Wahrzeichen Hamburgs. Sie werden seit Jahrhunderten in der Hansestadt gehegt und gepflegt. Dafür wurde mit dem Hamburger Schwanenwesen 1674 eigens eine städtische Dienststelle mit dem Amt des Schwanenvaters eingeführt.
Deutschland angeklagt von Nicaragua - Vorwürfe haltlos
Deutschland hat die Klage Nicaraguas wegen Beihilfe zum Völkermord im Gazastreifen als haltlos zurückgewiesen. "Diese Vorwürfe entbehren jeder rechtlichen und tatsächlichen Grundlage", so die Leiterin der deutschen Delegation, Tania von Uslar-Gleichen, vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Deutschland verletze weder die Völkermord-Konvention noch humanitäres Völkerrecht. "Deutschlands Handeln in diesem Konflikt wurzelt fest im internationalen Recht", bestätigt die Beauftragte für Völkerrecht im Auswärtigen Amt.
Nicaragua beschuldigt Deutschland vor dem höchsten UN-Gericht der Beihilfe zu einem Völkermord im Gazastreifen durch die Lieferung von Waffen an Israel. Deutschland demgegenüber wirft Nicaragua vor, falsche Angaben gemacht zu haben. Deutschland liefere zum weitaus größten Teil allgemeine Rüstungsgüter und nicht Waffen, die direkt bei Kampfhandlungen eingesetzt werden können. Seit Oktober 2023 seien nur vier Lizenzen für Waffen erteilt worden, dabei ging es um Munition für Trainingszwecke und ein U-Boot. Alle Rüstungsexporte nach Israel würden von deutschen Behörden außerdem eingehend geprüft. Es ist der letzte Tag der Anhörung. Danach werden die 16 höchsten Richter der UN über einen Eilantrag Nicaraguas beraten.
Nicaragua fordert unter anderem den sofortigen Stopp der Rüstungslieferungen an Israel sowie die Wiederaufnahme der Beiträge für das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA im Gazastreifen. Mit einer Entscheidung des Gerichts wird in etwa zwei Wochen gerechnet.
So riechen Parteien - wonach riechen Sie?
Wenn man denkt, doofer geht's nicht mehr, dann kommt von irgendwo eine Duftwolke her: Diplom-Psychologe Dr. Joachim Mensing - arbeitete unter anderem für bekannte Hersteller wie "Estée Lauder" und entwickelte den Duft-Klassiker "Cool Water" von Davidoff (konnte ich noch nie gut riechen) - hat für die "Bild"-Zeitung ein etwas ungewöhnliches Experiment gewagt: Wie duftet Politik? Oder: Was wäre, wenn Parteien Parfüms wären?
Wenn Sie nun auf holzig-ledrig-rauchig stehen, dann haben Sie Pech gehabt: Da ich nicht davon ausgehe, dass der/die gewöhnliche ntv.de-LeserIn auf die AfD abfährt, ein Schock, oder? Denn ledrig-animalische Düfte stehen für Männlichkeit – ob AfD-Chefin Alice Weidel diese Duftrichtung auch mag, ist nicht bekannt. (Düfte mit starker Ledernote: "Tuscan Leather" von Tom Ford, "Cuir Intense" von Guerlain. Gemein, wer soll das jetzt noch kaufen?)
Die CDU dagegen duftet laut Mensing nach klassischen Fruchtnoten und leuchtenden Blumen - ob das dem Partei-Chef Friedrich Merz auch gefällt? (In diese Duftfamilie fallen viele Klassiker: "Paris" von Yves Saint Laurent, "Super" von Estée Lauder oder "Trésor" von Lancôme.)
Die SPD von Bundeskanzler Olaf Scholz duftet "floriental", ein Duft, der früher sehr beliebt war - wie die Partei. (Typische Parfüms dieser Richtung sind: "L'Heure Bleue" von Guerlain, "Narcisse" von Chloé, "Loulou" von Cacharel. - Mir wird einiges klar.)
