Leben

RTL-Spenden-Ikone Wolfram Kons Im Fokus: Der Kampf gegen Kinderarmut in Deutschland

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Helfen macht ihm einfach Spaß - helfen Sie Wolfram Kons daher doch, Spaß zu haben!

(Foto: imago images/Sven Simon)

Der RTL Spendenmarathon hat in den Jahren seit 1996 an die 250 Millionen Euro eingenommen und hundertprozentig an die Kinder, die am dringendsten Unterstützung brauchen, verteilt. Undenkbar ist der Spendenmarathon ohne Marathon-Mann Wolfram Kons, mit dem ntv.de deshalb über Kinder, Kohle und den Konzern spricht. Ein einziges Mal stand seine Moderation auf der Kippe - das war, als die Geburt seines zweiten Sohnes bevorstand und der Kollege Steffen Hallaschka "voll geschminkt" hinter den Kulissen saß, um einspringen zu können, verrät der RTL Charity Gesamtleiter und Moderator des 24-Stunden-Events. Und nichts machen musste, "denn Leonhard ließ sich noch ein bisschen Zeit". Am 17. November startet die längste Charity-Sendung im deutschen Fernsehen wieder, ab 18 Uhr werden mit prominenter Unterstützung Spenden gesammelt. "Corona, der Krieg in der Ukraine und überall immens steigende Kosten: Deutschland steckt in einer schweren Krise", so Wolfram Kons. "Die Zahl der Kinder, die von Armut betroffen sind, steigt auch bei uns rapide an. Daher kämpfen wir beim 27. RTL-Spendenmarathon gegen Kinderarmut in Deutschland an." Kämpfen Sie bitte mit!

ntv.de: RTL Spendenmarathon: Was hat sich im Laufe der letzten 27 Jahre verändert? Stichworte: Kinder, Probleme, Spendenbereitschaft?

Wolfram Kons: Die letzten zwei Jahre gingen die Spenden massiv hoch! Aber aus dramatischen Anlässen – Corona und die Flutkatastrophe im Ahrtal haben die Portemonnaies der Menschen weit geöffnet. Dazu muss man sagen, dass wir ja das ganze Jahr aktiv sind und die Spendenbereitschaft nicht nur am Spendenmarathontag messen, sondern 365 Tage im Jahr. Und das ist sicherlich die größte Veränderung in den letzten Jahrzehnten: Am Anfang haben wir alles auf den einen Tag konzentriert, und das war's dann. Aber wir haben die Hilfe in den letzten Jahren ganzjährig aufgebaut. Da kann man dann eben sofort bei einer Flut helfen, oder bei der Ukraine. Und das ist der größte Unterschied unserer jetzigen Arbeit zu früher mit unserer Stiftung "RTL – Wir helfen Kindern e.V.". Aber der Spendenmarathon bleibt das absolute Highlight, auf das wir hin arbeiten und fiebern, weil wir ganz Deutschland damit nochmal richtig mobilisieren.

Worauf liegt der Fokus des Spendenmarathons dieses Jahr?

Ganz klar auf der Kinderarmut in Deutschland. Wir wissen, dass unsere Zuschauerinnen, unser User, die Spender von uns wissen wollen, was wir auch für die Kinder in Deutschland machen. Da kann man schon jetzt sagen - ohne die genauen Ergebnisse der Forsa-Untersuchung, die wir in Auftrag gegeben haben, vorwegzunehmen - dass die Befürchtung, Kinderarmut in Deutschland steige an, voll zutrifft.

Ihr habt wieder viele Prominente am Start, Guido Maria Kretschmer zum Beispiel. Er sammelt Geld für Kinder, die einen Schlaganfall erlitten haben …

Das ist etwas, das man sich nicht vorstellen kann. Es gibt Kinder, die erleiden bereits im Mutterleib oder bei der Geburt einen Schlaganfall. Das ist früher nie erkannt worden, da sagte man einfach, ach, das ist ja merkwürdig … Ich muss an dieser Stelle Liz Mohn erwähnen, weil sie diejenige ist, die das Thema Schlaganfall in Deutschland so bekannt gemacht hat: Durch ihre Initiative sind ganz sicher schon Tausende von Leben gerettet worden. Ich war mit ihr im Therapiezentrum in Bremen Friedehorst. Wenn dir dann ein Kind entgegenkommt, und die Arme weit ausstreckt, dann öffnet sich dein Herz sowieso. Vor allem aber dann, wenn du weißt, dass dieses Kind im Jahr zuvor seine Arme nicht ausstrecken konnte aufgrund eines Schlaganfalls - das ist so bewegend. Durch die Therapien, die inzwischen möglich sind, sind wir jedoch in der Lage, Menschen wieder zurück ins Leben zu helfen. Und das berührt mich sehr. Es gibt da einen wahnsinnigen Fortschritt, sowohl in der Erkennung als auch in der Therapie.

