Mittwoch, 06. Mai 2020Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:32 Uhr

Das war Mittwoch, der 6. Mai 2020

Die Phase eins ist beendet, die neue Normalität mit Corona nimmt nach und nach Gestalt an. Bund und Länder beschließen Lockerungen auf breiter Front - von den Kitas über den Sport bis zur Gastronomie. Was jetzt alles erlaubt ist - und was noch verboten - lesen Sie hier.

Was war heute sonst wichtig:

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend! Bis morgen!

21:58 Uhr

Verdächtiger im Mordfall Nicky Verstappen bleibt länger in U-Haft

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Der mutmaßliche Täter wurde erst 20 Jahre nach dem Mord festgenommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im niederländischen Mordfall Nicky Verstappen ist die Untersuchungshaft des Angeklagten um weitere drei Monate verlängert worden. Das entschied das Gericht in Maastricht. Das Hauptverfahren war wegen der Corona-Krise auf September verschoben worden.

Der Tatverdächtige war erst im Sommer 2018 in Spanien festgenommen worden, nachdem ihm Ermittler nach einem Massen-Gentest auf die Spur gekommen waren. An der Leiche des elf Jahre alten Jungen waren Spuren entdeckt worden, die mit der DNA des Angeklagten übereinstimmen sollen. Der Angeklagte weist die Vorwürfe zurück.

Nicky Verstappen war im August 1998 während eines Sommercamps in der Brunssummerheide nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen verschwunden. Einen Tag später wurde die Leiche des Jungen gefunden.

21:33 Uhr

Joko und Klaas zeigen RTL auf ProSieben

TV-Hammer auf ProSieben, eingefädelt von den Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas-Heufer Umlauf: Die beiden zeigten von 20:15 Uhr bis 20:30 Uhr zur Primetime 15 Minuten lang das aktuelle Live-Programm des Hauptkonkurrenten RTL. Wie kam es dazu?

  • In ihrer Show "Joko & Klaas gegen ProSieben" erkämpften sie am Dienstag den Sieg gegen ihren Sender und gewannen dabei 15 Sendeminuten zur freien Verfügung. Doch ihr geplantes Vorhaben warfen sie kurzfristig über den Haufen und düpierten damit ProSieben.
  • Wie die beiden eingangs erzählten, hätten sie am Mittwoch einen Anruf aus der ProSieben-Zentrale erhalten, ob sie möglicherweise auf ihren Gewinn verzichten könnten. RTL hätte parallel ein Corona-Spezial ins Programm genommen und man wolle gebührend darauf reagieren.
  • Joko und Klaas beharrten eigenen Angaben auf ihre 15 Minuten, entschieden sich aber kurzfristig für ein "ProSiebenRTLspezial". Das bedeutete konkret: Die beiden filmten einfach das laufende RTL-Programm ab, zeigten dies auf ProSieben und unterhielten sich dabei.
Mehr dazu lesen Sie hier.
20:52 Uhr

Unbekannte verwüsten Loveparade-Gedenkstätte

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Das Motiv für die Vandalismus-Tat gibt der Polizei Rätsel auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst am vergangenen Montag war der Loveparade-Prozess eingestellt worden. Jetzt kommt der nächste Schock für die Hinterbliebenen.

Die Gedenkstätte in Duisburg ist beschädigt worden. Eine Gedenktafel aus Stein wurde zerbrochen, auch mehrere Bilder von Opfern des Unglücks wurden zerstört. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Hinweise auf ein Motiv gibt es zunächst nicht.

Im Juli 2010 waren bei der Loveparade in Duisburg 21 junge Menschen auf einer Zugangsrampe erdrückt worden.

20:02 Uhr

ARD-Team bei Corona-Demo angegriffen

Wenige Tage nach der feigen Attacke auf ein ZDF-Team wurde bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude in Berlin ein Kamerateam der ARD angegriffen. Der Angreifer wurde festgenommen. Journalisten wurden laut einem Bericht des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" mehrfach mit "Lügenpresse"-Rufen angefeindet. Mehrere Hundert Menschen protestierten demnach gegen das geplante Infektionsschutzgesetz.

 

19:49 Uhr

Finnisches Projekt: Das bringt bedingungsloses Grundeinkommen

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2000 arbeitslose Finnen bekamen zwei Jahre lang 560 Euro pro Monat geschenkt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das bedingungslose Grundeinkommen wirkt sich positiv auf das psychische Wohlbefinden von Arbeitslosen aus, begünstigt aber nicht deren Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommen finnische Forscher nach einem zweijährigen Pilotprojekt.