Der Trend der "Garden-Parfümerie" passt - "Tusch" - gut zu den Grünen und ihrer Chefin Annalena Baerbock. (Duftbeispiele für Gemüsenoten: "Verte Euphorie" von L'Atelier Parfum, "Le Jardin de Monsieur McGregor" von 4160 Tuesdays, "Replica From the Garden" von Maison Margiela.)
Die "Chypre-Noten" kommen aus Zypern, stehen für Leistung und Erfolg – das könnte FDP-Chef Christian Lindner auch gefallen. Vielleicht sollte er sich mal mit etwas mehr "Chypre" eindieseln. (Typische Parfüms: "Terre d'Hermès" von Hermès, "Nomade" von Chloé.)
"Doomsday" in Fellbach: Mit Harpune und Bomben ins Rathaus
Sie soll sich gedemütigt gefühlt haben, wollte sich rächen am Staat: Wegen der mutmaßlichen Planung eines Amoklaufs auf ein Rathaus und ein Amtsgericht steht eine 25 Jahre alte Frau seit Dienstag in Stuttgart vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, zu Hause Bomben, Schusswaffen, Schwarzpulver, Harpunen, Macheten und Messer gehortet zu haben. Mit dem Waffenarsenal und einem vorgetäuschten Termin wollte sie sich der Anklage zufolge Zugang zum Rathaus in Fellbach und zum Amtsgericht in Waiblingen verschaffen, um dort Mitarbeiter und möglichst viele Unbeteiligte zu töten. Anschließend wollte sie die Gebäude in Brand setzen und sich das Leben nehmen, so der Vorwurf.
"Ihr Ziel war es, sich an der Gesellschaft und an staatlichen Institutionen zu rächen, von denen sie sich tyrannisiert und gedemütigt fühlte", so der Staatsanwalt zum Prozessauftakt. Eine Rolle habe demnach auch gespielt, dass ein Mitarbeiter des Fellbacher Rathauses die Annäherungsversuche der Frau zuvor abgelehnt hatte. Die Frau habe in Notizbüchern und Abschiedsbriefen den geplanten Anschlag als "Doomsday" oder "Tag X" bezeichnet. In den Briefen habe sie zudem fremdenfeindliches Gedankengut offenbart, so der Staatsanwalt.
Es sollen noch eine ehemalige und die aktuelle Betreuerin der Frau aussagen. Der Anwalt der 25-Jährigen beantragte den Ausschluss der Öffentlichkeit für die Befragungen. Der mutmaßliche Anschlagsplan war bei einer Wohnungsdurchsuchung im vergangenen Jahr aufgeflogen. Deren Auslöser waren Streitigkeiten der Frau mit Nachbarn. Deshalb sollte die Frau von ihrer Sozialunterkunft in eine andere Unterkunft in Fellbach im Rems-Murr-Kreis verlegt werden. Beim Umzug durch ein Dienstleistungsunternehmen seien verdächtige Unterlagen und Gegenstände gefunden worden, woraufhin die Polizei verständigt worden sei.
Europäisches Menschenrechtsgericht verurteilt Schweiz mangels Klimaschutz
Das Europäische Menschenrechtsgericht hat in einem wegweisenden Urteil die Schweiz wegen mangelnden Klimaschutzes verurteilt.
Die Richterinnen und Richter gaben einer Gruppe Schweizer Seniorinnen recht, die ihrer Regierung vorwerfen, nicht genug gegen den Klimawandel zu tun.
Die Klimaklage eines ehemaligen Bürgermeisters eines französischen Küstenortes wies das Gericht in Straßburg am Dienstag hingegen zurück.
Die Klimaklage von portugiesischen Jugendlichen gegen Deutschland und mehr als 30 andere europäische Staaten ist vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gescheitert. Die Richter wiesen die Klage auf mehr Klimaschutz am Dienstag in Straßburg als unzulässig ab.
