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"Army of Thieves" bei Netflix Schweighöfer und die ewigen Nörgler

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Ludwig Dieter (Matthias Schweighöfer) und seine Diebesbande.

(Foto: imago images/Prod.DB)

Für seinen Auftritt als Safeknacker im Zombie-Apokalypse-Film "Army of the Dead" hat Matthias Schweighöfer international viel Applaus bekommen. Doch braucht sein Charakter Ludwig Dieter wirklich einen eigenständigen Film?

Ein Franchise ist in der hartumkämpften Unterhaltungs- und Streaming-Welt das Gebot der Stunde. Wer es schafft, ein Franchise zu etablieren, kann sich zurücklehnen und Abonnements und Euros beziehungsweise Dollar zählen. Disney hat es vorgemacht. Mit Fan-Garanten wie "Star Wars" und "Marvel" im Sortiment sind die Einnahmen für Jahre garantiert. Es hagelt Filme und Serien in Endlosschleife. Wie Katzen-Leckerlies werden sie den Anhängern sinnbildlich vor die Augen geworfen. Kontinuität ist Nebensache. Der Kanon nicht so wichtig. Wenn der Rubel rollt, wird der Fokus halt etwas verschoben. Die Zuschauer sollen schließlich konsumieren und nicht die Kreativen in Frage stellen. Auch Nörgeln ist nicht gern gesehen.

"Oscars & Himbeeren"

Immer freitags präsentiert Ronny Rüsch "Oscars & Himbeeren", den ntv-Podcast rund ums Streamen. Diesmal neben der ausführlichen Kritik zu "Army of Thieves": Die AppleTV-Serie "Ted Lasso", das deutsche Filmdrama "Die verlorene Zeit" und ein Horror-Film mit Rebecca Hall. "Oscars & Himbeeren" - Informativ. Unterhaltsam. Kompakt. In der ntv-App, bei Audio Now, Spotify und Apple Podcasts.

Apropos Nörgeln: Darin sind die Deutschen Weltmeister. Zumindest wird das oft behauptet, vor allem etwa, wenn Filme von Matthias Schweighöfer oder Til Schweiger zu deren Ungunsten kritisiert werden. Die US-Amerikaner sind in dieser Hinsicht um Einiges lockerer. Das ist nur ein Grund, warum es deutsche Filmschaffende immer wieder über den großen Teich zieht. Jüngstes Beispiel: "Army of Thieves" von und mit Matthias Schweighöfer, der exklusiv bei Netflix abrufbar ist.

Als deutsch-amerikanische Produktion wird einem ein Heist-Movie ganz im Stil von "Ocean's Eleven" präsentiert. Angesiedelt ist der Diebesfilm selbstredend in einer neuen Franchise. Beglückte Regisseur Zack Snyder vor wenigen Monaten noch mit seiner Zombie-Apokalypse "Army of the Dead", bekommt der Zuschauer jetzt endlich in Form eines Prequels auch die heißerwartete Hintergrundgeschichte des von Schweighöfer verkörperten - und auf einschlägigen Filmportalen schon als Kult-Rolle bezeichneten - Super-Safeknackers Ludwig Dieter serviert.

Machst du noch Filme oder franchised du schon?

Jeder Studio-Boss giert nach lukrativen Franchisen. Es ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, mit der sich "Star Wars"-Erfinder George Lucas zu Beginn seiner Weltraum-Oper 1977 noch nicht herumschlagen musste. Prinzipiell ist an derlei Entwicklung überhaupt nichts auszusetzen, vor allem dann nicht, wenn sich ein Film- oder Serien-Universum aus sich selbst heraus entwickelt. Im Falle von "Army of Thieves" mutet dieser Versuch jedoch seltsam an. In der von Snyder und Schweighöfer erschaffenen Welt holpert es an allen Ecken und Enden. Nichts passt hier zusammen, nichts ergibt einen Sinn. Der Charakter des Safeknackers Ludwig Dieter ist weder interessant - noch hätte es einen eigenen Film um ihn herum gebraucht.

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Manchmal ist ein Film oder eine Serie einfach nur dröge und unnötig. Dem Erfolg tut das keinen Abbruch. "Army of Thieves" hat sein Publikum bereits gefunden und Netflix einen Quoten-Hit beschert. Und auch, wenn Schweighöfers Charakter am Ende von "Army of the Dead" in einer Atom-Explosion pulverisiert wurde, wird man in der angekündigten Fortsetzung sicher einen Platz für ihn finden. Wen interessiert schon Logik, wenn man ein Franchise hat?

Eine ausführliche Kritik zu "Army of Thieves" von Ronny Rüsch und Axel Max - jetzt in der neuen Folge des ntv-Podcasts "Oscars & Himbeeren". Außerdem dabei: die AppleTV-Serie "Ted Lasso", das deutsche Filmdrama "Die verlorene Zeit" und ein Horror-Film mit Rebecca Hall.

"Oscars & Himbeeren" - der ntv-Podcast - wo sich jeden Freitag alles rund um Streaming-Dienste wie RTL+, Netflix, Amazon Prime & Co. dreht.

Quelle: ntv.de

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