  • Die Teilnehmer waren "zufriedener mit ihrem Leben und litten seltener unter psychischer Belastung, Depressionen, Traurigkeit und Einsamkeit", wie die Forscher des finnischen Instituts für Wirtschaftsforschung Vatt erklärten. Zudem hatten sie mehr Vertrauen in ihre Mitmenschen und gesellschaftliche Institutionen.
  • Der erhoffte Anreiz für die Arbeitssuche blieb jedoch weitgehend aus. Im Schnitt arbeiteten die Teilnehmer demnach nur sechs Tage mehr pro Jahr.
  • Die Forscher waren der Frage nachgegangen, ob das bedingungslose Grundeinkommen einen besseren Anreiz setzt, einen Job zu finden als traditionelle Arbeitslosenhilfen, die im Falle einer Anstellung entfallen.
  • Bei dem Projekt bekamen 2000 Arbeitslose zwei Jahre lang jeden Monat 560 Euro, dazu je nachdem noch Kindergeld und Lohn, falls sie arbeiten gingen.
19:10 Uhr

Windelcreme-Fleck begeistert Zehntausende

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat ein unscharfes Foto ihres Blazers mit einem Windelcreme-Fleck gepostet - und stößt damit auf positive Resonanz.

  • "Warum fällt einem erst dann, wenn man am weitesten von frischer Kleidung entfernt ist, Windelcreme an sich auf?" schrieb die 38-jährige Mutter einer einjährigen Tochter zu ihrem auf Instagram veröffentlichten Foto. "Ich erspare allen die Einzelheiten."
  • Innerhalb von zwölf Stunden gefiel der vergrößerte Fotoausschnitt, auf dem ein Fleck auf einem rosafarbenen Blazer zu sehen ist, mehr als 100.000 Mal. "Das passiert andauernd!", kommentierte jemand und fügte zwei Smileys hinzu.
  • Im täglichen Corona-Briefing am Dienstag verdeckte eine Brosche die fragliche Stelle auf dem Kleidungsstück.
*Datenschutz

18:28 Uhr

Fast 200 Tote bei Überschwemmungen in Kenia

Fast 200 Menschen sind durch Überschwemmungen in Kenia in den vergangenen drei Wochen getötet worden. Mindestens 194 Menschen seien ums Leben gekommen und mehr als 100.000 Menschen hätten ihr Zuhause verlassen müssen, teilte der Sprecher der kenianischen Regierung auf Twitter mit. Für die Betroffenen wurden demnach 25 vorübergehende Camps eingerichtet.

Die Überschwemmungen löste heftiger Regen aus. Zwei Stauseen in dem Land seien komplett voll, was "noch nie in der Geschichte verzeichnet wurde". Die Regierung ermahne Menschen, die in Risikogebieten lebten, umzusiedeln. In Kenia und anderen ostafrikanischen Ländern herrscht zurzeit eine Regenzeit.

17:54 Uhr

Umstrittenes Akw an EU-Grenze bekommt Kernbrennstoff

Wie kein anderer Staat war Belarus 1986 von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl in der benachbarten Ukraine betroffen. Doch offenbar lernt die Ex-Sowjetrepublik nichts aus der Geschichte. Das neue Atomkraftwerk in Ostrowez an der Grenze zum EU-Land Litauen hat kurz vor seiner Fertigstellung seinen Kernbrennstoff erhalten. Dieser sei für den ersten Atommeiler vorgesehen, teilte das Energieministerium der Ex-Sowjetrepublik in Minsk mit.

  • Das Akw wird vom russischen Atomenergiekonzern Rosatom gebaut, der die Anlage zu 90 Prozent mit Krediten finanziert. Das Akw soll im Juni fertig werden und ab Herbst ans Netz gehen. Es ist das Prestigeprojekt von Präsident Alexander Lukaschenko.
  • Das Nachbarland Litauen bemängelte immer wieder die Einhaltung von Sicherheits- und Umweltstandards. Nach Angaben der Regierung in Vilnius kam es bei den Bauarbeiten mehrfach zu Zwischenfällen. Minsk hält die Kritik für unbegründet.
  • Litauen hatte das nur 50 Kilometer von der litauischen Hauptstadt Vilnius entfernte Atomkraftwerk als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft. In einer diplomatischen Note rief das Land Belarus auf, die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks zu verschieben. Die Sicherheit habe Vorrang vor der Erfüllung des Bauplans, hieß es.
17:35 Uhr
17:13 Uhr

Kraftwerk-Mitgründer Florian Schneider-Esleben gestorben

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Florian Schneider-Esleben ist im Alter von 73 Jahren gestorben.