Messergewalt – "Deutschland ist auf keinem guten Weg"
Die Kriminalitätsstatistik zeigt eine alarmierende Entwicklung auf: Gewalttaten nehmen deutlich zu. Unter den Tätern nimmt der Anteil junger Menschen und von Personen ohne deutschen Pass zu. Der Bundeschef der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke, sieht jetzt die Bundesregierung in der Pflicht.
Hillary Clintons (leicht) ironischer Ratschlag
"Bitte befolgen Sie keine (medizinischen) Ratschläge von einem Mann, der DIREKT in eine Sonnenfinsternis geschaut hat."
Wärmster März, zehnter Monat in Folge weltweiter Temperaturrekord
Mit dem wärmsten März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist den zehnten Monat in Folge ein weltweiter Temperaturrekord erreicht worden, die Temperaturen an den Meeresoberflächen hätten einen "schockierenden" neuen Höchststand erreicht, teilt das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus mit. Der Temperaturanstieg erhöht das Risiko für Extremwetterereignisse wie Stürme oder Überschwemmungen.
Laut den Copernicus-Messungen war der März in diesem Jahr weltweit um 1,68 Grad Celsius wärmer als ein durchschnittlicher März zwischen 1850 und 1900, dem Referenzzeitraum für das vorindustrielle Zeitalter. In den vergangenen zwölf Monaten lag die weltweite Durchschnittstemperatur demnach 1,58 Grad über dem vorindustriellen Zeitalter. Bei den Temperaturen an den Meeresoberflächen wurde der im Februar aufgestellte Höchstwert mit nun durchschnittlich 21,07 Grad - ohne polnahe Gebiete - noch einmal übertroffen. "Das ist unglaublich ungewöhnlich", sagte Burgess.
Durch eine Überhitzung der Weltmeere ist auch ihre Klimaschutzfunktion bedroht. Bislang haben sie die Erde bewohnbar gehalten, indem sie seit der industriellen Revolution 90 Prozent der überschüssigen Hitze absorbiert haben, die die Menschheit insbesondere durch die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Öl und Kohle verursacht hat. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die internationale Gemeinschaft vereinbart, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung gerät dieses Ziel immer mehr außer Reichweite, eine dauerhafte Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze scheint absehbar.
Die Rente ist sicher - Deutschlands Bevölkerung wächst
Statistisch gesehen legt Deutschland bei der Bevölkerungszahl laut einer Studie bis zum Jahr 2040 minimal zu. Laut dem "Wegweiser Kommunen" der Bertelsmann Stiftung werden in 16 Jahren rund 0,6 Prozent mehr Menschen in der Bundesrepublik leben. Das Problem: Die Entwicklung verteilt sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Bundesländer. Während das Saarland und die östlichen Bundesländer mit Bevölkerungsrückgängen planen müssen, prognostizieren die Autoren für die anderen Länder ein Plus. Vergleichspunkt mit 2040 für die Stiftung ist das Jahr 2020. Laut Statistischem Bundesamt lebten vor vier Jahren 83,15 Millionen Menschen in Deutschland.
Laut der Berechnung liegt die Bevölkerungsentwicklung in den 13 Flächenländern zwischen plus 4,6 Prozent für Baden-Württemberg und minus 12,3 Prozent in Sachsen-Anhalt. In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg gibt es mit 5,8 und 3,5 Prozent ein deutliches Plus. Bremen legt mit 1,1 Prozent nur moderat zu. Bei den kreisfreien Städten erwarten Leipzig, Potsdam und Bamberg einen Zuwachs von mehr als 10 Prozent. Schlusslichter beim Minus sind Kreise und kreisfreie Städte in den östlichen Bundesländern mit Rückgängen von 17 Prozent und mehr.
