Gesundheit

"Blue Monday" Heute ist der traurigste Tag des Jahres

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Der graue Himmel kann aufs Gemüt schlagen. Viele Menschen leiden unter einer Winterdepression - und das nicht nur am "Blue Monday".

(Foto: dpa)

Nicht sehr erfreulich: Heute ist angeblich der deprimierendste Tag des Jahres. Mithilfe einer Formel, die mit der Jahreszeit, dem Wetter und den guten Vorsätzen zu tun hat, soll man ihn berechnen können. Ist da was dran?

"Blue Monday" kennen viele als einen Song der Band New Order, es ist ihr bekanntester und erfolgreichster Hit. Es ist aber auch das Gefühl, das viele Menschen überkommt, wenn sie sich nach einem freien Wochenende am Montagmorgen wieder früh aus dem Bett quälen und zur Arbeit gehen müssen. Der Montag ist wahrscheinlich der unbeliebteste Tag der Woche. Und "Feeling blue" bedeutet auf Deutsch so viel wie niedergeschlagen sein, schlechte Laune haben, deprimiert oder traurig sein.

2005 kam der britische Psychologe Cliff Arnall von der Universität Cardiff mit einer Formel an, mit der man angeblich den traurigsten, deprimierendsten Tag des ganzen Jahres, "the most miserable day of the year", errechnen kann. Heraus kam: Es ist der dritte Montag im Januar. Diesen Tag nannte er dann "Blue Monday". Und in diesem Jahr soll er demzufolge auf den heutigen Montag, den 15. Januar, fallen.

Nachweihnachtliche Schwermut

Die unübersichtliche Formel lautet [1/8W+(D-d)]x3/8TQ:MxNA - sie berücksichtigt unter anderem die nachweihnachtliche Schwermut, die bereits schon wieder gebrochenen guten Vorsätze für das neue Jahr und die Temperaturen. Genauer: das Wetter (W), die Schulden (D) abzüglich des Januar-Gehalts (d), die Zeit seit Weihnachten (T), die Zeit, seit der die guten Vorsätze gescheitert sind (Q), das Motivationsloch, in dem man gerade steckt (M) und das Gefühl der Notwendigkeit, etwas gegen diese Misere zu unternehmen (NA).

Soll heißen: Das Mitte Januar oft scheußliche, graue, nasskalte Wetter, kombiniert mit den einlaufenden Rechnungen der kostspieligen Feiertage und den bereits nach kurzer Zeit über Bord geworfenen Vorhaben - Sport treiben, gesund ernähren, nicht mehr rauchen et cetera - hat den "traurigen Montag" zur Folge. Die Symptome: Man fühlt sich deprimiert, wird noch träger und isst noch mehr ungesundes Zeug.

Von Wissenschaftlern als Unsinn abgetan

Bevor man sich aber hinter dieser Formel versteckt mit der Begründung "ist wissenschaftlich erwiesen, hat ja schließlich ein Psychologe herausgefunden", sollte man unbedingt den Anlass beachten, bei dem Arnall diese angebliche Gesetzmäßigkeit errechnete. Das geschah nämlich im Auftrag des Reiseunternehmens Sky Travel. Wohl ein Marketing-Trick, um die Kunden in die Reisebüros zu locken. Seine Formel wird von Wissenschaftlern auch deshalb als pseudowissenschaftlicher Unsinn abgetan.

Ganz leugnen kann man den Trübsinn am Jahresanfang jedoch nicht. Der erste Gang zur Arbeit nach den Feiertagen fällt vielen Menschen schwer. Und Lichtmangel und schlechtes Wetter können durchaus aufs Gemüt schlagen. Infolgedessen leiden viele Menschen unter einer Winterdepression und das nicht nur am "Blue Monday". Dagegen empfehlen sich möglichst lange Aufenthalte im Freien, um Tageslicht zu tanken, Spaziergänge an frischer Luft und Sport. Denn Sport ist ein erwiesenermaßen wirksames Mittel gegen Depressionen und Niedergeschlagenheit. Also: bloß nicht hängen lassen. Und mit dem Tageslicht geht es ja seit der Wintersonnenwende auch wieder aufwärts.

Quelle: n-tv.de, abe

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