Florian Schneider-Esleben, Mitgründer der legendären Gruppe Kraftwerk, ist tot. Das hat das Unternehmen Sony in Berlin unter Berufung auf Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter mitgeteilt. Schneider-Esleben sei nach einer Krebserkrankung gestorben. Er wurde 73 Jahre alt. 

Die Zusammenarbeit von Schneider und Hütter begann 1968. 1970 gründeten sie das berühmte Kling-Klang-Studio in Düsseldorf und starteten Kraftwerk. Schneider-Esleben, Sohn des berühmten Architekten der Nachkriegsmoderne Paul Schneider-Esleben, gilt als einer der Pioniere elektronischer Musik.

16:47 Uhr

Jugendliche soll tödliche Explosion in Lienen ausgelöst haben

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Bei der Explosion am 8. Februar kam ein 19-jähriger Feuerwehrmann ums Leben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Drei Monate nach dem Tod eines Feuerwehrmanns bei einer Gasexplosion in Lienen im nördlichen Münsterland hat die Polizei eine 17-Jährige vorläufig festgenommen. Laut Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft erließ ein Richter Haftbefehl unter anderem wegen Mordes.

  • Nach monatelangen Ermittlungen waren demnach Experten des Landeskriminalamtes auf eine DNA-Spur am Ventil der Gasflasche gestoßen, mit der die Explosion am 8. Februar ausgelöst worden sein soll.
    Auch Handydaten lenkten den Verdacht auf die 17-jährige Hausbewohnerin.
  • Die 17-Jährige bestreite die Vorwürfe, hieß es. Während der Explosion waren sie und ihre Familie nicht in dem Haus.
  • Der 19-jährige Feuerwehrmann war nach einer Gasexplosion von herabstürzenden Trümmerteilen getötet worden. Anwohner hatten zuvor die Rettungskräfte gerufen und sich in Sicherheit gebracht, nachdem sie Gasgeruch im Haus festgestellt hatten.
16:24 Uhr

Erdnächstes Schwarzes Loch entdeckt

Astronomen haben am Südhimmel das bislang nächstgelegene Schwarze Loch entdeckt. Das unsichtbare Schwerkraftmonster ist nur rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt und kreist mit zwei Sternen in einem Dreifachsystem. Die beiden Begleitsterne sind bereits mit bloßem Auge zu sehen - allerdings nur von der Südhalbkugel der Erde aus, wie die Entdecker um Thomas Rivinius von der Europäischen Südsternwarte Eso im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics" berichten. Zum Vergleich: Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, hat einen Durchmesser von ungefähr 120.000 Lichtjahren.

Anders als die meisten anderen bekannten Exemplare dieser Größenordnung ist das Schwarze Loch in dem Dreifachsystem tatsächlich schwarz und unsichtbar. Das liegt daran, dass es sich momentan keine Materie aus der Umgebung einverleibt. Die meisten solcher sogenannten stellaren, Stern-großen Schwarzen Löcher haben sich durch die helle Röntgenstrahlung auf sich aufmerksam gemacht, die von der Materie ausgeht, bevor sie auf Nimmerwiedersehen in ihnen verschwindet. Inaktive, stille Schwarze Löcher verraten sich dagegen nur durch ihre Schwerkraftwirkung, etwa indem ein sichtbarer Stern sie umkreist wie in diesem Fall.

15:36 Uhr

Polizei findet 12,5 Millionen Euro in Geheimraum

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250 Kilo Bargeld sind auf diesem Bild zu sehen.

(Foto: Politie )

Und wieder geht es um sehr viel Geld. Im niederländischen Eindhoven hat die Polizei in einem verborgenen Raum in einer Wohnung 12,5 Millionen Euro Bargeld entdeckt.