"Drei Faktoren sind für Vorausberechnungen entscheidend: Geburten, Sterbefälle und Wanderungen. Die Punkte 1 und 2 entwickeln sich relativ stringent, die Wanderungen sind der schwierige Teil", sagt Studienautorin Petra Klug. "Es gab in den vergangenen Jahren zwei Ereignisse, die Vorausberechnungen erschwert haben. Das war 2015 der Krieg in Syrien und 2022 der Krieg in der Ukraine. Beide hatten und haben extreme Auswirkungen auf die Berechnungen", so die Expertin der Bertelsmann Stiftung.
Conan Gray - fleischgewordener Mädchentraum, bald auf Tour
Conan Gray - der fleischgewordene Traum sämtlicher Mädels von Kiel bis nach Katmandu: Sein neues Album "Found Heaven" erschien letzte Woche und wird sicherlich wieder ein Top 5-Hit in den USA. Produziert hat es Legende Max Martin, der auch schon für Britney Spears, Ariana Grande, The Weeknd, Pink, Backstreet Boys, Justin Timberlake arbeitete.
Breakup-Songs sind für ihn zwar -Liebeslieder, er hält aber trotzdem gerne die Balance zwischen positiven und düsteren Stücken: "Manchmal braucht man Songs, die sagen: 'Ich liebe dich'. Kein 'Aber'. Einfach nur: 'Ich liebe dich'.
In diesem Jahr geht Conan Gray auf weltweite Tour, die ihn in 16 Länder rund um den Globus führen wird. Zahlreiche Termine in den USA sind bereits ausverkauft. Im Jahr 2023 stand Conan auf der Bühne des Global Citizen Festival im New Yorker Central Park, trat vor fast 300.000 Menschen beim Lollapalooza in Lateinamerika und vor fast 40.000 Menschen beim Outside Lands auf.
Conan sorgt außerdem immer wieder gerne für modische Schlagzeilen, zum Beispiel, als er bei der Met Gala 2023 einen maßgeschneiderten Balmain-Look trug. In kürzester Zeit wurde er von Zeitschriften wie Vogue, Esquire, Teen Vogue, Insider, NPR und vielen anderen zu einem der "Best Dressed" des Abends gewählt.
AKW Saporischschja: GAU "wäre für Westeuropa kein zweites Tschernobyl"
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt Berichte von Drohnenangriffen auf das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja. Die seien jedoch verhältnismäßig "harmlos", meint ntv-Reporter Rainer Munz. Experten würden bei einer Katastrophe zudem nur eine geringe Gefahr für Westeuropa sehen.
Hamas prüft dreistufigen Vermittlervorschlag
Obwohl Israel während der Gespräche auf keine der Forderungen eingegangen sei, prüfe die Führung der Bewegung den dreistufigen, vorgelegten Vorschlag: Er sehe in einem ersten Schritt eine sechswöchige Feuerpause vor. Derweil forderten Frankreich, Ägypten und Jordanien einen "unverzüglichen" Waffenstillstand in dem Krieg.
Laut dem Vorschlag soll die Waffenruhe einen Austausch von israelischen Geiseln und palästinensischen Gefangenen ermöglichen. Demnach sollen insgesamt 42 der in den Gazastreifen verschleppten Menschen freigelassen werden. Im Gegenzug solle Israel bis zu 900 inhaftierte Palästinenser freilassen, von denen etwa 100 lange oder lebenslange Haftstrafen verbüßen. Die erste Phase des Vorschlags sehe auch die Rückkehr vertriebener palästinensischer Zivilisten in den Norden des Gazastreifens sowie 400 bis 500 Lastwagen mit Hilfslieferungen für das Palästinensergebiet täglich vor.
In der zweite Phase soll demnach die Freilassung aller israelischer Geiseln geschehen, inklusive Soldaten und Offiziere, im Austausch für eine Anzahl palästinensischer Flüchtlinge, die noch festgelegt werden soll. Zu diesem Zeitpunkt sollten zudem israelische Militärkontrollpunkte beseitigt werden, erläuterte die Hamas-Quelle. Ein dritter Teil des Abkommens beinhaltet demnach einen dauerhaften Waffenstillstand und einen vollständigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen.
