Unterhaltung

Bisschen schwul in Springfield "Die Simpsons" inszenieren Coming-out

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Ein Cartoon sagt mehr als 1000 Worte ...

(Foto: Twitter/TheSimpsons)

Es ist ein offenes Geheimnis: Ein Charakter von "Die Simpsons" ist schwul. Jüngst durfte er in den USA sein Herz ausschütten - beziehungsweise nur ein bisschen. Ganz so glatt läuft das Coming-out dann nämlich doch nicht.

Die besten Jahre hat die Show hinter sich. Kaum einer, der nicht wenigstens eine Zeit seines Lebens an "Die Simpsons" verschwendet, kaum einer, der die gelben Bewohner Springfields nicht wenigstens ein bisschen ins Herz geschlossen hat. Die neueren Episoden scheinen nun immer öfter auf beliebig wirkende Handlungseinschübe angewiesen zu sein.

! Achtung Spoiler !

Fast 30 Jahre lang schmachtete Waylon Smithers in "The Simpsons" seinen Boss heimlich an - jetzt hatte er sein Coming-out. In der gerade in den USA ausgestrahlten Folge "The Burns Cage" - wohl ein charmanter Verweis auf den queeren Film "The Birdcage" von 1996, gesteht Smithers seine wahren Gefühle für Mr. Burns.

"Simpsons"-Autor Rob LaZebnik hatte der "New York Post" zuvor verraten, dass er diese Episode für seinen 21-jährigen Sohn Johnny geschrieben habe, der homosexuell sei. "Ich stamme aus dem Mittleren Westen, ich neige daher nicht dazu, meine Gefühle nach außen zu tragen, doch ich dachte: Gibt es einen besseren Weg, meinem Sohn zu sagen, dass ich ihn liebe, als einen Cartoon darüber zu schreiben?", so der 53-Jährige.

Keine Chance bei Mr. Burns

*Datenschutz

Für die Fans der Serie war es natürlich keine Überraschung. Die Hinweise darauf, dass Smithers Gefühle für Burns hegt, kann kein Fan übersehen haben. In einer Episode von 2003 etwa stolperte Homer Simpson in einen Smithers in Regenbogenshorts und auf Rollerblades - vor der "Stonewall Bäckerei".

In der jüngsten Folge kündigt Smithers nun seinen Job, nachdem er trotz soeben überstandener Todesangst wieder von Mr. Burns gepiesackt wurde. Der ewige Assistent macht sich auf die Suche nach einen Mann - und wird in Barkeeper Julio fündig. Nach einigen romantischen Dates gibt es allerdings kein Happy End.

Dann sag's doch!

Smithers' Coming-out sollte laut LaZebniks keine Comedy-Einlage werden. Die Grundlage war die eigene Erfahrung des Autors. Er wollte nicht diesen einen großen Coming-out-Moment haben, "stattdessen nur eine große Umarmung".

Kritiker werfen den "Simpsons"-Machern vor, Smithers habe kein einziges Mal "Ich bin schwul" gesagt, sondern nur seine Gefühle gegenüber Burns artikulieren können - jedenfalls bis er von ihm unterbrochen wird. Er liegt hoffnungsvoll unter einem Fallschirm in Regenbogenfarben und darf sein Innerstes doch nicht ganz nach außen kehren.

 

Quelle: ntv.de, ame/spot