  • Es ist der bisher höchste Betrag, der in den Niederlanden an einem Ort gefunden wurde. Ein 35-jähriger Mann wurde unter dem Verdacht der Geldwäsche festgenommen.
  • Es ging nicht nur um eine besonders große Summe, sondern auch um eine besonders schwere. Denn es handelte sich nach Angaben der Polizei um Scheine von 5 bis 500 Euro, die insgesamt 255 Kilo wogen. Die Ermittler mussten das Geld in mehreren großen Einkaufstaschen verstauen. Sie stellten auch Schusswaffen und eine Geldzählmaschine sicher.
  • Die Polizei geht davon aus, dass es sich um Einkünfte des organisierten Verbrechens handelt.
15:05 Uhr
Breaking News

Bundesliga darf ab Mitte Mai wieder starten

Die Fußball-Bundesliga darf die derzeit wegen der Corona-Krise unterbrochene Saison ab der zweiten Mai-Hälfte mit Geisterspielen fortsetzen. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

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14:55 Uhr

Das hat Lottogewinner mit seinen 90 Millionen Euro vor

Protzkarren, Haus mit Pool und Privatjet - das alles und noch viel mehr kann sich der 25-jährige Lottogewinner auf Oberfranken nach dem Abräumen eines 90 Millionen Euro schweren Jackpots leisten. Doch er hat mit seinem Vermögen was anderes vor - der neue Multimillionär will sein Geld erst einmal "krisensicher anlegen".

Nach Angaben von Lotto Bayern sagte der 25-Jährige: "Teure Sportwagen werde ich mir sicher nicht kaufen, ich habe bis jetzt immer bescheiden gelebt". Wie eine Sprecherin der Lottogesellschaft erklärte, habe der junge Mann seinen Rekordgewinn "sehr cool, sehr bedacht und sehr bodenständig" aufgenommen. "Es war ihm alles klar, wir mussten ihn nicht aufklären."

Der Kaufmann hatte am Freitag im Internet für 16,25 Euro Einsatz an der internationalen Lotterie Eurojackpot teilgenommen und den Maximalgewinn von 90 Millionen Euro geholt. Es ist der mit großem Abstand höchste Lottogewinn, der jemals nach Bayern ging. Der bisherige Höchstgewinn lag bei rund 33 Millionen Euro.

14:30 Uhr

Schichtwechsel

Heidi Ulrich verabschiedet sich in den wohlverdienten Feierabend, ich übernehme ihren Platz in der Redaktion. Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich begleite Sie bis zum späten Abend durch den "Tag".

14:11 Uhr

Campingplätze erleben Ansturm

Der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) registriert angesichts erster Lockerungen der Corona-Maßnahmen einen Buchungsansturm auf Campingplätze. "Kaum kündigt ein Bundesland konkrete Öffnungspläne an, steigen die Buchungen rasant", sagte BVCD-Geschäftsführer Christian Günther der Funke-Mediengruppe. Derzeit betreffe das vor allem Campingplätze in Niedersachsen, die ab dem 11. Mai wieder öffnen dürfen.

Der Ansturm stelle eine Kehrtwende dar, weil in den vergangenen Wochen zunächst 75 Prozent aller gebuchten Campingreisen storniert worden seien, sagte Günther. In allen Segmenten des Tourismus werde es allerdings Preiserhöhungen geben. "So könnten Nebensaisonpreise schon auf das Niveau der Hochsaison steigen", sagte Günther. Das sei Folge der Auflagen zu Abstandsregeln und geringerer Belegung der Campingplätze.

14:06 Uhr

Bund und Länder: Alle Geschäfte dürfen wieder öffnen

Alle Geschäfte in Deutschland sollen unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Kanzlerin Merkel und die Länderchefs verständigten sich darauf, die bisherige Öffnungsbeschränkung auf eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern aufzuheben.

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13:50 Uhr

Zentralrat der Juden wirft Gauland Geschichtsverzerrung vor

Die Äußerungen von AfD-Fraktionschef Gauland zum Ende des Zweiten Weltkriegs haben Empörung ausgelöst. Gauland hatte sich gegen den 8. Mai als bundesweiter Feiertag ausgesprochen und von einem ambivalenten Tag und "Tag der absoluten Niederlage" gesprochen. Der Präsident des Zentralrats der Juden Schuster, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung, "mit der Betonung, der 8. Mai sei auch ein Tag der absoluten Niederlage für Deutschland und großer Gebietsverluste gewesen, zeigt Alexander Gauland, wes Geistes Kind er ist". Diese Betrachtung sei häufig unter Neonazis zu finden, sagte Schuster. "Damit sollen die Deutschen vor allem als Opfer dargestellt werden. Ich empfinde das als geschichtsverzerrende Relativierung der NS-Verbrechen und verantwortungslos."