Spiel, Satz und Glitzer: Zendaya auf Tennisball-Absätzen in Rom
Zendaya hat einmal mehr ihren Style unter Beweis gestellt. Bei einem Fototermin zum neuen Kinofilm "Challengers" begeistert sie im glitzernden Tennis-Look - mit ganz besonderen Details. Zum Tennisspielen allerdings ist der Look nicht wirklich geeignet.
Während die US-Schauspielerin auf der Promotour zu "Dune 2" im Februar noch mit zahlreichen an den Film angelehnten Sci-Fi-Looks begeisterte, bewirbt die 27-Jährige nun ihren neuen Film "Challengers - Rivalen" mit Tennis-Looks: Zu einem Fototermin in Rom erschien Zendaya nun in einem silber-glitzernden Mini-Tenniskleid mit tiefem Ausschnitt. Besonderer Hingucker: An den Absätzen ihrer weißen Pumps war jeweils ein knallgelber Tennisball befestigt.
In dem Kinofilm von Regisseur Luca Guadagnino spielt Zendaya die frühere Tennisspielerin Tashi, die nach einer Verletzung als Trainerin maßgeblich zum Erfolg ihres Ehemanns beigetragen hat. Als der Grand-Slam-Sieger in ein Formtief gerät, zwingt sie ihn, an einem zweitklassigen Challenger-Turnier teilzunehmen. Dabei muss Tashi feststellen, dass auch ihr ehemaliger Lebensgefährte und Arts früherer bester Freund für den Wettkampf gemeldet ist. In der Folge leben zwischen den drei alte Rivalitäten neu auf - sowohl auf, als auch abseits des Tennisplatzes. In den deutschen Kinos ist "Challengers - Rivalen" ab dem 25. April zu sehen.
Das wird heute wichtig
Da wird's heute ordentlich was auf die Mütze geben vor der versammelten Hauptstadt-Presse: Die üblichen Fragen nach dem "Wieso weshalb warum?", denn Bundesinnenministerin Nancy Faeser stellt in Berlin die Kriminalstatistik 2023 für Deutschland vor. Nach Presseberichten ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um mehr als fünf Prozent gestiegen. Laut "Welt am Sonntag" nahm die Zahl der Tatverdächtigen im Vergleich zum Jahr 2022 um 7,3 Prozent auf knapp 2,25 Millionen zu. Davon hätten 923.269 Personen keinen deutschen Pass gehabt, ein Plus von 17,8 Prozent. An der Pressekonferenz nimmt auch der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch, teil. Damit einen guten Morgen, passen Sie schön auf sich auf!
Was heute sonst noch wichtig wird
Das Bundesverfassungsgericht urteilt heute zu den Rechten leiblicher Väter. Das Thema ist juristisch umstritten: Eine Mutter verhindert, dass der Vater des gemeinsamen Sohnes rechtlich in dieser Rolle anerkannt wird. Dagegen klagt der Mann. Das Urteil könnte Hinweise für eine geplante Gesetzesreform geben.
Verletzt ein Staat Menschenrechte, wenn er nicht genügend gegen den Klimawandel tut? Zu dieser Frage spricht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg um 10.30 Uhr gleich drei Urteile. Geklagt haben Jugendliche aus Portugal, Seniorinnen aus der Schweiz und ein französischer Bürgermeister.
Die USA wollen den indirekten Verhandlungen über eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas laut Medienberichten mit einem neuen Kompromissvorschlag zum Erfolg verhelfen. Ein von CIA-Direktor William Burns in Kairo präsentierter Vorschlag sieht vor, dass die islamistische Organisation im Zuge einer sechswöchigen Feuerpause 40 der mehr als 100 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln im Tausch gegen 900 palästinensische Häftlinge freilässt - darunter 100, die wegen Mordes an Israelis zu lebenslanger Haft verurteilt wurden.