RTL-Spendenmarathon

Helfen per Überweisung

Empfänger: Stiftung RTL

Konto: DE55 370 605 905 605 605 605

Bank: Sparda-Bank West

BIC: GENODED1SPK

 

Helfen per SMS

Senden Sie das Kennwort KINDER an die 44844 (10 Euro /SMS + ggf. Kosten für den SMS-Versand) oder das Kennwort KINDER25 an die 44844 (25 Euro / SMS + ggf. Kosten für den SMS-Versand)

Die Arbeit von "Wir helfen Kindern" wird ja kontinuierlich gemacht …

Genau, wir suchen vor allem gerne Partner, die - wie wir - ihre Arbeit nachhaltig und langfristig machen. Ich bin für Evolution statt Revolution (lacht).

Ihr sammelt ja so viel Geld ein, dass man wirklich ruhigen Gewissens großzügig viele Projekte unterstützen kann. Schauspielerin Michaela May zum Beispiel sorgt für Kinder in Kenia, die zu verhungern drohen. Ihr eindringlicher Appell: "Bitte helfen Sie, diese Kinder haben Hunger". Dieses Gefühl – Hunger - kann jeder nachvollziehen, und wenn wir Hunger haben, gehen wir zum Kühlschrank.

Und in anderen Teilen der Welt geht es um Leben und Tod. Michaela ist dort sehr engagiert, sie war vor Ort, fährt stundenlang über die staubigen Pisten, um sich ein Bild zu machen und kann daher eindrucksvoll schildern, wie die Situation ist. Ich will an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass unsere Spenden 1:1 an die Projekte gehen, denn wir wissen genau, wer unsere Partner sind. Wir sind eine Stiftung, die operativ von anderen unterstützt wird, und die das "in the field", wie wir das in NGO-deutsch sagen, betreuen. Das hat sich bei der Ukraine gezeigt, das hat sich bei der Flut gezeigt: Wir haben über drei Jahrzehnte so gute Kontakte aufgebaut, dass wir genau wissen, wem wir vertrauen können. Wir geben aber nie einer Organisation einfach das Geld, sondern sie müssen ihren Bedarf genau und konkret anmelden, dann wird das genau geprüft und kontrolliert, denn dieses Credo "Jeder Cent kommt an", nehmen wir wirklich ernst. Das Privileg, das RTL alle Kosten übernimmt, dass die Spenden da ankommen, wo sie hinmüssen, das wollen wir nicht verspielen.

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Kons ist - wie auch RTL - mit mindestens 100 Prozent bei der Sache.

(Foto: RTL/Stefan Gregorowius)

Muss man eine Frohnatur sein, um das ganze Jahr den Job des Geldeinsammlers der Nation ausführen zu können? Denn die Themen, die beim RTL Spendenmarathon relevant sind, sind ja durchweg unerfreulich. Und du kannst nicht jeden Tag einen Marathon laufen, um dich abzureagieren …

Nein, tatsächlich nicht. Aber ich hab' selbst zwei Jungs, an denen ich mich jeden Tag erfreue, und man muss eine professionelle Einstellung zu dem Ganzen entwickeln, ohne die Empathie zu verlieren. Die Empathie zu verlieren, wäre das Schlimmste! Aber wenn ich Flüchtlingscamps oder Krankenhäuser oder Einrichtungen besuche, dann ist mein Motto immer: Mitfühlen ja, mitleiden nein. Denn selbst zu leiden, würde dich ja lähmen. Und wenn du gelähmt bist, kannst du nicht helfen. Dann ist niemandem gedient.

Als Charity-Profi hast du den Leuten letztes Jahr das meiste Geld der RTL-Spendenmarathon-Geschichte "aus der Tasche gezogen" – wie könnte es gelingen, das Ergebnis zu toppen in Zeiten, in denen die Menschen Angst vor Krieg, kalten Wohnungen und hohen Lebenshaltungskosten haben?

Ich habe keine Ahnung, das ist ganz schwer vorhersehbar. Wir haben eine unglaubliche Hilfsbereitschaft erlebt in Sachen Ukraine und Flut und ich hoffen, dass es sich auszahlt, dass wir den Leuten immer gezeigt haben, wo das Geld ankommt. Das ist wahnsinnig wichtig, Vertrauen aufzubauen. Ich sehe jetzt im Vorfeld schon viele Spenden reinkommen und ich bleibe optimistisch: Wir sind die erste große Spendensendung des Jahres, und wenn viele ein bisschen was geben – und manche ein bisschen mehr – dann vertraue ich darauf, dass wir wieder eine Menge Geld einsammeln für die Ärmsten unter uns. Und gerade lese ich eine aktuelle Studie des DZI: Ärmere Haushalte geben mehr als reichere. Unglaublich, oder?

Mit Wolfram Kons sprach Sabine Oelmann

Der RTL-Spendenmarathon startet am Donnerstag, 17. November um 18 Uhr, einmal pro Stunde wird live aus dem RTL Spendenstudio gesendet.

Hier können Sie spenden: https://wirhelfenkindern.rtl.de/spenden

Quelle: ntv.de

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