Ähnlich äußerte sich unter anderem auch der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion Korte. "Wer die Kapitulation Nazideutschlands noch heute allen Ernstes als Niederlage bezeichnet, zeigt eindeutig, dass er sich in der Tradition von Faschisten versteht", erklärte er. Zuvor hatte bereits SPD-Generalsekretär Klingbeil Gaulands Äußerungen als "ekelhafte Grenzverschiebung" bezeichnet.

13:47 Uhr

Kontaktbeschränkungen werden bis 5. Juni verlängert

Die Corona-Kontaktbeschränkungen sollen mindestens noch bis zum 5. Juni gelten. Darauf hätten sich Kanzlerin Merkel und die Länderchefs geeinigt, hieß es aus Teilnehmerkreisen ihrer Telefonkonferenz. Es soll auch eine Lockerung geben: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum soll nicht nur allein mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes oder einer weiteren Person, sondern auch mit den Personen eines weiteren Hausstandes gestattet sein. Dies soll durch eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen ergänzt werden. Generell gilt auch die Vorgabe, mindestens einen Abstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen zu halten

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13:15 Uhr

Erneut Angriff auf türkisches Geschäft in Oberbayern

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Dieses Geschäft wurde durch Brandstiftung in der Nacht zum 27. April zerstört.

(Foto: dpa)

Im oberbayerischen Waldkraiburg hat es erneut eine Attacke auf einen türkischen Laden gegeben. Der oder die Täter warfen letzte Nacht bei einem Döner-Laden eine Fensterscheibe ein. Die Polizei startete daraufhin eine Fahndung, bisher jedoch ohne Erfolg. Zudem prüft die Soko "Prager" einen Zusammenhang zu anderen Attacken und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Vorher waren in Waldkraiburg schon andere Geschäfte beschädigt worden, bei denen die Besitzer türkische Wurzeln haben. Erst vor rund einer Woche hatte es einen möglicherweise extremistischen Brandanschlag auf ein türkisches Lebensmittelgeschäft gegeben. Sechs Menschen waren verletzt worden.

12:39 Uhr

Thomas-Cook-Kunden können Auszahlung online beantragen

Noch bevor die Corona-Pandemie dazu führte, dass etliche Reisen ausfallen, machte schon die Thomas-Cook-Pleite vielen Urlaubern einen Strich durch die Rechnung. Ab sofort können Kunden des insolventen Reiseanbieters über das "Thomas Cook Bundportal" online eine Ausgleichszahlung der Bundesregierung für geplatzte Reisen beantragen, wie das Justizministerium erklärte.

  • Anmeldungen werden bis zum 15. November entgegengenommen.
  • Das Angebot richtet sich an Kunden, die bei einem deutschen Reiseveranstalter der Thomas Cook-Gruppe, bei der Thomas Cook International AG oder der Tour Vital Touristik GmbH eine Pauschalreise gebucht haben.
  • Sie müssen Belege einreichen und bereits von anderer Seite erhaltene Leistungen angeben. Den Rest sollen sie erstattet bekommen.
  • Voraussetzung ist, dass Kunden ihre Ansprüche schon beim Insolvenzverwalter gemeldet und bei der Versicherung geltend gemacht haben.
  • Die Bundesregierung warnt, bei einem starken Andrang könnte es zu Verzögerungen in der Bearbeitung kommen.
  • Weitere Informationen finden Betroffene in den häufig gestellten Fragen und Antworten beim Justizministerium.
12:36 Uhr

Bund und Länder einigen sich auf Obergrenzen bei Neuinfektionen

Die Bundesländer tragen weitgehend die Verantwortung für Lockerungen und Beschränkungen in der Corona-Krise. In welche Richtung es geht, soll von einer Obergrenze bei den Neuinfektionen abhängen. Darauf hätten sich Kanzlerin Merkel und die Länderchefs in einer Telefonkonferenz geeinigt, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Die Obergrenze soll demnach bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegen. Infizieren sich mehr Menschen, sollen die Länder sofort neue Beschränkungen umsetzen.