Die Ukraine unternimmt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj "maximale Anstrengungen" für Schutz und Unterstützung der Großstadt Charkiw im Osten des Landes. Dies gelte sowohl für den zivilen als auch den militärischen Bereich.
Der FC Bayern kämpft in der Champions League um 21 Uhr um die letzte Titelchance dieser Fußball-Saison. Im Hinspiel beim FC Arsenal beabsichtigen die Münchner, sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel zu erarbeiten. Mit nach London reisten die bisher verletzt fehlenden Manuel Neuer, Leroy Sané, Kingsley Coman und Aleksandar Pavlovic.
Weil sie einen Amoklauf auf Mitarbeiter des Rathauses in Fellbach geplant haben soll, muss sich eine Frau ab 9 Uhr vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten.
Im Prozess um das Verschwinden einer Schwangeren müssen sich um 9 Uhr zwei Männer unter anderem wegen Mordes vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten.
Ein Gewaltverbrechen mit drei Toten im schwäbischen Langweid wird ab 13 Uhr vor dem Landgericht Augsburg verhandelt: Ein 64 Jahre alter Sportschütze soll drei Nachbarn mit Kopfschüssen getötet haben.
Frauenanteil bei der Deutschen Bahn steigt
Der Anteil an Frauen unter den Angestellten der Deutschen Bahn ist weiter gestiegen. "Mehr als 55.000 Frauen arbeiten nun bundesweit bei der DB in Deutschland, das entspricht 24,1 Prozent", teilt der Konzern mit. Vor einem Jahr lag der Anteil demnach noch bei 23,6 Prozent. "Die Eisenbahnbranche war jahrzehntelang eine fast reine Männerdomäne, aber inzwischen sind immer mehr DB-Kolleginnen im Einsatz."
Der Frauenanteil unter den Führungskräften stieg den Angaben zufolge noch stärker - "binnen eines Jahres um mehr als zwei Prozentpunkte auf nun 29,4 Prozent". Die DB hat sich das Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres 30 Prozent der Stellen von Führungskräften mit Frauen zu besetzen.
"Wir sind stolz auf unseren bisherigen Fortschritt, sehen aber noch Raum für Verbesserungen", so DB-Personalvorstand Martin Seiler. "Die Deutsche Bahn bietet nicht nur attraktive Berufe und Beschäftigungsbedingungen, sondern investiert auch gezielt in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen.
Schwefelsäure im Mekong
Nach einem Unfall mit Schwefelsäure besteht Sorge um den mächtigen Fluss Mekong zwischen Laos und Thailand. Im Touristenort Luang Prabang kippte ein Lastwagen um, der 30 Tonnen der gefährlichen Substanz geladen hatte - woraufhin sich ein Teil der ätzenden Flüssigkeit in den Nam Khan River ergoss, wie thailändische Medien berichten. Dieser mündet in den Mekong.
Bisher seien die Messwerte des Wassers im Grenzgebiet nicht bedenklich, obwohl sich der Unfall bereits am vergangenen Mittwoch ereignet habe. Die Behörden beider Länder hätten beschlossen, Wasser aus dem Xayaburi-Staudamm in Laos abzulassen, um die Schwefelsäure zu verdünnen und die Auswirkungen flussabwärts in Richtung Thailand abzumildern. Die Sorge war dennoch groß, da ab dem kommenden Wochenende in Thailand das bekannte Wasserfest Songkran stattfindet, das traditionelle Neujahrsfest nach dem Mondkalender. Dabei finden tagelang ausgelassene Wasserschlachten statt - auch mit Wasser aus Flüssen. Auch Laos feiert das neue Jahr als Wasserfest.
Bislang sei das Schwimmen und Fischen im betroffenen Gebiet des Mekong unbedenklich, jedoch sollten die Menschen unbedingt auf Zeichen möglicher Verunreinigung und Warnungen der zuständigen Behörden achten. Wer in Kontakt mit kontaminiertem Wasser komme, solle sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Der Mekong schlängelt sich rund 4350 Kilometer durch China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam - vom Himalaja durch Schluchten und Ebenen bis zum Mekong-Delta und von dort ins Südchinesische Meer.