*Datenschutz

Gerade bei weitreichenden Öffnungen steige wieder die Gefahr einer dynamischen Entwicklung, die schon zu Beginn der Pandemie häufig von lokalen Ereignissen ausging und dann weiterverbreitet wurde, hieß es. Bei einem klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, etwa in einer Einrichtung, könne ein Beschränkungskonzept auch nur die Einrichtung umfassen.

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12:00 Uhr

Schlagzeilen am Mittag

11:41 Uhr

Schauspielerin Ines Quermann arbeitet nun im Supermarkt

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Die Serie "Nachtschwestern" mit Ines Quermann (l) läuft auf RTL.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einigen Supermarktkunden ist sie vielleicht schon irgendwie bekannt vorgekommen: Die Schauspielerin Ines Quermann arbeitet wegen der Corona-Krise jetzt im Bielefelder Supermarkt ihres Manns. "Ich war mir noch nie für irgendeinen Job zu schade, und unsere Branche ist sowieso gerade lahmgelegt", sagte die 41-Jährige der "Bunten". Sie sei dankbar, dass sie in dem Laden gebraucht werde. Dort räumt Quermann Regale ein, kassiert und macht Büroarbeiten. Bekannt ist sie aus der Krankenhausserie "Nachtschwestern", außerdem war sie auch bei "Unter uns" zu sehen.

11:33 Uhr

Brüssel erwartet Rezession von "historischen Ausmaßen"

Die EU-Kommission erwartet wegen der Corona-Krise eine beispiellose Rezession. "Europa erlebt einen wirtschaftlichen Schock, der seit der Großen Depression ohne Beispiel ist", erklärte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die Brüsseler Behörde geht in ihrer Frühjahrsprognose für das laufende Jahr von einem Einbruch der EU-Wirtschaftsleistung von 7,4 Prozent aus, wobei Deutschland mit einem Minus von 6,5 Prozent weniger hart getroffen würde als etwa Frankreich und Italien.

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11:16 Uhr

Zwölf Menschen bei Brand in Wolkenkratzer verletzt

Update zu dem Wolkenkratzer-Brand in Schardscha in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Die Zahl der Verletzten ist auf zwölf gestiegen. Drei Verletzte seien im Krankenhaus behandelt worden, hieß es vom Innenministerium. Vorher war von neun Verletzten die Rede gewesen. Das Feuer in dem mehr als 40-stöckigen Abbco Tower mit zahlreichen Wohnungen war gestern Abend ausgebrochen. Die Brandursache ist bisher unklar.

10:47 Uhr

40 Jugendliche verabreden sich zu Massenschlägerei

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Wegen der Gruppe gab es gleich zwei Polizeieinsätze.

(Foto: dpa)

Rund 40 Jugendliche haben sich ersten Ermittlungen zufolge in Nürnberg zu einer Massenschlägerei verabredet. Zehn von ihnen wurden in Gewahrsam genommen. Die Gruppe bestand aus 14- bis 17-Jährigen.

Zeugen hatten gestern Abend die Polizei gerufen und gesagt, dass sich Jugendliche teilweise mit Eisenstangen attackierten. Als die Polizei kam, flüchteten einige aus der Gruppe. Gegen die anderen leitete die Polizei Ermittlungsverfahren ein und erteilte Platzverweise. Damit war es aber nicht vorbei. Rund zwei Stunden später gerieten Teile der Gruppe an einem anderen Ort in Nürnberg erneut ins Visier der Polizei. Eine größere Schlägerei konnte jedoch verhindert werden. Bei der vorläufigen Festnahme der Gruppe schlug ein 16-Jähriger einen Beamten mit der Faust gegen den Kopf. Außerdem versuchten mehrere Jugendliche, andere Jugendliche zu befreien, die schon in Gewahrsam genommen worden waren.

10:09 Uhr

Hierhin wandern die meisten Deutschen aus

Rund 1,2 Millionen Deutsche leben im europäischen Ausland – die Schweiz ist dabei das beliebteste Auswanderungsziel. Vom Statistischen Bundesamt heißt es, dort hätten im vergangenen Jahr rund 306.000 Deutsche gelebt. Das sei ein leichtes Plus von 0,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Seit Jahren nimmt die Zahl der Deutschen mit Wohnsitz in der Schweiz zu.

Auf dem zweiten Platz der beliebtesten Auswanderungsziele in Europa liegt Österreich mit 192.000 Deutschen – was einem Plus von drei Prozent entspricht. Auf Platz drei ist Großbritannien mit rund 142.000 Deutschen – was einem Rückgang um neun Prozent entspricht. Seit dem Brexit-Referendum von 2016 nahmen viele Deutsche die britische Staatsbürgerschaft an. Allein 2018 waren es rund 4800 Menschen.

09:39 Uhr

Mann trägt Ku-Klux-Klan-Kapuze im Supermarkt

Unfassbar: In den USA hat ein Mann beim Einkauf die Kapuze des rassistischen Ku Klux Klan (KKK) getragen. Der Vorfall ist am Samstag in einem Supermarkt in der südkalifornischen Stadt Santee passiert. Andere Kunden fotografierten den Mann, die Fotos sind in sozialen Netzwerken zu sehen. Wie US-Medien berichten, forderten Supermarktmitarbeiter den Mann auf, die Kapuze abzunehmen, was er getan habe. Rausgeworfen haben sie ihn aber anscheinend nicht. Die "Los Angeles Times" schreibt, der Mann habe dann noch an der Kasse bezahlt und sei gegangen. Die Polizei hat den Mann inzwischen identifiziert und ermittelt gegen ihn. Weitere Einzelheiten nannte sie nicht. Der Vorfall löste große Empörung aus: Unter anderem der Bürgermeister von Santee verurteilte, was der Mann getan hat. Auch Einwohner meldeten sich in sozialen Medien zu Wort und schrieben, dieser Mann repräsentiere nicht die Einwohner und die Werte der Stadt.

09:22 Uhr

Brauereien bleiben auf ihrem Bier sitzen

Biergarten? Da war ja mal was. Mein Kollege Kevin Schulte kann sich auch noch dran erinnern und hat sich in der Bierbranche zur den wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie umgehört. Hier hören Sie die neue Folge von "Wieder was gelernt":

09:00 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:36 Uhr

Umfrage zum bedingungslosen Grundeinkommen

Finnische Forscher stellen um 15 Uhr in Helsinki die Ergebnisse eines Pilotprojekts für ein bedingungsloses Grundeinkommen vor. Die spannende Frage ist, ob das Grundeinkommen einen besseren Anreiz setzt, sich einen Job zu suchen, als traditionelle Arbeitslosenhilfen, die im Falle einer Anstellung wegfallen. Bei dem Projekt bekamen 2000 Arbeitslose zwei Jahre lang jeden Monat 560 Euro, dazu je nachdem noch Kindergeld und Lohn, falls sie arbeiten gingen. Was halten Sie von einem bedingungslosen Grundeinkommen?

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08:19 Uhr

X Æ A-12 Musk? Sängerin Grimes erklärt das mit Elfensprache

Elon Musk hatte ja gestern getwittert, dass er zum sechsten Mal Vater geworden ist. Als er nach dem Namen des Jungens gefragt wurde, antwortete er: "X Æ A-12 Musk". Was soll das nun bedeuten? Bedeutet es überhaupt etwas? Sängerin Grimes hat jetzt auch was dazu gesagt. Das hilft aber nicht unbedingt weiter: "X" stehe für die unbekannte Variable; "Æ" bedeute Künstliche Intelligenz in ihrer Elfensprache; "A12" beziehe sich auf den Namen "unseres" Lieblingsflugzeugs, ein Militärflugzeug: "Toll im Gefecht, aber friedlich"; "A" beziehe sich auch auf ihren Lieblingssong "Archangel", schrieb sie. Die 32-Jährige ist offenbar die Freundin von Musk und Mutter des Babys.

 

07:40 Uhr

SEK-Einsatz in NRW: Mann schießt Polizisten an

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Das Auto des mutmaßlichen Täters nach dem Schusswechsel.

(Foto: dpa)

In Gevelsberg bei Hagen hat sich ein Mann einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert und dabei einen Beamten angeschossen. Die Polizei hatte kurz vor Mitternacht das Auto des 36-Jährigen bei einer Kontrolle angehalten. Während der Kontrolle sei es zu dem Schusswechsel gekommen, hieß es von der Polizei. Dabei wurde ein 28-Jähriger Polizist schwer verletzt. Der 36-Jährige flüchtete daraufhin im Auto und später zu Fuß. Die Polizei fahndete unter anderem mit Spürhunden, einem Hubschrauber und Spezialkräften nach ihm. Nach mehr als vier Stunden stellten ihn die Spezialkräfte. Der Mann schoss erneut um sich. Bei der Festnahme wurde er schwer verletzt. Über die Hintergründe ist noch nichts bekannt.