Tödlicher Schuss: "Baldwin hatte "keine Kontrolle" über sich selbst"
Im Fall des tödlichen Schusses von Hollywoodstar Alec Baldwin auf eine Kamerafrau beim Dreh des Westerns "Rust" sind mögliche Argumentationsweisen der Staatsanwaltschaft bekannt geworden. In einer am Montag veröffentlichten Gerichtsakte heißt es, der Schauspieler, dem fahrlässige Tötung vorgeworfen wird und der seine Verantwortung bestritten hat, habe am Set "keine Kontrolle" über sich selbst gehabt.
"Herrn Baldwins Verhalten am Set von 'Rust' zu beobachten, bedeutet, Zeuge eines Mannes zu werden, der absolut keine Kontrolle über seine eigenen Emotionen hat und sich absolut keine Gedanken darüber macht, wie sich sein Verhalten auf die Menschen um ihn herum auswirkt." Zeugen hätten ausgesagt, dass "genau dieses Verhalten zu Sicherheitsbeeinträchtigungen am Set beitragen hat". Morrissey schrieb, Baldwin habe sich in Interviews und bei Medienauftritten in Bezug auf den Schuss immer wieder selbst widersprochen. "Jedes Mal, wenn Herr Baldwin sprach, kam eine andere Version der Ereignisse aus seinem Mund, und seine späteren Aussagen widersprachen seinen früheren Aussagen."
Baldwin war im Januar im Fall des tödlichen Schusses auf die Kamerafrau Halyna Hutchins beim Dreh des Low-Budget-Western "Rust" im Oktober 2021 angeklagt worden. Der 65-Jährige hat auf nicht schuldig plädiert. Bei einem Schuldspruch droht ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu 18 Monaten. In dem Fall wurde auch die Waffenmeisterin am Set, Hannah Gutierrez-Reed, wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und im vergangenen Monat für schuldig befunden. Das Strafmaß wird voraussichtlich in der kommenden Woche festgelegt.
Tricia Tuttle will Berlinale umkrempeln
Die neue Berlinale-Chefin Tricia Tuttle will bei den Internationalen Filmfestspielen künftig größere Filmtitel auf der Leinwand zeigen. "Wir sprechen nicht über eine umfassende, radikale Änderung des Programms", so Tuttle.
Die US-Amerikanerin hat Anfang April die Intendanz des Filmfestivals übernommen. Sie würde gerne sehen, dass bei dem Festival gezeigte Produktionen mehr Einfluss auf das internationale Filmgeschäft haben, betont die 53-Jährige. Es gehe nicht darum, die Art und Weise der Programmgestaltung zu verändern. Vielmehr wolle sie Verleihern, Programmgestaltern und Kritikern dabei helfen, Filme im Programm zu finden, um sie einem weiteren Publikum im internationalen Markt zuzuführen. Tuttle tritt die Nachfolge der Doppelspitze aus Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek an. Damit steht erstmals eine Frau allein an der Spitze der Berlinale. Erst kürzlich sei sie nach Berlin gezogen, erzählte sie. Nun lerne sie Deutsch.
Tuttle kennt den Alltag als Festivalchefin gut: In England hat sie das BFI London Film Festival und das Londoner LGBTQIA+ Filmfestival geleitet. Zudem war sie in leitenden Positionen beim British Film Institute (BFI) oder der British Academy of Film and Television (BAFTA) tätig. Eine erste öffentliche Herausforderung erwartet die neue Leiterin an diesem Mittwoch im Bundestag: Dann sollen im Kulturausschuss die umstrittenen Vorfälle bei der Bären-Gala thematisiert werden. Im Anschluss gab es zahlreiche Kritik bis hin zu Vorwürfen von Israelhass und Antisemitismus.