07:20 Uhr

Nach kaltem Start gibt es Sonne satt

Björn Alexander

Björn Alexander

Nach einem kalten Start, der gebietsweise mit Frost oder Bodenfrost einhergeht, erwartet uns heute ein vielfach freundlicher bis sonniger Tag. Nur vom Osten Bayerns bis herauf nach Sachsen und Thüringen sind noch dichtere Wolken unterwegs. Hier bringt es die Sonne dementsprechend oft auf 5 bis 10 Betriebsstunden. Im großen Rest sorgt Hoch "Paul" hingegen für satte 11 bis 15 Sonnenstunden. Am meisten Sonne gibt es im Westen.

Die Temperaturen zeigen sich dabei nach wie vor recht verhalten bei 11 Grad am Erzgebirge und bis zu 20 Grad am Rhein. Zudem weht im Norden ein teils kräftiger Wind.

Die weiteren Aussichten bringen uns am Donnerstag und Freitag immer häufiger Frühsommerfeeling mit Sonne und ansteigenden Temperaturen. Morgen bei 14 bis 24 Grad. Der Freitag bringt uns 17 bis 27 Grad. Auch das Wochenende beginnt oft freundlich bei 14 bis 24 Grad. Jedoch sind später im Süden und Südwesten erste Schauer und Gewitter möglich. Ab Sonntag wird es dann generell unbeständiger und kühler. Denn die Eisheiligen kommen pünktlich ab Montag mit spürbar kälterer Luft aus nördlichen Breiten. Ihr Björn Alexander

06:47 Uhr

Letzter Brief von Kobe Bryant überrascht seine Witwe

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Die beiden im vorletzten Jahr bei der Oscar-Verleihung.

(Foto: imago images/Cinema Publishers Collection)

Vanessa Bryant, die Witwe von Kobe Bryant, hat einen Brief ihres verstorbenen Mannes gefunden. Bei Instagram schrieb sie, sie habe ihn nicht sofort aufgemacht, sondern erst an ihrem Geburtstag, der gestern war. So habe sie etwas gehabt, worauf sie sich freuen konnte. Ironischerweise sei in dem Umschlag eine Zeichnung gewesen, wie sie von einem Engel getragen werde. Ihr Mann und ihre 13-jährige Tochter Gianna waren Ende Januar bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. "Ich vermisse die Liebe meines Lebens und meine süße kleine Mamacita", schrieb Vanessa.

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06:24 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserinnen und Leser,

ich grüße Sie ganz herzlich! Schauen wir auf die wichtigsten Termine des Tages.

  • Ab 11 Uhr wird es besonders spannend. Dann beginnt die Telefonkonferenz von Kanzlerin Merkel und den Länderchefs über Lockerungen in der Corona-Krise. In einer Beschlussvorlage heißt es zum Beispiel, dass alle Schüler bis zu den Sommerferien wieder zurück zur Schule können sollen. Die Rede ist auch von einer Art regionalen Obergrenze bei den Neuinfektionen. Wird sie überschritten, sollen wieder striktere Beschränkungen gelten.
  • In Brüssel legt die EU-Kommission um 11 Uhr ihre Konjunkturprognose für die EU und die Eurozone vor.
  • Das heimliche Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt soll künftig eine Straftat sein. Gleiches gilt, wenn jemand Unfalltote fotografiert oder filmt. Diese Strafrechtsverschärfung ist einer von mehreren Gesetzentwürfen, über die der Bundestag ab 13 Uhr debattiert.
  • Das Kabinett befasst sich mit dem Berufsbildungsbericht und der Lage auf dem Lehrstellenmarkt. Der Bericht sagt für das laufende Jahr einen weiteren Rückgang bei der Ausbildungsnachfrage voraus – auch ohne die Corona-Krise zu berücksichtigen.
  • Um 14 Uhr startet am Essener Landgericht ein erster Schmerzensgeldprozess nach dem Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März 2015.
  • Im von der Pandemie schwer betroffenen Spanien stimmt das Parlament über eine weitere Verlängerung des Alarmzustandes um weitere zwei Wochen ab.

Alle Nachrichten zur Corona-Krise finden Sie auch in unserem Coronavirus-Ticker.

06:00 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht